Bundesliga

Hubbelrath ist alter und neuer Deutscher Mannschaftsmeister 2016!


21. August 2016 ,


Für ein ernsthaftes Mannschaftsbild des GC Hubbelrath hat es nicht gereicht, denn der Hamburger Lukas Kahl löst bereits den Korken. (Foto: DGV/Tiess)
Für ein ernsthaftes Mannschaftsbild des GC Hubbelrath hat es nicht gereicht, denn der Hamburger Lukas Kahl löst bereits den Korken. (Foto: DGV/Tiess) | © (Foto: DGV/ Tiess)

Nach einer lange ausgeglichenen Begegnung sorgte der GC Hubbelrath im Titelkampf letztendlich für eine Entscheidung zu seinem Gunsten und wird Deutscher Mannschaftsmeister 2016. Im Spiel um Platz drei siegt das Team des Hamburger GC knapp gegen den GC Mannheim-Viernheim.

GC Hubbelrath vs. GC St. Leon-Rot

Ein Final Four im Licher GC ist und bleibt ein Garant für spannenden Golfsport erster Güte. Im Kampf um den Titel stand es nach den Vierern ausgeglichen 2,0 : 2,0. Und auch der Nachmittag schien keine Entscheidung bringen zu wollen. Die Führung wechselte mehrfach zwischen dem titelverteidigenden GC Hubbelrath und den Herausforderern des GC St. Leon-Rot. Und je länger der Nachmittag wurde, desto ausgeglichener schien das Gesamtergebnis plötzlich wieder zu werden. Denn über weite Strecken stand es einfach nur 6,0 : 6,0.

Wer sich jedoch gedanklich auf einen langen Abend mit Stechen einrichtete, sollte sich täuschen. Denn plötzlich ging alles ganz schnell. Als erstes Duell war das Match zwischen Florian Schmiedel (GC Hubbelrath) und Christian Schunck (GC St. Leon-Rot) entschieden worden. Der Punkt ging mit 3&2 an die Titelverteidiger des GC Hubbelrath. Beinahe zeitgleich kam das Match zwischen Kenji Nakajima (GC Hubbelrath) und Martin Knötig (GC St. Leon-Rot) zu einem frühen Ende. Dieser Punkt ging mit einem deutlichen 6&4 an die Süddeutschen.

Die Titelaspiranten starteten ihre Runde an diesem Finaltag von Bahn No.10, und nur eine einzige Partie sollte überhaupt bis zur Tribüne am neunten Loch, der letzten zu spielenden Bahn, geführt werden. Dabei lag gerade in eben jener Partie der St. Leon-Roter Alexander Matlari zwei Bahnen vor Schluss noch 2auf. Julian Baumeister (GC Hubbelrath) entschied jedoch die vorletzte Bahn für sich und schnappte Matlari mit einem Eagle am letzten Loch einen wertvollen halben Punkt zum geteilten Match. Währenddessen entschied am achten Loch Niklas Jacobi (GC Hubbelrath) sein Match gegen Steffen Harm (GC St-. Leon-Rot) mit 3&1 für sich. Die darauf folgende Partie zwischen Frederik Strünker (GC Hubbelrath) und Maximilian Philipp Bögel (GC St. Leon-Rot) wurde ebenfalls am achten Grün entschieden. Und auch dieser Punkt ging an die Titelverteidiger vom GC Hubbelrath. Zeitgleich hat auf der benachbarten sechsten Spielbahn der Hubbelrather Marc-Christopher Siebiera sein Match gegen den St. Leon-Roter Christopher Dammert mit 4&3 gewonnen. 

Nachdem der GC Hubbelrath nun also 6,5 Punkte für sich gesichert hatte, wurden die beiden letzten noch offenen Partien beim Stand von jeweils 1auf zugunsten des GC St. Leon-Rot beendet. Der Endstand im Duell um die Meisterschaft lautet 6,5 : 5,5 für den GC Hubbelrath. Der Club aus dem Rheinland ist damit der erste, dem seit der Einführung des Final Four eine Titelverteidigung gelingt. Roland Becker, Coach des GC Hubbelrath, über den Sieg seines Teams: „Ich war heute Mittag schon sehr froh, dass die Vierer mit 2,0 : 2,0 ausgingen, denn da sah es zwischendurch nicht gut für uns aus. Dann sind wir in den Nachmittag nochmals nicht richtig gut gestartet. Da stand es zwischendurch mal 8 : 4 gegen uns, dann 7,5 : 4,5 für uns und dann wieder 7,5 : 4,5 gegen uns. Das war ziemlich krass. Aber als wir die Matches dann im Griff hatten, dachte ich schon, dass das heute etwas werden kann. Den Titel verteidigen zu können, ist jedenfalls ein großartiges Gefühl und wir werden das heute ohne Zweifel feiern!“

Hamburger GC vs. GC Mannheim-Viernheim

Im Kampf um Platz 3 standen sich der Hamburger GC und der GC Mannheim-Viernheim gegenüber. Es war bereits Abend und der Spielstand lag ausgeglichen bei 5,0 : 5,0 - mit lediglich zwei Partien, die noch spielten. Ein Stechen lag zu diesem Zeitpunkt in der Luft, doch es sollte alles ganz anders kommen. 

Das erste der beiden noch offenen Matches wurde von Philipp Westermann (Hamburger GC) und Gunar Petersen (GC Mannheim-Viernheim) bestritten. Westermann führte dieses Duell seit der frühen Phase der Runde und lag 1auf, als die beiden zur 17. Bahn kamen. Dort erhöhte er mit einem starken Birdie-Putt zu einem 2auf und sorgte für den wichtigen sechsten Punkt der Hamburger. Um ein Stechen zu vermeiden, mussten die Norddeutschen in der letzten Partie noch einen halben Punkt holen. Hier spielten Friedrich van der Hamm (GC Mannheim-Viernheim) und Carl Anton Kolloß (Hamburger GC) gegeneinander. Und hier war es van der Hamm, der die Partie seit Rundenbeginn anführte. Kolloß jedoch drehte konzentriert auf und entschied die Bahnen 14, 15 und 16 für sich. Damit gingen die beiden Spieler all square auf die 17. Bahn, einem Par 5. 

DGL Final Four 2016 Herren

Für ein ernsthaftes Mannschaftsbild des GC Hubbelrath hat es nicht gereicht, denn der Hamburger Lukas Kahl löst bereits den Korken. (Foto: DGV/Tiess) | © (Foto: DGV/ Tiess)
Der zweite Platz der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften geht an die Herren des GC St. Leon-Rot. (Foto: DGV/ Tiess) | © (Foto: DGV/ Tiess)
Im Spiel um Platz drei siegt das Team des Hamburger GC knapp gegen den GC Mannheim-Viernheim und sichert sich somit die Bronzemedaille. (Foto: DGV/ Tiess) | © (Foto: DGV/ Tiess)
Frederik Strünker und Ferdinand Weber. (Foto: DGV/ Tiess) | © (Foto: DGV/ Tiess)
Philipp Westermann und Gunar Petersen. (Foto: DGV/ Tiess) | © (Foto: DGV/ Tiess)

Dort gelang Kolloß nach einem mißglückten, links rausgedrückten Abschlag ein großartiger blind gespielter Rettungsschlag auf das Grün - sein Ball landete nur knappe vier Meter vom Loch entfernt. Der Birdie-Putt ging zwar daneben, aber das Par war aus Hamburger Sicht gerettet. Und auch van der Hamm notierte hier ein Par. Der Mannheimer Coach Ted Long, der Friedrich van der Hamm begleitete, sagte daraufhin: „Okay, let’s play another hole!“ 

An der nun folgenden 18. Bahn sollte die Entscheidung fallen. Kolloß schlug seinen Ball an diesem Par-3-Loch dicht an die Fahne - wieder waren es nur wenige Meter, die er sich für einen Birdie-Putt ließ. Anders jedoch van der Hamm. Der schlug seinen Ball an den linken Grünrand und sah sich mit einem langen Putt vom Vorgrün konfrontiert. Van der Hamm puttete seinen Ball gut, aber er fiel nicht. Dann war Kolloß an der Reihe, doch auch er vergab seine Birdie-Chance. Ein Raunen ging durch die versammelte Menschenmenge um das Grün. Dann der entscheidende Schlag. Ein kurzer Putt zum Par, volle Konzentration und eine sichere Ausführung. Den Par-Putt lochte der Hamburger. Er macht die Punkteteilung zwischen sich und van der Hamm - und damit auch den Sieg seines Hamburger GC - dingfest. Die Norddeutschen gewinnen knapp mit 6,5 : 5,5.

Wenn Bronze besser als Silber ist…

Carl Anton Kolloß war sich seiner tragenden Rolle durchaus bewusst. Dennoch nahm er sich der Sache ohne Umschweife an: „Ich war drei down und hatte noch fünf Bahnen zu gehen. Ich wusste, dass ich den Punkt zumindest halbieren muss, damit wir überhaupt eine Chance auf ein Stechen haben. Aber ich war mir auch bewusst, wieviel Arbeit in unsere Vorbereitung und unser Training gegangen ist - und am Ende wollte ich es ehrlich gesagt auch einfach für die Jungs machen.“ 

Mit Blick auf das vermeintlich undankbare Spiel um Platz drei sagte der Hamburger Match-Winner: „Anfangs ist es schwer. Aber andererseits sind gerade die Olympischen Spiele und da sind Sportler bei, die trainieren vier ganze Jahre und gehen mit gar nichts nach Hause, weil sie den vierten Platz belegen. Da haben wir uns gesagt, wir sind zwar enttäuscht, aber wir wollen uns für unsere Arbeit belohnen.“

Ähnlich sieht das auch Roger Brown, der Hamburger Coach: „Um zu wissen, wie man gewinnt, muss man erst einmal wissen, wie man verliert. Und genau darum ging es uns auch, als wir die Jungs auf den heutigen Tag vorbereitet haben. Wir wussten, dass wir uns mit einem Sieg heute gut fühlen würden, auch wenn wir die Meisterschaft damit nicht mehr gewinnen können. Und jetzt ist es ein merkwürdiges Gefühl, denn es fühlt sich beinahe besser an, am Samstag zu verlieren und am Sonntag zu gewinnen, als anders herum. Dazu kommt, dass wir diesen Gedanken an den heutigen Sieg gerne mit in die Zukunft tragen wollen. Als wir letztes Jahr im großen Finale standen und dort dann verloren haben, war es ein vollkommen anderes Gefühl - obwohl wir damals ja sogar auf Platz zwei abgeschnitten haben.“

So geht das Final Four der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi mit packenden und hochklassigen Begegnungen zu Ende. Nur ein Stechen gab es an dem heutigen Saisonabschlusstag ausnahmsweise einmal nicht.