Panorama

Woods, Nicklaus & Co.: Fünf unglaubliche Rekorde – für die Ewigkeit?


8. November 2022 , Felix Grewe


Letzter großer Coup – fast 24 Jahre nach dem ersten: Jack Nicklaus 1986 beim Masters in Augusta.
Letzter großer Coup – fast 24 Jahre nach dem ersten: Jack Nicklaus 1986 beim Masters in Augusta. | © Augusta National/Getty Images

Rekorde werden im Golf immer wieder aufgestellt. Aber einige scheinen Bestmarken für die Ewigkeit zu sein. Fünf ausgewählte Meisterleistungen lesen Sie hier.

Eines vorweg: Verlässliche Prognosen erscheinen in dieser Welt riskanter denn je. Warum sollte das nicht auch für den Golfsport gelten? Alles scheint möglich, nichts ist undenkbar. Und doch haben Superstars wie Tiger Woods, Jack Nicklaus oder Phil Mickelson in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so manche Rekorde aufgestellt, die auch noch in hundert Jahren als Bestmarken bewundert werden könnten. Welche dann sind? Reisen Sie mit uns durch die Geschichte... 

Tiger Woods – die ewige Nummer eins 

Na, wissen Sie es ganz genau? Wie lange war Tiger Woods in seiner famosen Karriere die Nummer eins der Weltrangliste? Es waren – Achtung! – 683 Wochen. So lang stand kein anderer Profi ganz oben. Und es ist kaum denkbar, dass dieser Rekord jemals gebrochen wird. Seine Premiere auf dem Golfer-Thron feierte der Amerikaner im August 1999. Bis September 2004 wurde er 264 Wochen am Stück als Nummer eins geführt. Es folgte eine noch längere Phase der Dominanz zwischen Juni 2005 und Oktober 2010 – nämlich 281 Wochen. 2013 endete seine Zeit als Weltranglistenerster. 

Greg Norman liegt mit 331 Wochen auf dem zweiten Platz der Rekordliste. Nick Faldo brachte es auf 97 Wochen und der Severiano Ballesteros auf 61 Wochen. Ob Woods, der 15 Majors und 82 PGA-Turniere gewann, noch einmal an die Spitze zurückkehren wird? Klingt ähnlich illusorisch wie die Vorstellung, dass jemals ein Profi länger der Beste der Besten sein wird als er.

 

Anfang der 2000er-Jahre war Tiger Woods fast unschlagbar – und stand länger als jeder andere an der Spitze der Weltrangliste.
Anfang der 2000er-Jahre war Tiger Woods fast unschlagbar – und stand länger als jeder andere an der Spitze der Weltrangliste. | © Andy Lyons/Allsport/Getty Images


Phil Mickelson – Dauergast in den Top 50

Nächste Preisfrage: Wie lange hielt sich Phil Mickelson unter den besten 50 Golfprofis der Welt? Die Antwort: Es waren 1.353 Wochen – oder auch 26 Jahre – ohne Unterbrechung! Es war im November 1993, als der damals 23-Jährige bei der Casio World Open Zweiter wurde und zum ersten Mal in die Top 50 einzog. Mickelson kletterte in die Weltspitze, bis auf Position zwei. 2010 lag er nur noch knapp hinter Landsmann Woods, verpasste jedoch den Aufstieg nach ganz oben. Aus den ersten 50 war der sechsfache Major-Champion dennoch lange Zeit nicht wegzudenken. Erst im November 2019 purzelte er aus diesem elitären Kreis heraus. Es erscheint undenkbar, dass einer der heutigen jüngeren Topspieler jemals über eine so lange Dauer so konstant wird agieren können. Rory McIlroy etwa könnte den Rekord von Mickelson in etwas mehr als 13 Jahren einstellen. Ob er so lange spielen wird? 

Lydia Ko – so jung und so viele Siege

Erinnern Sie sich an den spektakulären Aufstieg des „Wunderkindes“ Lydia Ko? Sie war gerade einmal 15 Jahre, vier Monate und zwei Tage alt, als sie ihr erstes Turnier auf der LPGA Tour gewann und damit (natürlich) einen Rekord aufstellte. Anfang desselben Jahres, 2012, hatte die in Korea geborene Neuseeländerin die New South Wales Open gewonnen und war damit im Alter von 14 Jahren die jüngste Gewinnerin eines Profigolf-Turniers. 2015 wurde sie die jüngste Nummer eins der Geschichte – auch kein Mann war jemals jünger als Weltranglistenerster. Keine Überraschung: Ko wurde später auch zur jüngsten Major-Siegerin. Und: Sie schaffte es, vor ihrem 19 Geburtstag zehn Siege auf der LPGA Tour errungen zu haben. Wahnsinn! 

 

Ein echtes Wunderkind! Lydia Ko gewann bereits mit 14 Jahren ihren ersten Profititel.
Ein echtes Wunderkind! Lydia Ko gewann bereits mit 14 Jahren ihren ersten Profititel. | © Harry How/Getty Images


Jack Nicklaus – Major-Bestmarken

Wann gewann Jack Nicklaus seinen ersten Major-Titel? Genau, 1962 bei der US Open. Damals war der Amerikaner gerade einmal 22 Jahre alt. Und sein letzter großer Coup? Richtig, den feierte er beim Masters in Augusta 1986 – also fast 24 Jahre später. Es war ein legendärer Schlussspurt, mit dem Nicklaus damals in Augusta auf den letzten Bahnen alle Kontrahenten, zum Beispiel Seve Ballesteros oder Bernhard Langer, doch noch überholte, obwohl er doch schon aussichtslos mit sechs Schlägen hinter der Spitze gelegen hatte. Bemerkenswert aber auch: Eine größere Zeitspanne zwischen erstem und zweiten Major-Triumph hat es in der Golf-Geschichte bisher nicht gegeben. Allerdings: Sollte Tiger Woods noch einen Major-Titel gewinnen, würde er Nicklaus‘ Bestmarke einstellen, denn Woods gewann 1997 in Augusta seinen ersten großen Titel. Nur: Wer glaubt daran...? Ach so: Die 18 Majorsiege von Nicklaus sind – weiß ja jeder... – natürlich auch ein Rekord. Ob der jemals fallen wird? Schwer vorstellbar... 

Tiger Woods zum Zweiten – eine unglaubliche Cut-Serie

Man kommt halt nicht an ihm vorbei. Deshalb noch einmal zurück zu Tiger Woods. Dessen Serie geschaffter Cuts ist nämlich nicht nur beeindruckend lang, sondern vielleicht auch eine der Bestmarken, die nie gebrochen werden. Sieben Jahre in Folge schaffte der Amerikaner bei 142 Turnieren am Stück stets die Qualifikation für die Finalrunden am Wochenende. 1998 bei der Buick Invitational begann der Traumlauf des späteren Superstars, der erst am 13. Mai 2005, bei der Byron Nelson Championship, endete. Woods‘ Super-Serie belegt: Konstanz ist die wichtigste Stärke der erfolgreichsten Athleten. Nicklaus schaffte übrigens 105 Cuts in Folge.