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EGA-Vorgabensystem Erläuterung  
3.0 Einführung  
3.1 Rechte und Pflichten des DGV    
3.1.1 Das DGV-Vorgabensystem ist als Verbandsordnung Bestandteil der Satzung des DGV. Dem DGV obliegt aufgrund dessen die Anwendung und Auslegung des DGV-Vorgabensystems, soweit nicht nachfolgend allgemein oder aufgrund einer Ermächtigung im Einzelfall Zuständigkeiten auf andere Beteiligte durch den DGV übertragen sind.




   
3.1.2 Der DGV darf nicht von den Bestimmungen des EGA-Vorgabenystems abweichen, sofern dies nicht durch das EGA-Vorgabenystem gestattet ist.












   
3.1.3 Der DGV beruft einen Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss, der die ordnungsgemäße Anwendung des EGA-Vorgabensystems sicherstellen soll. Er entscheidet endgültig über alle ihm zur Entscheidung vorgelegten oder von ihm aufgegriffenen Fragen bzw. Streitigkeiten, soweit sie das EGA-Vorgabensystem betreffen. .    
3.2 Rechte und Pflichten der LGV    
3.2.1 Landesgolfverbände stellen die Anwendung des EGA-Vorgabensystems innerhalb ihres Verbandsgebiets insoweit sicher, als ihnen diese Aufgabe durch das EGA-Vorgabensystem allgemein (gemäß 3.1.4) oder durch den DGV im Einzelfall übertragen wird. Nicht nur der DGV kümmert sich um die Einhaltung des Vorgabensystems. Auch die Landesgolfverbände unterstützen die Golfclubs in ausgewählten und in Ziffer 3.2.1 genannten Bereichen bei der Anwendung der Regularien.  
3.2.2 Um die Anwendung des EGA-Vorgabensystems sicherzustellen, haben die Landesgolfverbände das Recht, von ihren Mitgliedern alle notwendigen Informationen zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Vorgabenverwaltung, der einwandfreien Ausrichtung vorgabenwirksamer Wettspiele und der Handhabung von Extra-Day-Scores zu erhalten sowie Korrekturen zu veranlassen.
Von Sachverhalten, die einen Verstoß gegen die Bestimmungen des EGA-Vorgabensystems bedeuten können, setzen die Landesgolfverbände den DGV in Kenntnis, dessen Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss letztverbindlich entscheidet.

Die Landesgolfverbände sind in ihrem Verbandsgebiet dafür zuständig zu überprüfen, ob auf den von den Mitgliedern zum vorgabenwirksamen Spiel genutzten Golfplätzen vorgabenwirksame Spielbedingungen bestehen. Es handelt sich hierbei insbesondere um Feststellungen in Zusammenhang mit der Kennzeichnung des Platzes entsprechend der Golfregeln, den Platzregeln und den weiteren notwendigen Platzbedingungen für vorgabenwirksames Spiel nach dem EGA-Vorgabensystem. Landesgolfverbände überprüfen aus eigenem Entschluss oder im Auftrag des DGV. Fehlt danach eine Voraussetzung für vorgabenwirksames Spiel, teilt der LGV dies dem Mitglied unter Hinweis auf die Konsequenzen mit und setzt den DGV in Kenntnis.
   
3.2.3 Jeder Landesgolfverband setzt einen Ausschuss (Vorgabenausschuss) ein, der die Aufgabe hat, die aus dem EGA-Vorgabensystem folgenden Verpflichtungen der Mitglieder zu überprüfen, soweit dem LGV diese Überprüfungsaufgaben zugewiesen werden.

   
3.3 Rechte und Pflichten des DGV-Mitglieds    
3.3.1 Ausschließlich DGV-Mitglieder sind, neben dem DGV und den LGV, berechtigt, die sich aus dem EGA-Vorgabensystem ergebenden Rechte auszuüben, soweit in diesen Bestimmungen nichts anderes geregelt ist. Das DGV-Mitglied ist Vorgabeninstanz.

Als Vorgabeninstanz führt es alle EGA-Vorgaben der spielberechtigten Mitglieder bzw. aufgrund Vertrages angeschlossener Personen, deren Heimatclub es ist.

Nur spielberechtigten Mitgliedern bzw. aufgrund Vertrages angeschlossenen Personen, deren Mitgliedschaft bzw. Spielrecht auf mindestens zwölf Monate angelegt ist und die Golfamateure im Sinne des DGV-Amateurstatuts sind, wird eine EGA-Vorgabe geführt.






DGV-Mitglieder sind die Golfclubs und Golfanlagen und nicht etwa die Spieler, wie vereinzelt falsch angenommen wird.

Nur so lange eine Mitgliedschaft oder ein Spielrecht bei einem DGV-Mitglied besteht, kann ein Spieler in Deutschland eine EGA-Vorgabe haben.

Zudem muss das DGV-Mitglied der Heimatclub des Spielers sein, damit er diesem eine Vorgabe bestätigen kann. Es ist nicht möglich, dass ein Spieler für 14 Tage im Urlaub in einem Golfclub Mitglied wird und dort nur für diese Zeit seine Vorgabe führen lässt.





 
3.3.2 Das DGV-Mitglied gewährleistet die ordnungsgemäße Anwendung des EGA-Vorgabensystems.

Bei Verstößen des DGV-Mitglieds gegen das EGA-Vorgabensystem kann der Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV bzw. das Präsidium des DGV Sanktionen gemäß § 27 DGV-Satzung verhängen (vgl. auch Ziffer 3.1).

Einzelheiten des zu beachtenden Verfahrens regelt die Rechts- und Verfahrensordnung (RVfO) des DGV.
Spielleitungen und Vorgabenausschüsse haben zwar einen gewissen Ermessensspielraum, müssen sich mit ihren Entscheidungen aber stets im Rahmen des DGV-Vorgabensystems bewegen.  
3.3.3 Das DGV-Mitglied darf Teilnahmebeschränkungen für die Meldung zu Wettspielen erlassen, zu denen eine EGA-Vorgabe erforderlich ist. Diese können allgemein oder für ein einzelnes Wettspiel in Kraft gesetzt werden.


   
3.4 Rechte und Pflichten des Vorgabenausschusses    
Die folgenden Rechte und Verpflichtungen kann der Vorgabenausschuss auch an Spielleitung bzw. Sekretariat übertragen, trägt aber dennoch die Verantwortung.

3.4.1 Der Vorgabenausschuss stellt sicher, dass der Name eines Spielers vor Antritt zu jedem vorgabenwirksamen Wettspiel bzw. vor einem Extra-Day-Score (EDS) erfasst wird, sodass gewährleistet ist, dass das erzielte Ergebnis bei der Vorgabenverwaltung berücksichtigt wird.

Der Vorgabenausschuss hat, soweit zumutbar, dafür zu sorgen, dass alle vorgabenwirksamen Ergebnisse (inkl. „No Return“) der spielberechtigten Mitglieder bzw. Spielberechtigten für die das DGV-Mitglied Heimatclub ist, zu seiner Kenntnis gelangen.

Hierzu stellt er, soweit möglich, den Rücklauf ausgegebener Zählkarten und/oder den Erhalt von Ergebnislisten sicher, die die zur Vorgabenverwaltung notwendigen Informationen enthalten.
Diese Arbeit wird auf der Golfanlage von der Clubverwaltungssoftware verschiedener Softwareanbieter erledigt, die die Wettspiele auswertet und über das DGV-Intranet die Ergebnisse ggf. mit den Heimatclubs der auswärtigen Spieler austauscht.  
3.4.2 reserviert    
3.4.3 Der Vorgabenausschuss errechnet stets unverzüglich nach Kenntnisnahme eines vorgabenwirksamen Ergebnisses die EGA-Vorgabe für den betroffenen Spieler und sorgt für eine geordnete Aufzeichnung der EGA-Vorgabe in einem Vorgabenstammblatt.

Um den jederzeitigen Nachweis der EGA-Vorgabe zu ermöglichen, macht der Vorgabenausschuss des Heimatclubs die EGA-Vorgaben seiner Mitglieder zugänglich (Bsp. Aushang, Internet, Liste im Sekretariat, etc.).
Hier muss die Aufmerksamkeit auf das Wort „vorgabenwirksam" gelenkt werden. Nur solche Ergebnisse, aber nicht etwa auch nicht vorgabenwirksame Ergebnisse darf der Vorgabenausschuss zur sofortigen Vorgabenveränderung berücksichtigen. Der Vorgabenausschuss kann jedoch nicht vorgabenwirksame Ergebnisse sammeln und ist berechtigt und verpflichtet, dem Spieler die Vorgabe neu zu berechnen, wenn eine Reihe beanstandungsfreier nicht vorgabenwirksamer Ergebnisse eine abweichende Spielstärke dokumentiert. (Siehe Ziffer 3.15 und 3.16 EGA-VS)

Aus diesem Grund werden auch nicht vorgabenwirksame Ergebnisse in die Vorgabenstammblättern der Spieler übertragen, so dass der Vorgabenauschuss auch mehrere solcher Ergebnisse bei einer Überprüfung berücksichtigen kann.
 
3.5 Rechte und Pflichten des Spielers    
3.5.1 Der Spieler darf nur eine EGA-Vorgabe/EGA-Handicap haben, die ausschließlich von seinem Heimatclub geführt wird. Diese EGA-Vorgabe gilt auch für auswärtige Spiele im In- und Ausland.






Ein Spieler hat deshalb nur eine einzige Vorgabe zur gleichen Zeit, da er nur einen einzigen Heimatclub haben kann. Ohne Heimatclub oder ohne Spielrecht (z. B. nur als passives Mitglied oder bloßer Greenfee-Spieler) hat er keine Vorgabe.

s. hierzu auch Erklärung "Heimatclub", Heimatclub







 
3.5.2 Der Spieler erklärt, sofern er spielberechtigtes Mitglied mehrerer DGV-Mitglieder (oder gleichzeitig Mitglied eines ausländischen Golfclubs) ist, ein DGV-Mitglied oder einen ausländischen Golfclub zum Heimatclub und teilt diese Entscheidung diesem DGV-Mitglied und den anderen DGV-Mitgliedern/ausländischen Golfclubs mit. Der Mitteilungsnachweis obliegt dem Spieler.


Merke: Unabhängig von dem Wechsel des Heimatclubs nach den Regelungen des Vorgabensystems ist es bei Golfspielern, die für eine Mannschaft ihrer Golfanlage an Verbandswettspielen teilnehmen wichtig, dass der rechtzeitige Wechsel des Heimatclubs dokumentiert wird, da das Spielrecht für die Mannschaft regelmäßig davon abhängt, dass der Wechsel vor dem 1. Januar des betreffenden Jahres erfolgt ist.




 
3.5.3 Der Spieler wechselt seinen Heimatclub durch vorherige Mitteilung an die betroffenen DGV-Mitglieder/ausländischen Golfclubs bzw. bei Ende der Mitgliedschaft/des Spielrechts im bisherigen Heimatclub.

Der Wechsel kann nur zum Jahresende erfolgen, es sei denn, die Mitgliedschaft in dem bisherigen Golfclub endet unterjährig oder die beiden betroffenen Golfclubs stimmen dem unterjährigen Wechsel zu. Der Mitteilungsnachweis obliegt dem Spieler.

Tritt ein Spieler einem weiteren DGV-Mitglied bei, bleibt der aktuelle Heimatclub bis zur Erklärung des Gegenteils der Heimatclub des Spielers. Tritt ein Spieler aus einem oder mehreren DGV-Mitgliedern aus und ist anschließend nur noch spielberechtigtes Mitglied eines DGV-Mitglieds, so wird mit Ende der anderen Mitgliedschaften das verbleibende DGV-Mitglied automatisch sein Heimatclub. Der Spieler ist auch in diesem Fall verpflichtet, seinen neuen Heimatclub darüber zu informieren.




   
3.6 Vorgabenwirksame Ergebnisse (Qualifying Scores)    
3.6.1 Ergebnisse sind nur vorgabenwirksam und werden zur Vorgabenverwaltung herangezogen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

a. Das Ergebnis muss in einer Runde erzielt werden, die nach Golfregeln (einschließlich zulässiger Platzregeln) und unter vorgabenwirksamen Bedingungen gespielt wurde.

b. Das Ergebnis muss im Inland von Zählspielabschlägen erzielt werden, für die dem nutzungsberechtigten DGV-Mitglied durch den DGV ein Course-Rating/Slope-Rating wirksam zugeteilt ist; oder das Ergebnis muss im Ausland von Abschlägen erzielt worden sein, denen vom dortigen Nationalverband entweder ein Course-Rating/Slope-Rating wirksam zugeteilt bzw. für die ein „Standard“ festgesetzt ist.


Üblicherweise werden alle Ergebnisse eines vorgabenwirksamen Wettspiels vorgabenwirksam sein. Die Sonderfälle finden sich in Ziffer 3.6.3.

Ungünstige Witterungsbedingungen und frisch duchgeführte Platzpflegemaßnahmen ändern nichts an der Vorgabenwirksamkeit eines Wettspiels. Wird ein vorgabenwirksames Wettspiel zu Ende gespielt und nicht etwas mit der Funktion "Turnierabbruch" annulliert (= keine Siegerehrung), so sind die darin erspielten Ergebnisse auch alle vorgabenwirksam.
 
c. Das Ergebnis muss über eine festgesetzte Runde von 18 Löchern oder, bei Spielern mit einer Vorgabe der EGA-Vorgabenklassen 2 bis 6, auch über neun Löcher erzielt werden.

Ein Ergebnis über neun Löcher darf nicht aus einer Runde stammen, die über 18 Löcher ausgeschrieben ist.

Dieselben neun Löcher dürfen nur einmal pro Tag innerhalb eines Neun-Löcher-Wettspiels gespielt werden.

Anmerkung: Regel 7-1 b der Golfregeln verbietet das Üben vor der Runde auf dem Wettspielplatz

Ein Spieler darf an einem Tag nur ein vorgabenwirksames EDS-Ergebnis über neun Löcher erspielen.

d. Das Ergebnis muss in einem Wettspiel eines DGV-Mitglieds, eines LGV oder des DGV oder durch vom DGV autorisierte Dritte erzielt werden.

e. Die Runde wird als Extra-Day-Score (siehe Ziffer 3.8) erzielt.

   
f. Das Ergebnis wird im Ausland erzielt, bei einem Wettspiel eines Mitglieds des dortigen nationalen Verbandes, bei einem regionalen Verband, dem dortigen Nationalverband oder einem autorisierten Dritten.

g. Das Ergebnis wird in Stableford-Nettopunkte umgerechnet.

h. Die Spielbedingungen werden wie folgt definiert:
„Gespielt wird nach den Offiziellen Golfregeln (einschließlich Amateurstatut) des Deutschen Golf Verbandes e. V. Das Wettspiel wird nach dem EGA-Vorgabensystem ausgerichtet."

Die Spielleitung hat den Ort für die Einsichtnahme in die genannten Verbandsordnungen in der Ausschreibung zu nennen.

i. Die in der Spielleitung tätigen Personen (mindestens drei) werden vor dem ersten Start namentlich bekannt gegeben.





Zu h. Steht in einer Ausschreibung, dass das Wettspiel nach dem EGA-Vorgabensystem ausgerichtet wird, so ist es vorgabenwirksam. Fehlt dagegen dieser Passus, ist das Wettspiel nicht vorgabenwirksam.

Ein Vermerk in der Ausschreibung "nicht vorgabenwirksam" widerspricht somit der Formulierung, dass nach dem EGA-Vorgabensystem gespielt wird.
 
3.7 reserviert    







   



   


   
3.8 Extra Day Scores (EDS)    
3.8.1 Ein Extra-Day-Score (EDS) ist ein vorgabenwirksames Stableford-Nettoergebnis über neun oder 18 Löcher auf dem Platz eines DGV-Mitglieds, das unter vorgabenwirksamen Bedingungen nach Ziffer 3.6.1 und Ziffer 3.8 erzielt worden ist.





EDS-Runden geben Golfspielern die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen auch außerhalb eines Wettspiels vorgabenwirksam zu spielen.

Hierzu müssen der Spieler und das DGV-Mitglied die Bedingungen aus den Ziffern 3.8.2 bis 3.8.8 erfüllen.

EDS-Runden führen oft zu überdurchschnittlich guten Ergebnissen, was ihnen den Ruf eingebracht hat, es würde dabei gelegentlich nicht mit rechten Dingen zugehen. Allerdings weiß jeder, dass unehrliche Spieler im Zweifel auch in einem Wettspiel ihr Ergebnis manipulieren würden. Eine EDS-Runde vereinfacht in mancher Hinsicht völlig regelkonform das Spiel dadurch, dass,

a) kein Wettspielstress existiert, der gerade für Anfänger störend ist,

b) der Zeitpunkt des Spiels vom Spieler bestimmt wird und nicht vom Wettspielkalender des Golfplatzes,

c) selten eine EDS-Runde bei schlechtem Wetter begonnen wird und

d) dass der Zähler keine missgünstige Stimmung verbreitet, da er vom Spieler ausgesucht wurde.


 
3.8.2 Jeder Spieler der Vorgabenklassen 2-6 muss die Möglichkeit haben, EDS-Runden zu spielen.
   
3.8.3 Eine EDS-Runde kann nur auf einem Platz eines DGV-Mitglieds gespielt werden, für den ein gültiges Course Rating besteht.

Der Zähler des Spielers muss eine EGA-Vorgabe haben.

Darüber hinausgehende Beschränkungen obliegen dem DGV-Mitglied (z. B: „Für Spieler der Vorgabenklassen 2 – 5 muss der Zähler mindestens eine EGA-Vorgabe von -36,0 oder besser haben“).

Im Rahmen eines nicht vorgabenwirksamen Wettspiels kann keine EDS-Runde gespielt werden.

Ein Spieler darf täglich nur eine EDS-Runde über neun Löcher spielen.
Natürlich soll dies nun im Umkehrschluss nicht heißen, dass Spieler mit Clubvorgaben mangelnde mathematische Fähigkeiten haben. Es wird aber angenommen, dass erst mit dem Erreichen einer Stammvorgabe ein Mindestmaß an Spielerfahrung und Regelkenntnis vorhanden ist, das einem ermöglicht, auftretende Regelfragen mit dem Spieler zu klären. Immerhin ist ja in der EDS-Runde nur selten ein dritter Spieler anwesend und auch die Spielleitung wird nicht immer so leicht verfügbar sein wie in einem Wettspiel.

Ein Pro, für den keine Vorgabe geführt werden darf, darf kein Zähler in einer EDS-Runde sein. Es ist Aufgabe eines Pros, seinen Schülern einen Rat zu geben und den Schwung zu korrigieren. Dies ist in einer nach den Golfregeln zu spielenden Runde (Wettspiel oder EDS) nicht zulässig, da der Spieler ständig billigen würde, dass ihm Belehrung unter Verstoß gegen Regel 8-1 erteilt wird. Ist ein Pro aber durch die Golfregeln daran gehindert, seine eigentliche Aufgabe wahrzunehmen, so stellt sich die Frage, ob man ihn diesem Interessenkonflikt aussetzen sollte, dass er seinem Schüler keinen Rat geben dürfte, auch wenn dieser offensichtlich einen Fehler macht.
 
3.9 EGA-Spielvorgabe    
3.9.1 Die EGA-Spielvorgabe gibt die Zahl der Vorgabenschläge an, die ein Spieler mit EGA-Vorgabe vom jeweiligen Zählspielabschlag des zu spielenden Platzes erhält.



Glücklicherweise muss niemand diese Formel im Kopf verwenden, da es dabei auf etliche Nachkommastellen ankommt. Sowohl die Spielvorgabentabelle im Golfclub wie auch die Clubverwaltungssoftware beim Ausdrucken der Zählkarten nehmen dem Spieler diese Rechenarbeit ab.

 
3.9.2 Ein Spieler mit einer „Plus“-EGA-Spielvorgabe gewährt Schläge gegenüber dem Platz, beginnend mit dem Loch mit Vorgabenverteilung 18.





   
3.9.3 Die EGA-Spielvorgabe eines Spielers wird durch Umrechnung seiner EGA-Vorgabe in die EGA-Spielvorgabe gemäß folgender Formel ermittelt:


EGA-Vorgabe x (Slope / 113) – CR-Wert + Par = EGA-Spielvorgabe


Hinweis: Bei Anwendung der Formel ist eine EGA-Vorgabe im „Plus“-Bereich mit einem „+“ zu versehen, alle anderen EGA-Vorgaben sind mit einem „–“ zu bezeichnen.

Die EGA-Spielvorgabe wird als ganze Zahl ausgedrückt, ab Dezimalzahl 5 aufgerundet (z. B. wird +0,5 zu 0 gerundet, +1,5 zu +1 und 0,5 zu 1 etc.).

Spielvorgaben von Spielern der Vorgabenklasse 6 werden durch Addition des Anpassungskoeffizienten Klasse 6 ermittelt.

Anpassungskoeffizient Klasse 6: (-36 * Slope/113 – CR + Par) - (-36)

Spielvorgabe = (EGA-Vorgabe Klasse 6) + Anpassungskoeffizient Klasse 6


An der Formel lässt sich aber gut das WARUM erklären. Eine Stammvorgabe ist rechnerisch für einen Platz mit einem Slope 113 definiert. Ein evtl. „WARUM" bezüglich der 113 soll hier einmal unberücksichtigt bleiben, die „113" ist als Konstante anzunehmen.
Indem der Slope des zu spielenden Platzes durch 113 dividiert wird und mit der Vorgabe multipliziert wird, verändert sich die Vorgabe um die prozentuale Differenz zwischen 113 und dem zu spielenden Slope.

Beispiel: Aus einer Vorgabe -20,0 wird bei einem Slope 124 ungefähr -22,0. 124 ist annähernd 10 % mehr als 113 und diese Differenz drückt sich im Verhältnis von 20 zu 22 auch aus. Die „geslopte" Zahl wird dann noch um die Differenz zwischen dem CR-Wert und Par korrigiert (siehe Formel „- CR + Par"), damit die von verschiedenen Abschlägen erspielten Ergebnisse miteinander verglichen werden können.

Ohne Verwendung des richtigen Vorzeichens führt die Formel beim nächsten Schritt zu einem falschen Ergebnis:

Haben sowohl eine Dame als auch ein Herr eine Vorgabe -20,0 und die zu spielenden Abschläge haben zufällig für beide
einen Slope 124, so entscheidet nun die Differenz zwischen Course Rating Wert und Par über die Spielvorgabe:

Der Beispielplatz hat von beiden Abschlägen ein Par 70.
Für Herren auf den gelben Abschlägen beträgt der Course Rating Wert 69,0 und für Damen von den roten Abschlägen 72,0.

Der gerade für beide Spieler ermittelte Zwischenwert „-22" wird jetzt um die Differenz von CR zu Par erweitert:
Herren: -22 - 69 + 70 = Spielvorgabe -21
Damen: -22 - 72 + 70 = Spielvorgabe -24

Jetzt sind die Nettoergebnisse vergleichbar, da in der Spielvorgabe sowohl der Slope wie auch der Course Rating Wert und das (ggf. abweichende) Par berücksichtigt wurden.

 
3.10 Vorgabenberechnung nach Stableford    
3.10.1 Um eine EGA-Vorgabe zu errechnen, müssen alle vorgabenwirksamen Ergebnisse unter Berücksichtigung der vollen EGA-Spielvorgabe bzw. Club-Spielvorgabe (bei Wettspielen über neun Löcher unter Berücksichtigung von Ziffer 3.9.4) in Stableford-Nettopunkte umgerechnet werden.


Die Umrechnung der Wettspielergebnisse in Stablefordpunkte sorgt dafür, dass einzelne „Katastrophenlöcher" nicht das Bild des theoretischen Spielpotentials eines Spielers trüben. Spielt ein Spieler z.B. 17 Bogeys und verliert er auf der Bahn 18 durch einen dummen Zufall drei Bälle, so sind die 17 ersten Löcher ein besserer Hinweis auf sein Spielpotential als das 18. Loch. Im Stableford erhält er für die Bahn 18 dann keine Punkte, während er im Zählspiel sechs zusätzliche Schläge notieren muss.

 
3.10.2 Für die Vorgabenberechnung werden Stableford-Nettopunkte an jedem Loch im Verhältnis zum Par wie folgt vergeben:

Nettoergebnis
Schläge nach Anrechnung der Vorgabenschläge an einem Loch
Punkt(e)
Mehr als ein Schlag über Par oder kein Ergebnis eingetragen 0
Ein Schlag über Par1
Par2
Ein Schlag unter Par3
Zwei Schläge unter Par4
Drei Schläge unter Par5
usw.usw.


Dennoch kann und sollte gerade in den Vorgabenklassen 1 - 3 in mindestens 50% der Wettspiele Zählspiel gespielt werden, da es umsichtiges und taktisches Spiel fördert, was gerade in Ligaspielen verlangt wird und dann von „Stableford-Golfern" nicht erbracht werden kann.

S. hierzu Regel 32-1b.
 
3.10.3 Bei vorgabenwirksamen Wettspielen über neun Löcher müssen 18 Stableford-Nettopunkte zu dem erspielten Ergebnis hinzugezählt werden, um ein vorgabenwirksames Ergebnis zu erhalten. Ergebnisse über neun Löcher müssen im Vorgabenstammblatt als solche gekennzeichnet sein.    
3.11 Erstmaliges Erlangen einer EAG-Vorgabe    
3.11.1 Eine EGA-Vorgabe darf nur von ordentlichen DGV-Mitgliedern geführt werden. Diese DGV-Mitglieder dürfen EGA-Vorgaben nur für Spieler führen, die Amateure im Sinne des DGV-Amateurstatuts sind. Außerdem müssen es spielberechtigte Mitglieder mit einer auf mindestens zwölf Monate angelegten Mitgliedschaft sein und dieses DGV-Mitglied als Heimatclub haben. Ebenso wenig ist es möglich, sich im Urlaub (Ausland oder Inland) von einem Gastclub oder einem Pro eine Vorgabe bestätigen zu lassen, die dann der Heimatclub übernehmen soll. Außerhalb des Heimatclubs führt nur ein Ergebnis in einem vorgabenwirksamen Wettspiel zu einer Veränderung der Vorgabe.
Eine Vorgabe ist nicht Eigentum des Spielers, sie ist eine statistische Größe, die von seinem Heimatclub auf seine Bruttoergebnisse angewandt wird. Demnach hat der Spieler weder ein Recht auf eine bestimmte Vorgabe, noch behält er sie bei Ende seiner Mitgliedschaft oder seines Spielrechts.

Auch passive Spieler (ruhende Mitgliedschaft, Fördermitglied u. ä.) haben keine Vorgaben, da nur Spielern mit einem Spielrecht eine Vorgabe geführt werden darf. Andere Spieler haben weder Bedarf dafür, noch kann man ihnen ein Spielpotential bestätigen, ohne dass sie spielen.

Wichtig: Viele Spieler glauben, man müsse auf jeden Fall einmal mit -54 anfangen. Die erste Vorgabe richtet sich jedoch immer nach der erspielten Leistung.
 
3.11.2 Die höchste EGA-Vorgabe ist für Damen und Herren 54. Eine EGA-Vorgabe kann in eine EGA-Spielvorgabe umgerechnet werden, die diese Zahl übersteigt.
Eine Vorgabe 54 ist seit 2016 bereits eine internationale Vorgabe und keine Clubvorgabe mehr. Deshalb muss die Vorgabe 54 neuerdings auch in einer Runde erspielt werden und wird nicht automatisch mit der Platzreife vergeben.

Die erste Vorgabe kann sowohl in der Platzreiferunde, in einer EDS-Runde oder in einem Turnier erspielt werden.
 
3.11.3 Ein Spieler erhält mit dem Erlangen der Platzreife oder Platzerlaubnis zunächst den Eintrag „PR“ im Vorgabenstammblatt. Solange er keine Vorgabe 54 oder besser in einem vorgabenwirksamen Wettspiel oder einer EDS-Runde erspielt, behält der Spieler den Eintrag „PR“.

Kinder erhalten mit erfolgreichem Absolvieren des DGV-Kindergolfabzeichens in Gold einen Eintrag „PR“, falls sie nicht bereits eine Vorgabe 54 erspielen.

Eine erste EGA-Vorgabe von 54 oder besser erhält der Spieler, sobald er in ein vorgabenwirksames Ergebnis von 36 Stableford-Nettopunkten oder besser erzielt. Er startet hierbei mit einer Spielvorgabe, die sich aus der Anrechnung einer EGA-Vorgabe 54 für den betreffenden Platz ergibt. Diese erste Vorgabe kann vom Vorgabenausschuss nach Ziffer 3.16 angepasst werden, wenn besondere Umstände dies notwendig erscheinen lassen.
Die erste EGA-Vorgabe wird auf Basis des eingereichten Stableford-Nettoergebnisses wie folgt berechnet:

Erste Vorgabe = 54 - [(Stableford-Nettopunkte –36)]

Beispiele:
1. Ein Spieler erzielt 32 Stableford-Nettopunkte. Erste EGA-Vorgabe verfehlt.
2. Ein Spieler erzielt 36 Stableford-Nettopunkte. Erste EGA-Vorgabe ist 54.
3. Ein Spieler erzielt 40 Stableford-Nettopunkte. Erste EGA-Vorgabe ist 50.
   
3.12 Änderungen von EGA-Vorgaben    
3.12.1 EGA-Vorgaben werden in sechs Vorgabenklassen (EGA-Vorgabenklassen 1 bis 6) geführt.


Es liegt nicht im Ermessen des Spielers oder des Vorgabenausschusses, ein vorgabenwirksames Ergebnis zu werten oder nicht. Eine Vorgabe kann nur dann möglichst genau das Spielpotential eines Spielers ausdrücken, wenn seine Ergebnisse nicht vorselektiert erfasst werden.  
3.12.2 Vorgabenwirksame Ergebnisse werden in Stableford-Nettopunkten in chronologischer Reihenfolge registriert.    
3.12.3 In einem Vorgabenstammblatt (Muster in Anhang A) müssen mindestens folgende Daten geführt werden:

- Das Datum des Wettspiels/EDS;
- Name des Wettspiels/Kennzeichnung als EDS
- Runde (1 oder 2 oder 3 bei Mehrrundenwettspielen)
- Name der Golfanlage;
- sowie weitere Daten wie den CR-Wert, den Slope, das Par,
- Spiel/Anzahl Löcher (Stb/Zählspiel) ggf. 3.15 /3.16
- Brutto-Ergebnis (Stb/Zählspiel)
- Stableford-Nettopunktzahl;
- die neue Vorgabe.
   
3.13 Verlust und Sperrung von EGA-Vorgaben    
3.13.1 Der DGV oder der Heimatclub eines Spielers kann die EGA-Vorgabe eines Spiers sperren oder diesen verwarnen, wenn dieser fahrlässig oder vorsätzlich gegen seine Pflichten aus dem EGA-Vorgabensystem verstößt.

Hinweis: Kann ein Regelverstoß des Spielers als ein Versuch angesehen werden, das Ergebnis der Runde zu manipulieren, so ist dies ein Verstoß gegen die Pflichten des Spielers nach Ziffer 3.5 und kann zu einer Sanktion nach Ziffer 3.13 führen.

Die Sperre erfolgt befristet. Die Dauer der Sperre richtet sich insbesondere nach der Schwere des Verstoßes, dessen Auswirkungen und dem Verhalten des Spielers nach erfolgtem Verstoß. Daneben sind die Auswirkungen der Sperre auf die sportliche Zukunft des Spielers zu berücksichtigen. Nur in besonders schweren Fällen kann eine Vorgabensperre von mehr als einem Jahr ausgesprochen werden. Zuständig für die Verhängung der Sperre bzw. einer Verwarnung ist der Heimatclub des Spielers, der auf Vorschlag seines Vorgabenausschusses entscheidet.

Gilt es als erwiesen, dass ein Spieler es versäumt hat, auswärtige vorgabenwirksame Ergebnisse seinem Heimatclub zu melden, so kann der Vorgabenausschuss seines Heimatclubs die Vorgabe des Spielers für einen Zeitraum sperren, der dazu ausreicht, die fehlenden Informationen zu erlangen und die Vorgabe neu zu berechnen.
Kurz gesagt: Ohne Mitgliedschaft, Spielrecht und Amateurstatus gibt es keine Vorgabe.

Die Aberkennung einer Vorgabe ist selten und kann nicht als Strafe für Verstöße verhängt werden, die nichts mit dem Vorgabensystem zu tun haben. Ein Verstoß gegen die Golfregeln oder gegen die Clubsatzung muss andere Konsequenzen haben, wenn der Golfclub es für nötig hält.

Für eine so gravierende Sanktion wie die Aberkennung einer Vorgabe gibt es Berufungsmöglichkeiten beim zuständigen LGV oder beim DGV. Um den Spieler zu schützen, hat ein Einspruch aufschiebende Wirkung, d. h., dass die Sperre der Vorgabe nicht sofort in Kraft tritt, wenn der Spieler dagegen beim LGV- oder DGV-Vorgabenausschuss Einspruch einlegt.
 
3.13.3 Der Spieler erhält vor Verhängung der Sperre oder vor der Verwarnung durch den Heimatclub Gelegenheit zur Stellungnahme. Er wird von der Sperre bzw. Verwarnung unter Darlegung der Gründe benachrichtigt.

Die Entscheidung des Heimatclubs unterliegt der Überprüfung durch den Vorgabenausschuss des zuständigen LGV, dessen Entscheidung wiederum der Überprüfung durch den Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV unterliegt.

Der jeweilige Antrag des Spielers bzw. des DGV-Mitglieds auf Überprüfung muss innerhalb einer Ausschlussfrist von sieben Tagen nach Kenntnis von der Entscheidung des DGV-Mitglieds bzw. LGV schriftlich beim Vorgabenausschuss des LGV bzw. DGV eingegangen sein.

Auf das Recht zur Überprüfung muss der Spieler bzw. das DGV-Mitglied hingewiesen werden. Für das Überprüfungsverfahren des DGV gilt die Rechts- und Verfahrensordnung (RVfO) des DGV. Die Überprüfung hat aufschiebende Wirkung.
Ohne Vorgabe ist kein vorgabenwirksames Spiel möglich. Der Grund für die Sperrung einer Vorgabe liegt meistens darin, dass der Spieler gegen die Funktionsweise des Vorgabensystems verstoßen hat und seine Vorgabe deshalb nicht stimmt. Wäre ihm ein Spiel mit der gesperrten Vorgabe erlaubt, würde dies den Sinn der Sperre in Frage stellen.  
3.13.4 Über die Sperre einer EGA-Vorgabe entscheidet der Heimatclub des Spielers.

Der Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV ist zuständig, wenn er durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Heimatclub die Entscheidung an sich gezogen hat. Entscheidet der Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV, gilt für das anzuwendende Verfahren die Rechts- und Verfahrensordnung (RVfO) des DGV.


3.13.5 Ist ein Spieler Mitglied in mehreren Golfanlagen, so darf nur sein Heimatclub seine Vorgabe sperren.


3.13.6 Verliert ein Spieler seinen Amateurstatus oder das Spielrecht in seinem Heimatclub, so erlischt seine EGA-Vorgabe automatisch, bis sein Amateurstatus oder sein Spielrecht wieder reaktiviert wird.
   
3.14 Wiederzuerkennung einer EGA-Vorgabe    
3.14.1 Ein Spieler, dessen EGA-Vorgabe nach Ziffer 3.13.1 oder 3.13.2 gesperrt wurde, kann seine EGA-Vorgabe entsprechend den Auflagen des Vorgabenausschusses seines Heimatclubs nach Ziffer 3.14 wiedererlangen. Da ein Spieler ohne eine Vorgabe keine Daten liefern kann, wie sein Spielpotential aktuell aussieht, benötigt der Vorgabenauschuss neue Ergebnisse, um dem Spieler bei der Wiederzuerkennung einer Vorgabe den richtigen Wert auszurechnen. Eine längere Pause kann z. B. entweder völlig ohne Golf stattgefunden haben oder mit regelmäßigem Spiel auf öffentlichen Plätzen (z.B. in den USA), was einen erheblichen Unterschied in der Spielqualität ausmachen wird.  
3.14.2 Wird einem Spieler eine nach Ziffer 3.13.6 oder 3.13.10 verlorene bzw. gesperrte EGA-Vorgabe innerhalb von zwölf Monaten bzw. einer Spielsaison (d. h. maximal 15 Monate) nach Verlust oder Beginn der Sperre wieder zuerkannt, wird sie, außer in Ausnahmefällen, wieder in zuletzt gültiger Höhe geführt.

Anmerkung: Falls anwendbar, sollte vorab eine Überprüfung von EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen nach Ziffer 3.15 durchgeführt werden.

In allen anderen Fällen erhält der Spieler eine neue EGA-Vorgabe auf Grundlage eines (1) Ergebnisses entsprechend der Bestimmungen aus Ziffer 3.11.


 
3.14.3 Bei der Zuerkennung einer neuen Vorgabe muss der Vorgabenausschuss die alte Vorgabe angemessen berücksichtigen. Die Wiederzuerkennung einer EGA-Vorgabe der EGA-Vorgabenklasse 1 kann nur mit schriftlicher Genehmigung des zuständigen LGV oder des DGV erfolgen.    
3.15 Überprüfung von EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen    
3.15.1 Der Vorgabenausschuss jedes DGV-Mitglieds muss mindestens einmal im Jahr die EGA-Vorgaben der Mitglieder der Vorgabenklassen 1-5 des Heimatclubs daraufhin überprüfen, ob sie das tatsächliche Spielpotenzial des betreffenden Spielers wiedergeben.

Spieler der Vorgabenklasse 5 können auch unterjährig eine Überprüfung bei ihrem Vorgabenausschuss veranlassen. Zwischen zwei vom Spieler angeregten Überprüfungen müssen mindestens drei Monate und vier vorgabenwirksame Ergebnisse liegen.
Das Vorgabensystem reagiert nur auf normale Veränderungen des Spielpotentials eines Spielers. Spielt ein Spieler dauerhaft besser oder schlechter als seine Vorgabe, so entwickelt sich die Vorgabe zwar auch in die entsprechende Richtung, aber vielleicht nicht schnell genug, um das aktuelle Spielpotential auszudrücken.

Aus diesem Grund muss der Vorgabenausschuss einmal jährlich die Vorgabenentwicklung darauf überprüfen, ob in einzelnen Fällen eine zusätzliche Anpassung erforderlich ist.


 
3.15.2 Die Überprüfung basiert auf mindestens acht vorgabenwirksamen Ergebnissen über einen Zeitraum von zwölf Monaten (siehe Online-Anhang zur Überprüfung von Vorgaben unter www.ega-golf.ch). Für Spieler mit weniger als acht Ergebnissen kann der Zeitraum auf 24 Monate ausgedehnt werden. Wer nicht spielt, verdirbt auch keine Wettspielstatistik und zeigt auch keine Leistung, die überprüfbar wäre. Deshalb bleiben Vorgaben von Nicht-Spielern unberücksichtigt, sind aber auch nicht aktuell. Erst wenn ein solcher Spieler wieder spielt, um eine aktuelle Vorgabe zu erhalten (mindestens vier Ergebnisse), werden diese Ergebnisse in der nächsten Überprüfung verwertet.  
3.15.3 Es wird empfohlen, dass der Vorgabenausschuss im Anschluss an die Überprüfung alle angemessenen Vorgabenveränderungen durchführt (Herauf- und Herabsetzungen). Jedoch liegen alle Veränderungen letztendlich im Ermessen des Vorgabenausschusses.

Anmerkung 1: Dem DGV oder den LGV müssen alle Veränderungen von Vorgaben zwischen +0,9 und -4,4 zur Bestätigung vorgelegt werden. Gleiches gilt für Vorgaben der Klasse 2, aus denen sich eine Vorgabe in der Vorgabenklasse 1 ergibt.

Vorgaben von +1,0 und besser werden vom DGV überprüft und festgesetzt und bei einer notwendigen Veränderung dem Heimatclub des Spielers mitgeteilt (siehe Ziffer 3.1.18).

Anmerkung 2: Die maximale Vorgabenveränderung ergibt sich folgender Tabelle:

Vorgabenklasse 1 2 3 4 5
Maximale Anpassung +/-1 +/-2 +/-3 +/-3 +/-3

(aus dem Online-Anhang zur Vorgabenüberprüfung unter www.ega-golf.ch)

Erklärung: Überprüfung von EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen
Der Hauptzweck der Überprüfung der Vorgaben ist es, festzustellen, ob die Ergebnisse eines Spielers in den Vorgabenklassen 1-5 das Spielpotenzial widerspiegeln, wie es sich durch die EGA-Vorgabe ausdrückt. Die Überprüfung ist ein wesentliches Verfahren im EGA-Vorgabensystem.

Sie ist dazu entwickelt worden, um festzustellen, ob die Spieler Vorgaben haben, die hinreichend ihren Leistungen entsprechen.
Um den Vorgabenausschüssen dabei zu helfen, begründete Entscheidungen zu treffen und mit dem Ziel, diese einheitlich und dauerhaft zu ermöglichen, wurde die Überprüfung der Vorgaben eingeführt. Die Auswertung identifiziert Spieler, deren Ergebnisse im Verhältnis zu ihrer Vorgabe außerhalb des erwarteten Bereichs liegen. Vorgaben dieser Spieler sollten für eine Veränderung in Betracht gezogen werden. Andere Punkte bezüglich des Spielpotenzials des Spielers können ebenfalls berücksichtigt werden.

Wenn alle Seiten, vor allem die Vorgabeninstanz und die Spieler, ihrer Verantwortung gerecht werden, wird die überwiegende Mehrheit der Spieler keine Anpassung aus der Vorgabenüberprüfung benötigen.

Für die Überprüfung durch den DGV werden u. a. zusätzlich folgende Faktoren herangezogen:
- die Anzahl Teilnehmer in einem Wettspiel,
- die Anzahl Wettspiele eines Spielers und
- die Bedeutung des Wettspiels (Verbandwettspiel, internationales Wettspiel, auswärtiges Wettspiel eines DGV- Mitglieds, Wettspiel im Heimatclub.

Die Festsetzung einer neuen Vorgabe durch den DGV erfolgt unter Berücksichtigung und Gewichtung der o. g. Faktoren.

Der Ablauf der Überprüfung und der jeweilige Eintrag in das Vorgabenstammblatt ist inzwischen computergestützt möglich, so dass die Hauptarbeit (die Auswahl der überhaupt zur Überprüfung anstehenden Mitglieder) nicht mehr beim Vorgabenausschuss liegt.

Der Vorgabenausschuss hat dabei nur noch die Aufgabe, in Einzelfällen die veränderten Vorgaben anzupassen, wenn er der bergündeten Ansicht ist, dass ein Spieler entgegen der von dem statistischen Verfahren bestimmten Vorgabenveränderung eine abweichende Vorgabe erhalten muss.
 
3.16 Generelle Überprüfung des Spielpotenzials durch den Vorgabenausschuss    
3.16.1 Der Vorgabenausschuss darf nach eigenem Ermessen die EGA-Vorgaben von Spielern auch außerhalb des allgemeinen Überprüfungsvorgangs verändern. Hierbei ist der Vorgabenausschuss verpflichtet, dies nach den Ziffern 3.16.2 bis 3.16.7 durchzuführen.
Ist ein Mitglied eines Vorgabenausschusses nicht bereit, im Interesse aller Mitglieder die Vorgaben von einzelnen Spielern zu verändern, so eignet er sich nicht für die Mitarbeit in diesem Ausschuss.

Der Vorgabenausschuss muss auch selbständig tätig werden und nicht nur auf Antrag eines Spielers. Der Spieler wird dazu gehört, aber die Entscheidung liegt beim Vorgabenausschuss.




 
3.16.2 Gelangt der Vorgabenausschuss des Heimatclubs eines Spielers zu der begründeten Überzeugung, dass die EGA-Vorgabe des Spielers ein falsches Bild von dessen tatsächlichem Spielpotenzial vermittelt, so hat der Vorgabenausschuss die EGA-Vorgabe des Spielers angemessen und um mindestens einen vollen Schlag herauf- bzw. herabzusetzen.
Hier geht es nicht um die Wahl, die Vorgabe eines Spielers willkürlich zu verändern, sondern um die Pflicht des Vorgabenausschusses, offensichtlich unzutreffende Vorgaben an die Realität anzupassen.

Der Vorgabenausschuss muss selbständig tätig werden und nicht nur auf Antrag eines Spielers. Der Spieler hat kein Mitspracherecht.





 
3.16.3 Gelangt der Vorgabenausschuss des Heimatclubs eines Spielers zu der begründeten Überzeugung, eine EGA-Vorgabe der Vorgabenklasse 1 müsse herauf- oder herabgesetzt werden oder eine EGA-Vorgabe der Vorgabenklasse 2 müsse in die Vorgabenklasse 1 herabgesetzt werden, so muss der Vorgabenausschuss dies dem LGV oder dem DGV zur Zustimmung vorlegen.

Anmerkung: Für Spieler mit einer Vorgabe +1,0 und besser überprüft der DGV die Vorgaben in dieser Hinsicht und legt ggf. abweichende Vorgaben fest.
Hier geht es nicht um die Wahl, die Vorgabe eines Spielers willkürlich zu verändern, sondern um die Pflicht des Vorgabenausschusses, offensichtlich unzutreffende Vorgaben an die Realität anzupassen.

Der Vorgabenausschuss muss selbständig tätig werden und nicht nur auf Antrag eines Spielers. Der Spieler hat kein Mitspracherecht.
 
3.1.4 Der DGV überträgt einzelne Aufgaben zur Sicherung der Qualität den LGV, die diese gemäß Ziffer 3.2 wahrnehmen.    
3.1.5 Der DGV ermittelt Course-Rating-Werte nach dem USGA-Course-Rating-System.    
3.1.6 Der DGV ist Lizenznehmer des EGA-Vorgabensystems.    
3.1.7 Der DGV muss das korrekte Zustandekommen von Vorgaben sicherstellen, die unter seiner Zuständigkeit veröffentlicht werden.    
3.1.8 Der Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV nimmt für den Verband ausgewählte Rechte und Pflichten wahr.

Bei Verstößen gegen das EGA-Vorgabensystem kann der Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV gemäß 27 Abs. 1 i. V. m. Abs. 3 DGV-Satzung Verwarnungen aussprechen und/oder Auflagen erteilen. Diese Entscheidungen werden nicht durch den Kontroll- und Schlichtungsausschuss des DGV ( 27 DGV-Satzung werden durch den Vorstand des DGV beschlossen. Einzelheiten zum zu beachtenden Verfahren regelt die Rechts- und Verfahrensordnung (RVfO) des DGV.
Hält sich ein DGV-Mitglied (Golfanlage) nicht an die Verbandsordnung, stellt dies einen Verstoß gegen die Verbandsregularien dar, der mit Sanktionen (Ermahnung, Aberkennung der Rechte als Vorgabeninstanz usw.) geahndet werden kann.  
3.1.9 Der Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV hat das Recht, von den LGV und den DGV-Mitgliedern alle Informationen einzuholen, die nach seinem sachgemäßen Ermessen notwendig sind, um deren regularienkonforme Anwendung des EGA-Vorgabensystems sicherzustellen.    
3.1.10 Der DGV entscheidet alle strittigen Fragen, die ihm zum EGA-Vorgabensystem vorgetragen werden. Seine Entscheidung ist endgültig. Kommt er nicht zu einer Entscheidung, entscheidet der Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss der EGA endgültig.

Entscheidungen des Vorgaben- und Course-Rating-Ausschusses des DGV können entsprechend Ziffer 3.1.8 dem Vorstand des DGV vorgelegt werden.
   
3.1.11 reserviert    
3.1.12 Der DGV stellt die Rahmenbedingungen für das Spiel von EDS-Runden oder Wettspielen über neun Löcher auf (s. Ziffer 3.6.1c und 3.8.)
   
3.1.13 Der DGV legt fest, dass vor Beginn der EDS-Runde eine Registrierung der Runde durch den Spieler im Sekretariat erfolgen muss.    
3.1.14 Der DGV legt den Zeitraum vom 1. November bis 30. April als denjenigen fest, in dem ohne besondere Genehmigung durch den LGV unter Anwendung von „Besserlegen“ vorgabenwirksam gespielt werden kann.    
3.1.15 Der DGV legt den Prüfungsinhalt für die Regelprüfung (inkl. Etikette) vor Erlangung einer EGA-Vorgabe bzw. der Platzreife fest (s. Buch „Golfregeln in Frage und Antwort“).    
3.1.16 Der DGV legt ein Verfahren zur Entscheidung über die Aberkennung und Wiederzuerkennung von EGA-Vorgaben fest (siehe Ziffer 3.13 und 3.14).    
3.1.17 Der DGV legt ein Verfahren für Spieler fest, die mit einer Entscheidung aus Ziffer 3.13 (Sperren der Vorgabe), 3.14 (Wiederzuerkennung der Vorgabe) oder 3.16 (Generelle Überprüfung des Spielpotenzials) nicht einverstanden sind.    
3.1.18 Der DGV legt fest, dass etwaige Teilnahmebeschränkungen für Wettspiele nur durch die jeweilige Spielleitung erfolgen können.

.
   
3.1.19 Der DGV ist zuständig, die EGA-Vorgaben im Bereich von +1,0 und besser zu überprüfen und ggf. neu festsetzen, um einen fairen Zugang zu nationalen und internationalen Meisterschaften zu gewährleisten, zu denen eine Höchstvorgabe verlangt wird. Eine Festsetzung der Vorgabe durch den DGV ist in diesen Fällen für den Heimatclub verbindlich.

Anmerkung zum Zweck der Überprüfung von niedrigen Vorgaben:
Der Zweck der Überprüfung niedriger Vorgaben liegt darin sicherzustellen, dass diese in Übereinstimmung mit dem Vorgabensystem berechnet wurden und dass alle auswärtigen Ergebnisse eingetragen wurden. Die Überprüfung der Vorgabenstammblätter im Intranet erfolgt durch Abgleich mit den Ergebnislisten oder Ranglisteneinträgen im Internet von nationalen oder internationalen Wettspielen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Spieler mit unvollständigen Vorgabenstammblättern dazu neigen, niedrigere Vorgaben zu haben, als es ihrem Spielpotenzial entspricht. Während dies zwar keinen Einfluss auf ein Brutto-Zählspielergebnis hat, so hat es doch erheblichen Einfluss auf die Teilnahmemöglichkeit an wichtigen Wettspielen. Mit der Überprüfung wird ein gleichmäßigeres Teilnehmerfeld sichergestellt.

Für die Überprüfung werden z. B. folgende Faktoren herangezogen:
- die Anzahl Teilnehmer in einem Wettspiel,
- die Anzahl Wettspiele eines Spielers und
- die Bedeutung des Wettspiels (Verbandswettspiel, internationales Wettspiel, auswärtiges Wettspiel bei einem DGV-Mitglied, Wettspiel im Heimatclub).

Die Festsetzung einer neuen Vorgabe durch den DGV erfolgt unter Berücksichtigung und Gewichtung der o. g. Punkte sowie ggf. weiterer aussagekräftiger Faktoren.
Alle Vorgaben müssen korrekt sein. Aber Vorgaben, mit denen Spieler sich zu internationalen Wettspielen melden können und damit ggf. anderen Spielern einen Startplatz wegnehmen können, sind vor dem Hintergrund des Fairplay-Gedankens besonders sorgfältig zu prüfen. Dies erfolgt durch den DGV regelmäßig und unter Berücksichtigung der gleichen Aspekte wie in den Ziffern 3.15 bzw. 3.16 des EGA-Vorgabensystems für alle Spieler auf Clubebene vergleichbar vorgesehen.  
3.2.4 Der Vorgabenausschuss des LGV ist im Rahmen der ihm übertragenen Aufgaben Vorgabeninstanz.
   
3.3.4 Das DGV-Mitglied setzt zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Anwendung des EGA-Vorgabensystems einen Vorgabenausschuss ein. Die Rechte und Pflichten des Vorgabenausschusses ergeben sich aus Ziffer 3.4. Der Vorgabenausschuss kann mit anderen Ausschüssen des DGV-Mitglieds kombiniert werden, wenn dies für praktikabel gehalten wird. Daraus und auch aus den Aufnahme- und Mitgliedschaftsrichtlinien des DGV ergibt sich, dass jedes DGV-Mitglied einen Vorgabenausschuss haben muss. Die Namen dieser Personen müssen den Spielern bekannt sein, damit diese sich bei Fragen an den Ausschuss wenden können und jeder weiß, wer die entsprechenden Kompetenzen hat und ggf. zum Handeln verpflichtet ist.  
3.3.5 Das DGV-Mitglied ist für die ordnungsgemäße Führung von EGA-Vorgaben entsprechend der Bestimmungen des EGA-Vorgabensystems verantwortlich.

Anmerkung 1: Jede Beanstandung über die Anwendung des EGA-Vorgabensystems, die von dem DGV-Mitglied nicht beantwortet werden kann, muss dieser dem DGV oder dem LGV vorlegen. Diese werden nach ihrem Ermessen in der fraglichen Sache die notwendigen Schritte zur Überprüfung des Sachverhalts unternehmen. Führt die Überprüfung eines Sachverhalts zu der Erkenntnis, dass gegen das EGA-Vorgabensystem verstoßen wurde, muss das DGV-Mitglied den Verstoß umgehend beheben. Tut es dies nicht, können Sanktionen entsprechend Ziffer 3.3.2 festgesetzt werden.
   
3.3.6 Das DGV-Mitglied muss Vorgabenstammblätter seiner Mitglieder mindestens für das laufende Jahr und das Vorjahr aufbewahren, auch wenn diese Termine nach Ende der Mitgliedschaft liegen.    
3.4.4 Der Vorgabenausschuss sorgt dafür, dass alle vorgabenwirksamen Ergebnisse, die zu seiner Kenntnis gelangen, in chronologischer Reihenfolge in einem Vorgabenstammblatt zur Vorgabenverwaltung berücksichtigt werden.

Der Vorgabenausschuss meldet den Heimatclubs auswärtiger Spieler (Inland) stets unverzüglich alle vorgabenwirksamen Ergebnisse einschließlich „No Return“, die in einem vorgabenwirksamen Wettspiel des ausrichtenden DGV-Mitglieds erzielt wurden, mit Angabe von Datum, Ort, Course-Rating-Wert, Slope-Wert und Par einschließlich der Art des Spiels sowie Brutto- und Nettoergebnis und der für die Vorgabenfortschreibung notwendigen Stableford-Nettopunkte.
Als Meldung im Sinne von Ziffer 3.4.4 gilt auch die Übermittlung der Ergebnisse über das DGV-Intranet.

Hinweis: Für Spieler ausländischer Vereine sollte der Vorgabenausschuss die gleichen Informationen bereithalten. Auf Nachfrage der betreffenden Spieler muss diese Information ausgehändigt werden.
D. h., kein anderes Gremium im Golfclub oder auf der Golfanlage hat Einfluss auf die Vorgabe eines Spielers. Der Vorgabenausschuss kann (soweit ihm vom Vorgabensystem konkrete Aufgaben zugewiesen sind) nicht vom Vorstand oder der Geschäftsführung einer Golfanlage überstimmt werden. Natürlich kann der Vorstand oder die Geschäftsführung einen Vorgabenausschuss abberufen, wenn er der Ansicht ist, dieser würde seinen Aufgaben nicht gerecht, aber eine Einflussnahme in das „laufende Geschäft" des Ausschusses ist insoweit nicht möglich.

 
3.4.5 Ausschließlich der Vorgabenausschuss des Heimatclubs führt für spielberechtigte Mitglieder die EGA-Vorgabe und erstellt dazu ein Vorgabenstammblatt für jede dieser Personen mit dem in Anhang A vorgegebenen Inhalt. Bei einem Wechsel des Heimatclubs informiert das DGV-Mitglied den neuen Heimatclub über die aktuelle EGA-Vorgabe und stellt dem Vorgabenausschuss des neuen Heimatclubs eine Kopie des bisherigen Vorgabenstammblatts zur Verfügung.

Der Vorgabenausschuss übernimmt unverändert eine ordnungsgemäß nachgewiesene EGA-Vorgabe eines Spielers in die Vorgabenverwaltung, wenn das DGV-Mitglied neuer Heimatclub des Spielers wird.

Diese Regelung gilt sinngemäß für Vorgaben, die im Ausland im Bereich der EGA geführt werden.
In anderen Fällen soll der Übernahme eine Prüfung gemäß Ziffer 3.16 vorausgehen.
   
3.4.6 Der Vorgabenausschuss ist zuständig für die Sperrung bzw. Aberkennung sowie die Wiederzuerkennung von EGA-Vorgaben gemäß Ziffer 3.13 bzw. 3.14 und die Herauf- bzw. Herabsetzung von EGA-Vorgaben gemäß Ziffer 3.16 und benachrichtigt die Spieler entsprechend darüber.
Er meldet Einzelheiten einer Herabsetzung nach Ziffer 3.16.7 (Herabsetzung für ein einzelnes Wettspiel) dem Heimatclub des Spielers.
   
3.4.7 Der Vorgabenausschuss hat das Recht, bevor ein vorgabenwirksames Wettspiel begonnen hat, dieses bei besonders schlechten Wetter- oder Platzverhältnissen als „nicht vorgabenwirksam“ zu deklarieren.

Anmerkung: Ein Vorgabenausschuss darf ein Wettspiel nicht als „nicht vorgabenwirksam“ erklären, oder ein Teilnehmerfeld in zwei Wettspiele aufteilen, nur um damit die Regelungen des EGA-Vorgabensystems zu umgehen und die Ergebnisse bzw. Teile davon nicht werten zu lassen. Dies würde gegen die Grundlagen des Vorgabensystems verstoßen, das von jedem Spieler so viele vorgabenwirksame Ergebnisse wie möglich erwartet.
   
3.4.8 Der Vorgabenausschuss überprüft die EGA-Vorgaben der Mitglieder, deren Vorgabe er führt, mindestens einmal im Jahr gemäß Ziffer 3.15 (Überprüfung von EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen).

Darüber hinaus überprüft der Vorgabenausschuss die Vorgaben der Spieler der Vorgabenklasse 5 auch zwischen den jährlichen Intervallen, wenn dies vom Spieler beantragt wird. Änderungen auf Grundlage dieser Überprüfung liegen in seinem sachgemäßen Ermessen.

Anmerkung:
Aufgaben und Zusammensetzung eines Vorgabenausschusses:
Auf immer mehr Golfanlagen stehen Spielführer, Clubmanager und ihre Mitarbeiter der Herausforderung einer aktuellen Vorgabenverwaltung gegenüber.

Deshalb enthält das EGA-Vorgabensystem 2016 ein computergestütztes Verfahren, dass die meisten Funktionen automatisch anwendet. Dennoch behält der Ausschuss nach wie vor die Verantwortung für die Anwendung der Ziffern des Vorgabensystems, insbesondere anlässlich der Überprüfung der Vorgaben.

Die endgültige Entscheidung darüber, welche Vorgaben verändert werden müssen und um wie viele Schläge dies geschehen soll, liegt beim Vorgabenausschuss.

Die Kenntnis des Vorgabensystems ist eine grundlegende Voraussetzung für den Ausschuss. Daher ist es wichtig, dass die Mitglieder des Ausschusses ihr Wissen, auch und speziell über Neuerungen, regelmäßig auffrischen. Der Ausschuss mit der Verantwortung für das Vorgabensystem (ggf. auch mit anderer Zuständigkeit) muss aus mindestens drei Mitgliedern bestehen und sollte beide Geschlechter enthalten.
   
3.5.4 Der Spieler muss vor Antritt der Runde (sowohl in Wettspielen wie auch EDS-Runden) sicherstellen, dass seine relevanten Daten aktuell und richtig erfasst sind.    
3.5.5 Der Spieler ist verpflichtet, seinem Heimatclub stets unverzüglich alle vorgabenwirksamen Ergebnisse zu melden, einschließlich „No Return“, die er anderswo als beim Heimatclub erzielt hat, durch Vorlage der Zählkarte mit Angabe von Datum, Ort, Course-Rating-Wert und Slope-Wert sowie Par des vorgabenwirksamen Wettspiels einschließlich der Art des Spiels mit Angabe von Brutto- und Nettoergebnis.

Wird anstelle der Vorlage der Zählkarte eine vom ausrichtenden DGV-Mitglied erstellte Ergebnisliste vorgelegt, so muss sie, unabhängig von der Spielform des Wettspiels, zusätzlich die zur Vorgabenfortschreibung benötigten Stableford-Nettopunkte aufweisen.

Hinweis:
- Im Einzelfall kann der Vorgabenausschuss, speziell bei Ergebnissen aus dem Ausland, auch andere geeignete Nachweise genügen lassen (z. B. mit dem Mobiltelefon aufgenommenes Foto der Zählkarte).
- Meldet ein Spieler seine auswärtigen Ergebnisse nicht innerhalb von sechs Wochen nach dem Wettspiel seinem Heimatclub in Form der erzielten Stableford-Nettopunkte, so zählen die fehlenden Ergebnisse als „No Return, vorgabenwirksam“.
- Die Übertragung der Ergebnisse durch das Intranet entbindet einen Spieler nicht von der Verantwortung, in seinem Vorgabenstammblatt die ordnungsgemäße Übertragung der Daten zu kontrollieren.

Ein vorsätzliches „No return" (Nichtabgabe der Zählkarte wegen Abbruch der Runde) zur Manipulation der Vorgabe stellt einen Verstoß gegen das Vorgabensystem dar.

Gibt allerdings ein Spieler seine Zählkarte mit den Worten „Ich mache No Return" im Sekretariat ab, so ist dies kein „No Return". Ein solche Karte wird gewertet, wie sie vorliegt. Ist sie nicht unterschrieben, so lautet das Ergebnis „Disqualifikation".

In den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz, in denen über das DGV-Intranet die Ergebnisse vom Veranstalter online an die Heimatclubs gemeldet werden, ist der Spieler nur gehalten, das Eintreffen des Ergebnisses zu überprüfen. Vorgabenwirksame Ergebnisse aus allen anderen Ländern müssen häufig in alleiniger Verantwortung des Spielers und durch ihn dem Heimatclub übermittelt werden. Dies gilt auch für Überspielungen.
 
3.5.6 Der Spieler trägt die Verantwortung für die ordnungsgemäße Berechnung seiner EGA-Vorgabe nach Beendigung einer vorgabenwirksamen Runde.

Dies gilt auch, wenn die Berechnung und Speicherung der neuen Vorgabe mit einem Computer und über das Intranet erfolgt.
   
3.5.7 Der Spieler stellt vor Teilnahme an einem vorgabenwirksamen Wettspiel oder vor Antritt zu einer EDS-Runde sicher, dass notwendige Änderungen seiner EGA-Vorgabe erfolgt sind. Ist dies nicht der Fall, so muss er die Spielleitung oder den Gegner (im Lochspiel) entsprechend informieren.
   
3.5.8 Der Spieler ist verpflichtet, seine aktuelle EGA-Spielvorgabe auf der Zählkarte zu vermerken, bevor er diese nach einer vorgabenwirksamen Runde bei der Spielleitung einreicht (siehe Regel 6-2b). Der Spieler sollte auch seine EGA-Vorgabe auf der Zählkarte eintragen, um die Fortschreibung seiner Vorgabe zu vereinfachen.
   
3.5.9 Die Handlungen eines Spielers sollen sich stets an der Absicht und dem Zweck des EGA-Vorgabensystems orientieren, (siehe dazu „Einführung“, IV). Dies schließt das ordnungsgemäße Spielen nach den Golfregeln ein.

Anmerkung:
Hier ist der wichtige Grundsatz festgehalten, dass eine EGA-Vorgabe für einen Spieler ausschließlich durch seinen Heimatclub geführt werden kann. Ein Spieler kann daher stets nur eine (1) EGA-Vorgabe haben. Um eine korrekte Vorgabenführung zu gewährleisten, ist es daher wichtig, darauf zu achten, dass Spieler, die mehreren DGV-Mitgliedern angehören, stets eines davon zum Heimatclub erklären. Genauso wichtig ist es, einen Heimatclubwechsel für alle Seiten transparent zu gestalten.

Da nur der Heimatclub eines Spielers dessen EGA-Vorgabe führen darf, darf auch nur auf dem DGV-Ausweis des Heimatclubs die EGA-Vorgabe aufgedruckt werden.

Auf Ausweisen anderer DGV-Mitglieder, bei denen der Spieler Mitglied ist, wird im Feld "Hcp" ein "Z" (Zweitmitglied im Sinne des Vorgabensystems) ausgewiesen.

Bei passiven Mitgliedern erschient im Feld "Hcp" auf dem Ausweis keine Vorgabe, sondern "- - -".
   
.    
3.6.2 Unter den in Ziffer 3.6.1 genannten Voraussetzungen wird ein Ergebnis auch dann als vorgabenwirksam gewertet, wenn

a. es sich um eine Unterspielung aus einem von der Spielleitung abgebrochenen Wettspiel handelt, wodurch nur Unterspielungen zur Vorgabenfortschreibung herangezogen werden;

b. (reserviert)

c. das Ergebnis wird über die festgesetzte Runde ordnungsgemäß erzielt, ist aber der Disqualifikation verfallen (siehe Anmerkung zur Bewertung eines nicht ordnungsgemäßen Ergebnisses, das der Disqualifikation verfallen ist);


In einzelnen Fällen sind Ergebnisse auch vorgabenwirksam, obwohl bestimmte Bedingungen aus Ziffer 3.6.1 nicht erfüllt werden.

Zu a. Beispiel: Spielt ein Spieler schon über 16 Löcher besser als seine Vorgabe und wird das Wettspiel abgebrochen, so ist kein Grund ersichtlich, dem Spieler diese bisher erbrachte Leistung nicht gutzuschreiben.


Zu c. Eine Disqualifikation kann trotz regelkonformen Spiels auf dem Platz erfolgen. Die golferische Leistung als Grundlage der Vorgabenfortschreibung ist vorhanden und wird zu Vorgabenzwecken gewertet, auch wenn der Spieler z.B. wegen einer fehlenden Unterschrift auf der Zählkarte nicht für die Preise gewertet werden kann.



 
d. die Runde mit Besserlegen entsprechend Ziffer 2.6 gespielt wird;

e. das Ergebnis ein einzelnes Ergebnis aus einem Aggregat-Wettspiel ist, sofern die zusammen zu wertenden Spieler nicht in derselben Spielergruppe spielen (siehe 3.6.3d);


f. das Ergebnis in einer Runde erzielt wird, für die der Spieler „No Return“ einreicht und innerhalb der Pufferzone oder besser ist (siehe dazu auch die Anmerkung zu „No Return“);





Zu e. Wie auch bei der Disqualifikation oder bei der von der Spielleitung abgebrochenen Runde ist auch bei einem „No Return" eine evtl. Unterspielung zu werten. Dies geschieht, aus ähnlichem Grund wie zu Ziffer 3.6.2a bereits beschrieben.

Zu f. Ein No Return soll nicht dazu dienen, die Vorgabe nicht hochzusetzen, da sonst mancher Spieler mit einem schlechten Ergebnis diesen Ausweg wählen würde, wenn ihm eine niedrige Vorgabe lieber wäre als eine richtige Vorgabe.
 
g. das Ergebnis in einer Runde erzielt wird, für die der Spieler „No Return“ einreicht und unterhalb der Pufferzone liegt, vorausgesetzt, Spielleitung und Vorgabenausschuss stellen keinen sachlich gerechtfertigten Grund für die Nichtbeendigung der festgesetzten Runde fest (siehe dazu auch die Anmerkung zu „No Return“);

h. das Ergebnis in einem Wettspiel erzielt wird, in dem die Teilnehmer die festgesetzte Runde an verschiedenen Löchern beginnen (z. B. Kanonenstart).


   
Anmerkung:
Vorgabenwirksame Wettspiele Dritter

Das Recht zur Ausrichtung vorgabenwirksamer Wettspiele steht nur DGV-Mitgliedern, den LGV und dem DGV zu.

Ein Wettspiel mit Beteiligung eines Dritten wird als Wettspiel eines DGV-Mitglieds angesehen, das keiner Genehmigung durch den DGV oder eines LGV bedarf, wenn es die folgenden Voraussetzungen insgesamt erfüllt:

- Das DGV-Mitglied, ein LGV oder der DGV verantwortet die Ausschreibung und hat über den Änderungsvorbehalt die Möglichkeit des Einflusses auf die Ausschreibung.

- Das DGV-Mitglied stellt mehrheitlich die aus mindestens drei Personen bestehende Spielleitung und stellt die regelkonforme Durchführung des Wettspiels sicher.

- Die Auswertung der Ergebnisse und deren Versand per Intranet erfolgt durch das DGV-Mitglied.

Kommt der Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV zu der begründeten Überzeugung, dass ein Wettspiel/eine Wettspielserie nicht nach den Offiziellen Golfregeln und/oder unter Nichteinhaltung des EGA-Vorgabensystems ausgerichtet wird, kann er die Vorgabenwirksamkeit der so erspielten Ergebnisse annullieren.
   
Anmerkung:
Das in Ziffer 3.6.2e aufgeführte Aggregat-Spiel kann vorgabenwirksam sein, da es sich beim Aggregat weder um eine Art Vierer handelt noch ein taktisches Spiel möglich ist: Jeder Spieler spielt für sich und muss das bestmögliche Ergebnis spielen.
   
3.6.3 Ein Ergebnis, das den Voraussetzungen nach Ziffer 3.6.1 bzw. 3.8 (EDS) entspricht, ist jedoch nicht vorgabenwirksam, wenn










a. das Ergebnis einem Wettspiel entstammt, das alleine von Dritten ausgerichtet wird, die nicht Vorgabeninstanz sind und keine Genehmigung eines LGV oder des DGV eingeholt haben;















b. das Ergebnis einem nach Entscheidung der Spielleitung abgebrochenen Wettspiel entstammt und unterhalb der Pufferzone liegt;

c. der Spieler der Disqualifikation verfallen ist und die Gründe dafür eine Vorgabenfortschreibung nicht möglich machen (siehe Anmerkung „Nicht zur Vorgabenfortschreibung akzeptierte Ergebnisse bei Disqualifikation“);
Als Grundsatz sollte stets gelten, dass alle Wettspiele vorgabenwirksam ausgetragen werden. Fehlende Vorgabenwirksamkeit mangels Anwendung des DGV-Vorgabensystems sollte der Einzelfall bleiben, denn nur so kann dem Ziel des DGV-Vorgabensystems Rechnung getragen werden, auf Basis möglichst vieler Ergebnisse aktuelle Handicaps zu berechnen.

So ist es auch in anderen Sportarten gängige Praxis, dass in Wettkämpfenm erzielte Leistungen vollständig in die Statistik oder in die Rangliste eingehen.

Zu a. Nur dem DGV angeschlossene Golfanlagen, die Landesgolfverbände und der DGV dürfen in Deutschland vorgabenwirksame Wettspiele ausrichten. Wettspiele durch Dritte sind nur vorgabenwirksam, wenn ein DGV-Mitglied die ordnungsgemäße Abwicklung des Wettspiels gewährleistet oder ein LGV oder der DGV eine entsprechende Genehmigungu erteilt haben.

Zu b. Führt eine Entscheidung der Spielleitung (z. B. wegen Gewitter, Dunkelheit, Platzverweis oder unbespielbarem Platz) zum Abbruch der Runde, so soll dies nicht zu einer Heraufsetzung der Vorgabe führen.

 
d. das Ergebnis in einem Wettspiel erzielt wird, in dem der Spieler einen oder mehrere Partner hat. Hinweis: Ein Aggregat ist kein „Vierer“ im Sinne der Golfregeln. Deshalb sind die zusammen gewerteten Spieler keine Partner und das Spiel kann vorgabenwirksam sein, falls die Spieler in verschiedenen Spielergruppen spielen (siehe Ziffer 3.6.2e);

e. das Ergebnis unterhalb der Pufferzone liegt und der Spieler ein „No Return“ einreicht, das die Spielleitung und der Vorgabenausschuss für sachlich gerechtfertigt halten;

f. das Ergebnis innerhalb eines Pro-Am-Wettspiels erzielt wird.


Zu d. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, sind Vierer nicht vorgabenwirksam, da sich die Partner beraten können und bis auf den Vierball auch kein alleiniges Ergebnis für jeden Spieler vorliegt. Ein Aggregat (s. 3.6.2e) ist kein Vierer und lässt sich auch nicht taktisch spielen, deshalb kann es vorgabenwirksam sein.


Zu e. Beispiel: Bei einem „No Return" wegen einer Verletzung kann dem Spieler dieses Pech nicht in Form einer Heraufsetzung der Vorgabe angelastet werden, selbst wenn es offensichtlich ist, dass ein Spieler mit erst 26 Stableford-Nettopunkten auf der Bahn 18 kaum noch die Pufferzone erreichen wird. Um so sorgfältiger wird die Spielleitung oder der Vorgabenausschuss in solchen Fällen das "No return" prüfen und ggf. berücksichtigen, ob der Spieler sich bei schlechten Ergebnissen regelmäßig kurz vor Ende der Runde erkrankt.

Zu f. Im Pro-Am gilt das Gleiche wie im Vierer

 
Anmerkung:
„Nicht angetreten“ (N. A.) ist kein Ergebnis nach dem EGA-Vorgabensystem und führt nicht zu einer Veränderung der Vorgabe.
Hinweis: Wie in allen anderen Sportarten führt die Nichtteilnahme bei einem Wettspiel dazu, dass kein Ergebnis vorliegt. Da das Vorgabensystem kein Strafinstrument für Golfspieler ist, die z. B. unentschuldigt einem Wettspiel fernbleiben, kann die Vorgabe nicht verändert werden. Etwas anderes ist es, ob ggf. ein unentschuldigtes Fernbleiben eine Sanktion nach sonstigen Statuten des Golfvereins / der Golfanlage nach sich zieht.

 
Anmerkung:
Ergebnisse, die auch im Fall einer Disqualifikation als vorgabenwirksam gelten :
Entsprechend Ziffer 3.6.2b sind nur bestimmte Runden, in denen ein Spieler disqualifiziert wurde, vorgabenwirksam. Dies geschieht im Allgemeinen, wenn anstelle der aus technischen Gründen anfallenden Disqualifikation ein Ergebnis ermittelt werden kann.

Zur Verwendung eines Ergebnisses, das unter den Bedingungen der o. g. Ziffern 3.6.3 a. bis f. zur Vorgabenfortschreibung ansteht, muss der Vorgabenausschuss alle Details sorgfältig prüfen. Alle Strafschläge müssen bei der Rekonstruktion des zu wertenden Ergebnisses berücksichtigt werden.

Regel 3-4:
Der Spieler weigert sich, im Zählspiel (inkl. Stableford und Gegen Par) eine Regel anzuwenden, die die Rechte eines anderen Spielers betrifft;

Regel 6-2b:
Auf der Zählkarte wurde eine zu hohe Vorgabe vermerkt;

Regel 6-3:
Der Spieler versäumt seine Abschlagzeit, reicht jedoch dennoch eine Zählkarte ein;

Regel 6-6b:
Die Zählkarte wurde vom Spieler oder Zähler nicht unterschrieben, es sei denn, der Zähler hätte die Zählkarte aus gewichtigem Grund nicht unterschrieben;

Regel 6-6b:
Die Zählkarte wird nicht so bald wie möglich bei der Spielleitung eingereicht;

Regel 6-6d:
Zu niedrige Schlagzahl für ein Loch;

Regel 6-7:
Der Spieler verursacht wiederholt eine unangemessene Verzögerung des Spiels;

Regel 6-8:
Der Spieler unterbricht das Spiel;

Regel 14-3:
Gebrauch von Entfernungsmessern.

Die hier aufgeführten Fälle verhindern alle nicht, dass technisch ein korrektes Ergebnis zu Stande kommt, auch wenn der Spieler aus Unkenntnis für die Wettspielwertung um die Preise disqualifiziert ist.

Es ergibt sich dann eine doppelte Strafe, wenn ein Spieler unterspielt und disqualifiziert wird: Einerseits entgeht ihm der Preis, und dazu hat er noch unterspielt, so dass er mit diesen unterspielten Schlägen nichts erreicht hat außer einer neuen Vorgabe. Wer also „Handicap verbessern" spielt und kein Wettkampf-Golf, dem sollte eine solche Disqualifikation auch nichts ausmachen.
 
Anmerkung:
Ergebnisse, die im Fall einer Disqualifikation nicht als vorgabenwirksam gelten
Ist es nicht möglich, bei Disqualifikationen aus technischen Gründen zu bestimmen, welchen Vorteil der Spieler aus dem Regelverstoß gezogen hat, so kann das Ergebnis nicht als vorgabenwirksam gewertet werden.

a. Regel 1-2:
Schwerwiegender Verstoß bei der vorsätzlichen Einflussnahme auf die Bewegung oder Lage des Balls;

b. Regel 1-3b:
Bewerber einigen sich auf die Nichtanwendung einer Regel oder einer Strafe;

c. Regel 4-1, 4-2, 4-3, 4-4:
Verwendung eines oder mehrer Schläger, die nicht in Einklang mit den Regeln stehen;

d. Regel 5-1, 5-2:
Verwendung eines Ball, der nicht in Einklang mit den Regeln steht;

e. Regel 6-4:
Einsatz mehr als eines Caddies zur gleichen Zeit mit darauffolgender Disqualifikation;

ef Regel 7-1b:
Üben vor der Runde auf dem Wettspielplatz;

g. Regel 11-1
und Regel 14-3:
Verwendung eines künstlichen Hilfsmittels oder unzulässiger Ausrüstung (Ausnahme: Entfernungsmesser), Gebrauch eines unzulässigen Tees.

h. Regel 22-1 Übereinkunft, einen Ball nicht aufzuheben, der das Spiel eines Mitbewerbers unterstützt.









   
Entscheidungen des EGA-Vorgaben- und Course-Rating-Ausschusses zu vorgabenwirksamen Ergebnissen siehe Abschnitt 4.3.    
Anmerkung: No Return

Es wird von jedem Teilnehmer an einem Wettspiel erwartet, dass dieser die Runde beendet.

„No Return“ bezeichnet jede unvollständige Runde, sowohl in Hinblick auf die Anzahl Löcher der festgesetzten Runde wie eine nicht eingereichte Karte. (Beispiel: Ein Spieler bricht nach 14 Löchern die Runde eines Wettspiels über 18 Löcher ab.) So gesehen ist ein "No return" eine Disqualifikation, da der Spieler die Runde nicht beendet hat und die Zählkarte nicht unterschrieben hat.

Alle Ergebnisse aus einer vorgabenwirksamen Runde müssen eingereicht werden, unabhängig davon, ob die Runde vollständig ist oder nicht.

Bei der Wertung eines „No Return“ zur Vorgabenfortschreibung sollte der Vorgabenausschuss zuerst berücksichtigen, ob der Spieler in der Lage gewesen wäre, ein vollständiges Ergebnis einzureichen oder nicht. War dies aufgrund einer Verletzung oder außergewöhnlicher äußerer Umstände nicht möglich, so sollte das Ergebnis nicht vorgabenwirksam gewertet werden, es sei denn das Ergebnis läge bereits in der Pufferzone (Vorgabenklassen 1 - 4) oder besser.

Der Vorgabenausschuss muss im Fall eines „No Return“ entweder die Anzahl erspielter Punkte zur Vorgabenfortschreibung verwenden oder eine Vorgabe der Klassen 1 - 4 um 0,1 heraufsetzen (siehe Ziffer 3.6.2g).

Da eine unvollständige Zählkarte und ein „No Return“ die Vorgabe des Spielers i. d. R. ansteigen lässt, kann der Vorgabenausschuss ein solches Ergebnis als „nicht vorgabenwirksam“ werten, wenn der Spieler nur wenige Löcher gespielt hat und die Vermutung begründet ist, dass der Spieler mit dem „No Return“ seine Vorgabe manipulieren wollte. Die Ziffern 3.12 (Änderungen) und 3.13 (Verlust/Sperrung von Vorgaben) bieten in solchen Fällen die Möglichkeit weiterer Sanktionen.

Die Ziffern 3.13 und 3.14 (Wiederzuerkennung von Vorgaben) bieten Maßnahmen an, falls der Vorgabenausschuss zu der Überzeugung kommt, dass ein Spieler ein „No Return" einreicht, um das System zu manipulieren.

Es sollten keine Zählkarten an Spieler ausgegeben werden, wenn es offensichtlich erscheint, dass die Runde nicht mehr bei Tageslicht beendet werden kann.


   
3.8.4 Extra-Day-Scores dürfen von Spielern der EGA-Vorgabenklassen 2 - 6 eingereicht werden.

Runden von Spielern der Vorgabenklasse 1 zur Wiederzuerkennung einer Vorgabe sind keine EDS-Runden, sondern werden nach Ziffer 3.14 gespielt.
Manche Golfclubs verwenden EDS-Runden, um Anfängern die Möglichkeit zu geben, nach der Erlangung der Platzreife und vor dem ersten Wettspiel auch schon einmal zu üben, sich über die Dauer von 18 Löchern auf das Spiel zu konzentrieren. Anderenfalls kommt vielfach im ersten Wettspiel über 18 Löcher das böse Erwachen, wenn keine Kondition oder Konzentration für die zweiten neun Löcher existiert oder diese zweiten neun Löcher des Platzes dem Spieler sogar völlig unbekannt sind.





 
3.8.5 Ein Extra-Day-Score ist nur dann vorgabenwirksam, wenn der Spieler sich vor Beginn der Runde im Sekretariat der zu spielenden Golfanlage registriert hat. Das DGV-Mitglied muss hierzu folgende Daten vorab festhalten:

a. Datum der Runde;
b. Name des Spielers;
c. Name, DGV-Mitglied und Vorgabe des Zählers;
d. Anzahl der zu spielenden Löcher;
e. Farbe der Zählspielabschläge, von denen gespielt wird.
Eine EDS-Runde ist nur eine EDS-Runde, wenn dies vorher verbindlich angemeldet wurde. Es ist nicht erlaubt, eine gute Runde nachträglich als EDS-Runde zu deklarieren.  
3.8.6 Für die EDS-Runde ist eine Zählkarte mit dem Namen des Spielers, dem Datum der Runde und der Spielvorgabe zu führen. Die vom Spieler und Zähler unterschriebene Zählkarte ist unverzüglich nach Beendigung der EDS-Runde bei der Spielleitung einzureichen. Bei anderen Plätzen als dem des Heimatclubs des Spielers ist das Ergebnis über das Intranet zu versenden.    
3.8.7 Versäumt es ein Spieler, die Zählkarte seiner EDS-Runde so bald wie möglich bei der Spielleitung einzureichen, so gilt dies als „No return“ (siehe Ziffer 3.6.). Es gibt auch bei EDS-Runden ein „No Return", das genau wie bei Wettspielen gewertet wird. Eine nach beendeter Runde nicht abgegebene Zählkarte führt zu einer Disqualifikation nach Regel 6-6b.  
3.8.8 Eine EGA-Vorgabe der Vorgabenklasse 1 kann nicht in einer EDS-Runde erspielt werden.

Beispiel: Ein Spieler mit einer EGA-Vorgabe 4,8 erspielt in einer EDS-Runde 41 Stableford-Nettopunkte. Seine EGA-Vorgabe wird nur um 0,3 auf 4,5 herabgesetzt und nicht um 0,7 auf 4,1.

   
Anmerkung: EDS-Runden

Das EGA-Vorgabensystem basiert (wie auch andere Vorgabensysteme) auf der Annahme, dass jeder Spieler eine hinreichende Anzahl Ergebnisse einreicht, um einen ausreichenden Nachweis seines Spielpotenzials zu führen. Auch wenn Spielleitungen dafür sorgen, dass im Laufe des Jahres genügend Möglichkeiten bestehen, um an Wettspielen teilzunehmen, so zeigt doch die Erfahrung, dass viele Spieler Mühe damit haben, genügend Wettspielergebnisse einzureichen, damit eine Vorgabe ermittelt werden kann, die ihr Spielpotenzial ausdrückt. Gründe dafür können sein:

- Zeitmangel aus beruflichen oder privaten Gründen hindert an der Wettspielteilnahme;
- Schwierigkeiten bei der Zuteilung passender Startzeiten an den gewünschten Terminen;
- nachlassendes Interesse an „normalen“ Wettspielen.

Extra-Day-Scores sind als Alternative zu Wettspielen geschaffen worden, um vorgabenwirksame Ergebnisse erzielen zu können. Ihr Zweck besteht darin, die spärlichen Informationen aus den Ergebnissen von Wettspielen auszudehnen. Eine EDS-Runde entspricht nahezu einem Wettspiel. Bereits vor der Runde besteht der Wille, das Ergebnis (ob gut oder schlecht) einzureichen und es müssen vorgabenwirksame Bedingungen existieren.

Die Erfahrung zeigt, dass das Durchschnittsergebnis in EDS-Runden eher besser ist als in Wettspielen. Dies kann zu niedrigeren Vorgaben führen und sollte bei der ergebnisabhängigen Überprüfung der Vorgaben in Betracht gezogen werden.

Anmerkung:
Grundgedanke der EDS-Runden ist, dass die EGA-Vorgabe eines Spielers ein möglichst getreues Abbild seines Spielpotenzials ergeben soll. Dies wird am besten dann erreicht, wenn so viele vorgabenwirksame Ergebnisse wie möglich in die Vorgabenverwaltung eingehen. Dieser Ansatz geht natürlich davon aus, dass auch in EDS-Runden Golf strikt nach den Golfregeln gespielt wird.

Sollte der Vorgabenausschuss erkennen, dass zwischen den Wettspielergebnissen und den Ergebnissen aus EDS-Runden und Privatrunden regelmäßig unverhältnismäßige Differenzen bestehen, ist ihm mit Ziffer 3.16 des EGA-Vorgabensystems ein Mittel an die Hand gegeben, um den Spieler seiner tatsächlichen Spielstärke entsprechend einzustufen.

Natürlich steht es den DGV-Mitgliedern frei, einzelne Tage bzw. Zeiten festzulegen, zu denen allein Extra-Day-Scores gespielt werden können. So wäre bspw. eine Beschränkung auf die Wochenenden oder zusätzlich bestimmte Wochentage, aber auch bestimmte Tageszeiten möglich. Allerdings darf eine Regelung dieser Art nicht so weit gehen, dass ein Extra-Day-Score praktisch oder theoretisch gar nicht mehr gespielt werden kann, da das EGA-Vorgabensystem für alle DGV-Mitglieder die die Möglichkeit, EDS-Runden zu spielen verbindlich vorschreibt.

Eine Einschränkung der Möglichkeit zum Erspielen von Extra-Day-Scores kommt insbesondere dann in Betracht, wenn es einem DGV-Mitglied nicht zumutbar erscheint, über die gesamte Woche vorgabenwirksame Platzbedingungen vorzuhalten. Auch wenn es praktisch erscheint, EDS-Runden im Anschluss an vorgabenwirksame Wettspiele spielen zu lassen, so sollte eine Spielleitung sich überlegen, ob der Spieler nicht auch durch eine Wettspielteilnahme an diesem Termin zu einer vorgabenwirksamen Runde gekommen wäre.


   
3.9.4 Bei Wettspielen über neun Löcher errechnet sich die Spielvorgabe wie folgt:

(EGA-Vorgabe Klasse 2-5) x Slope / 113 – CR + Par) / 2 = 9-Löcher-Spielvorgabe

(EGA-Vorgabe Klasse 6) + Anpassungskoeffizient Klasse 6) / 2 = Spielvorgabe

Anmerkung: Gerundet wird jeweils, bevor das Ergebnis der Klammer durch zwei geteilt wird.

Beispiel: Die Vorgabe eines Spielers ist 11,8. Er spielt die ersten neun Löcher eines Platzes von den gelben Abschlägen.


Gelbe Herrenabschläge
 18 LöcherLöcher 1-9Löcher 10-18
Course-Rating72,471,673,1
Slope-Rating128122131
Par727074
Vorgabenschläge1476



Die Anzahl Vorgabenschläge beträgt nun:
(-11,8 x 122 / 113 – 71,6 + 70) / 2 = 7,1 => abgerundet 7 Vorgabenschläge

Die Schläge werden entsprechend der jeweiligen Vorgabenverteilung gegeben. Da die ungeraden Vorgabenverteilungsschläge auf den ersten neun Löchern verteilt sind, erhält der Spieler beim Spiel der Löcher 1-9 des o. g. Golfplatzes seine sieben Vorgabenschläge auf den Löchern mit der Vorgabenverteilung 1, 3, 5, 7, 9, 11 und 13 und beim Spiel der Löcher 10-18 des Golfplatzes sechs Vorgabenschläge auf den Löchern mit der Vorgabenverteilung 1, 3, 5, 7, 9 und 11.
   
3.9.5 Die Spielvorgabe kann auch auf Spielvorgabentabellen abgelesen werden, die für die Plätze mit den verschiedenen Course-Rating-Werten gedruckt werden können (siehe Anhang B)..    
3.9.6 Die Vorgabenzuteilung ist die Summe der Vorgabenschläge, die ein Spieler in der Nettowertung eines Wettspiels erhält oder gewährt. Sie ist der Anteil der Spielvorgabe, den die Spielleitung für das Wettspiel bestimmt hat.    
3.9.7 Vorgabenschläge werden auf den Löchern entsprechend des Vorgabenverteilungsschlüssels vergeben, der auf der Zählkarte angezeigt wird. Vorgabenschläge in Wettspielen über neun Löcher siehe 3.9.4.    
3.9.8 Die Umrechnung von EGA-Vorgaben kann zu einer EGA-Spielvorgabe führen, die die höchste EGA-Vorgabe (54) überschreitet.

Erklärung „Plusvorgaben“:
Vorgaben wurden ursprünglich für das Zählspiel entwickelt. Sie wurden gegen den Scratch-Spieler gesetzt und waren Schläge, die vom Ergebnis des Spielers abgezogen wurden. Sobald es nötig wurde, einem Spieler eine Vorgabe zuzuerkennen, der besser als der übliche Scratch-Spieler war, hätten die Vorgaben des Scratch-Spielers und aller anderen Spieler entsprechend hochgesetzt werden können, oder (wie geschehen) es wurden zu dem Ergebnis des fraglichen Spielers ein oder mehrere Schläge hinzugezählt.

Ein Nettoergebnis wird erzielt, indem die Vorgabe vom Bruttoergebnis abgezogen wird. Deshalb haben Vorgaben ein negatives Vorzeichen, bis auf die Plusvorgaben, die zu dem Bruttoergebnis addiert werden.
   
Erklärung „Neun-Löcher-Wettspiele“:
Die Anerkennung von Wettspielen über neun Löcher als vorgabenwirksam war ähnlich motiviert wie die Anerkennung von EDS-Runden: Die Erkenntnis, dass Golfspieler immer weniger Zeit für den Golfsport zur Verfügung haben, aber auch die Berücksichtigung gesundheitlicher Probleme, führten zur Einführung von Neun-Löcher-Wettspielen, um den von den betroffenen Spielern die Möglichkeit zu geben, dennoch Wettspielergebnisse einzureichen.

Seit ihrer Einführung im Jahr 2007 sind vorgabenwirksame Wettspiele über neun Löcher in einigen Ländern sehr populär geworden und stellen teilweise 30 % der Wettspielergebnisse bestimmter Spielergruppen. Besonders Senioren und Teilnehmer von Wettspielen am Abend, die wegen einbrechender Dunkelheit nicht über 18 Löcher ausgeschrieben werden können, profitieren davon.

Dennoch besteht die traditionelle Runde Golf aus 18 Löchern und ist nach wie vor das bevorzugte Wettspielformat.

Anmerkung: Vorgabenanpassung in der Vorgabenklasse 6
Die Formel in Ziffer 3.9.3 enthält zur Umrechnung der EGA-Vorgabe in eine EGA-Spielvorgabe u. a. das Slope-Rating für den jeweils betroffenen Abschlag. Dies führt in der Regel dazu, dass bei überdurchschnittlich schweren Plätzen die EGA-Spielvorgabe überproportional steigt, je höher die EGA-Vorgabe ist.

Würde man dieses Prinzip auch im Bereich der Vorgabenklasse 6 anwenden, könnte es durchaus passieren, dass Spieler mit Vorgabe 54 dann mit einer Spielvorgabe von weit über 60 antreten würden. Dies soll, auch um eine zügige Wettspielabwicklung zu gewährleisten, vermieden werden. Deshalb erhalten Spieler der Vorgabenklasse 6 eine „Vorgabenanpassung“ in Höhe der Differenz zwischen einer EGA-Vorgabe 36,0 und der sich daraus ergebenden Spielvorgabe auf dem identischen Platz.

Anmerkung: Par-Ausgleich
Auch wenn mit der Vorgabenberechnung alles Notwendige erfolgt ist, um in der Spielvorgabe die Schwierigkeit des Platzes und das Spielpotenzial des Spielers miteinander in Verbindung zu bringen, so ist doch bei der Nettowertung im Vergleich mit anderen Spielern zu beachten:

- Im Zählspiel muss dem Spieler, der auf dem Platz mit dem höheren Par spielt, vom Nettoergebnis die Differenz der unterschiedlichen Pars der Plätze abgezogen werden, damit der Vergleich der Nettoergebnisse auf der gleichen Basis erfolgt.
- In der Stableford-Nettowertung ist kein Par-Ausgleich nötig, da das unterschiedliche Par auch zu bei dem Spieler mit dem höheren Par-Wert bereits dazu führt, dass dieser trotz weniger Vorgabenschläge als mit dem Par der Mitbewerber durch das höhere Par des Platzes mehr Stableford-Nettopunkte erzielt als mit dem geringeren Par. Dadurch ist ein Ausgleich bereits hergestellt.
Jeder Golfclub hat Course Rating Werte auch für die Löcher 1 - 9 und die Löcher 10-18 seiner Anlage. Plätze mit 27 Löchern haben entsprechend weitere Ratings. Diese Ratings für z. B. die Löcher 1 - 9 können sowohl dafür benutzt werden, die ersten neun Löcher des Platzes zweimal zu spielen und damit ein 18-Löcher-Ergebnis auf einem 9-Löcher-Platz zu erhalten, oder auch, diese Löcher nur einmal zu spielen und als Wettspiel über 9 Löcher auszuwerten.

Die Rating-Werte der Halbrunden werden je nach Unterschiedlichkeit der beiden Hälften teilweise deutlich von dem Rating der 18 Löcher abweichen.
 
3.10.4 (reserviert)    
3.10.5 Endergebnisse der Spielform „gegen Par“ werden durch Addition von 36 Punkten zu dem erzielten Endergebnis „gegen Par“ in ein Stableford-Nettoergebnis umgerechnet.
Beispiel:
-2 (= „2 down“): -2 + 36 =
34 Stableford-Nettopunkte

+5 (= „5 auf“): + 5 + 36 =
41 Stableford-Nettopunkte

+ / -0 (= „Square“): 0 + 36
= 36 Stableford-Nettopunkte

S. hierzu Regel 32-1a.

An Stelle von „2 down" kann man auch „minus 2" sagen, aber mit dem Begriff „2 unter" würde man den Eindruck erwecken ein durchaus respektables Zählspielergebnis (unter Par) bekannt zu geben.
Bei +/0 ("Square") ist zu unterscheiden, dass es auf der Runde (wenn das Endergebnis noch nicht feststeht) als Spielstand nur „square" heißt. „All square" drückt einen Gleichstand nach 18 Löchern aus.
 
3.10.6 Unter normalen Bedingungen hat ein Spieler seine Vorgabe bestätigt, wenn er 36 Stableford-Nettopunkte erzielt hat.

Erklärung „Stableford“
Das Stableford-System wird zur Berechnung von Vorgaben angewandt, um die Wirkung einzelner besonders schlechter Löcher auf die Vorgabenentwicklung abzuschwächen, die nicht das tatsächliche Spielpotenzial des Spielers widerspiegeln. Andere Vorgabensysteme nutzen ähnliche Verfahren des „Stroke-Control“.

Auf diese Art und Weise wird ein schlechtes Ergebnis in einer Zählspielrunde abgeschwächt, und sogar ein „No Return“ in einer Zählspielrunde kann zu einem vorgabenwirksamen Ergebnis umgerechnet werden.

   
3.11.4 Ergebnisse zur Erspielung einer Vorgabe müssen unter vorgabenwirksamen Bedingungen gespielt werden, auf dem Platz des Heimatclubs oder jedem anderen vom Heimatclub dafür anerkannten gerateten Platz. Jede Zählkarte muss vom Spieler und dem Zähler unterschrieben werden.

Die Anzahl Vorgabenschläge, die ein Spieler auf dieser Runde erhält, errechnet sich wie folgt:

(54 + Anpassungskoeffizient Klasse 6) = Spielvorgabe

Bei einer Runde über neun Löcher lautet die Formel:

(54 + Anpassungskoeffizient Klasse 6 ) / 2 = Spielvorgabe

Anmerkung: Gerundet wird, bevor das Ergebnis der Klammer durch zwei geteilt wird.
 
3.11.5 Die erste EGA-Vorgabe muss auf Basis des eingereichten Stableford-Ergebnisses berechnet werden. Bei einem Ergebnis über neun Löcher müssen 18 Punkte hinzuaddiert werden.
 
3.11.6 Der Vorgabenausschuss eines DGV-Mitglieds kann beim erstmaligen Erlangen einer EGA-Vorgabe eine geringere als die auf der Basis des eingereichten Ergebnisses errechnete EGA-Vorgabe vergeben und zwar dann, wenn er der begründeten Auffassung ist, dass eine niedrigere EGA-Vorgabe dem Spielpotenzial eines Spielers besser entspricht.

Bei Vorliegen außergewöhnlicher Umstände kann auch eine höhere EGA-Vorgabe als die, die durch das eingereichte Ergebnis zu ermitteln wäre, vergeben werden.
Bei einem guten Hockey- oder Eishockeyspieler z. B. würde man wahrscheinlich eine Vorgabe vergeben, die deutlich besser als 54 ist, denn diese Spieler haben durch ihren bisherigen Sport einen wesentlich leichteren Einstieg in das Golfspiel.  
3.11.7 Ein Spieler erhält eine EGA-Vorgabe erst dann, wenn die erfolgreiche Teilnahme an einer Prüfung über die Golfregeln (einschl. der Etikette) gemäß Spiel- und Wettspielhandbuch Abschnitt 7 nachgewiesen ist. Ohne Regelkenntnis ist ein ordnungsgemäßes Golfspiel nicht möglich. Wer jedoch „einfach nur spielen" will und nicht an Wettspielen teilnehmen möchte, der benötigt auch keine EGA-Vorgabe.  
3.11.8 Einem Spieler darf ohne schriftliche Genehmigung des zuständigen LGV oder des DGV keine EGA-Vorgabe der EGA-Vorgabenklasse 1 zuerkannt werden.

Anmerkung: Zuerkennung einer Vorgabe
Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Vorgabenausschuss eine ganzzahlige EGA-Vorgabe zuerkennen darf, die von der EGA-Vorgabe, die nach Ziffer 3.11.4 berechnet wurde, falls er der Auffassung ist, eine solche EGA-Vorgabe würde besser zum Spielpotenzial des Spielers passen, abweicht.

Hierbei ist u. a. zu berücksichtigen:
- die bisherige Historie des Spielers und (von besonderer Wichtigkeit) jegliche frühere ggf. niedrigere Vorgabe;
- Jahreszeit und Wetter, zu denen die drei Ergebnisse eingereicht werden;
- Informationen von anderen Spielern;
- eine Vorgabe unter einem anderen Vorgabensystem;
- besondere Leistungen in anderen Sportarten
- eine erstmalige Zuerkennung von Vorgaben in der Vorgabenklasse 2 oder 3.
   
3.11.9 Der Vorgabenausschuss muss die erste Vorgabe in Abhängigkeit des Spielpotenzials des Spielers festsetzen. Erspielt der Spieler in der Prüfung zur Platzreife kein Ergebnis, das rechnerisch zu einer Vorgabe 54 oder besser führt, so erhält der Spieler im Vorgabenstammblatt den Eintrag „PR“ (Platzreife). Es wird keine Vorgabe vergeben, die der Spieler nicht nachweislich erspielt hat. Spielt ein Spieler in seiner Platzreiferunde bereits einige Doppelbogeys, so wäre es völlig verfehlt, ihm nur eine Vorgabe 54 zuzuerkennen.  
3.12.4 Erzielt ein Spieler der Vorgabenklassen 1-4 ein vorgabenwirksames Ergebnis, das innerhalb der für seine EGA-Vorgabe maßgebenden Pufferzone liegt, bleibt seine EGA-Vorgabe unverändert.    
3.12.5 Erzielt ein Spieler der Vorgabenklassen 1-4 ein vorgabenwirksames Ergebnis, das weniger Stableford-Nettopunkte als die auf seine EGA-Vorgabe anwendbare Pufferzone aufweist und das nicht nach Ziffer 3.6.3 als „nicht vorgabenwirksam“ gilt, wird die EGA-Vorgabe um 0,1 heraufgesetzt.
Eine EGA-Vorgabe kann ohne Zustimmung des Spielers höchstens auf 26,5 heraufgesetzt werden.
   
3.12.6 Erzielt ein Spieler ein vorgabenwirksames Ergebnis, das mehr Stableford-Nettopunkte als die auf seine EGA-Vorgabe anwendbare Pufferzone aufweist, wird seine EGA-Vorgabe um den aus nachfolgender Tabelle zu ermittelnden Wert (rechte Spalte) für jeden Stableford-Nettopunkt herabgesetzt, der über 36 Stableford-Nettopunkte hinaus erzielt wurde.    
3.12.7 EGA-Vorgaben werden folgendermaßen geändert:


Beispiel:
Reicht ein Spieler mit EGA-Vorgabe 11,2 ein Stableford-Nettoergebnis von 32 Punkten ein, wird seine EGA-Vorgabe 11,3. Reicht er dann ein Stableford-Nettoergebnis von 42 Punkten ein, wird seine EGA-Vorgabe um 6 x 0,2 = 1,2 herabgesetzt, d. h. auf eine EGA-Vorgabe von 10,1.

Anmerkung: Mehrrundenwettspiele
Die EGA-Vorgabe wird nach jeder Wettspielrunde unverzüglich fortgeschrieben. Dies gilt auch für Mehrrundenwettspiele und dort auch für die Wettspielwertung.

Sollte die für die Wettspielabwicklung eingesetzte Software dies für die Wettspielwertung von Mehrrundenwettspielen (also das Spiel um den Preis) nicht berechnen können, kann hier eine Wertung mit der Vorgabe der Spieler zu Beginn des Wettspiels vorgenommen werden. In der Ausschreibung eines Mehrrundenwettspiels ist auf den Wertungsmodus hinzuweisen.

Ein Spieler wird für die Wettspielwertung in der Preisklasse gewertet, mit der er die erste Runde des Wettspiels begonnen hat, auch wenn seine Vorgabe im Verlauf des Wettspiels durch eine Unterspielung oder Überspielung in einer anderen Wertungsklasse läge.
   
3.12.8 Sinkt die EGA-Vorgabe eines Spielers bei einer Herabsetzung von einer höheren EGA-Vorgabenklasse in eine niedrigere EGA-Vorgabenklasse, wird der Herabsetzungsmultiplikand (Tabelle Ziffer 3.12.11, rechte Spalte) der bisherigen EGA-Vorgabenklasse nur so lange angewendet, bis eine EGA-Vorgabe der nächstniedrigeren EGA-Vorgabenklasse erreicht ist. Die verbleibenden Stableford-Nettopunkte werden dann mit dem Herabsetzungsmultiplikanden der niedrigeren EGA-Vorgabenklasse verrechnet.

Beispiel:
Reicht ein Spieler mit EGA-Vorgabe 12,1 ein Stableford-Nettoergebnis von 42 Punkten ein, wird seine EGA-Vorgabe wie folgt reduziert:
12,1 – (3 x 0,3) = 12,1 – 0,9 = 11,2
11,2 – (3 x 0,2) = 11,2 – 0,6 = 10,6 (neue EGA-Vorgabe)
   
3.12.9 Herab- und Heraufsetzungen einer EGA-Vorgabe sind unverzüglich nach Kenntnisnahme von dem Ergebnis der vorgabenwirksamen Runde durch den Heimatclub vorzunehmen.
Anmerkung: Es liegt in der Verantwortung des Spielers (siehe Ziffer 3.5.7), Veränderungen seiner EGA-Vorgabe unmittelbar nach einer vorgabenwirksamen Runde vorzunehmen, auch wenn diese Ergebnisse erst nach Kenntnisnahme durch den Heimatclub in das Vorgabenstammblatt eingetragen werden. Die automatische Übermittlung der Ergebnisse durch das Intranet entbindet einen Spieler nicht von der Verantwortung für die Richtigkeit seiner evtl. veränderten Vorgabe.
   
3.12.10 Ein Spieler kann nicht durch ein Ergebnis aus einer EDS-Runde eine Vorgabe der Vorgabenklasse 1 erhalten.
Beispiel: Ein Spieler mit einer EGA-Vorgabe 4,8 erspielt in einer EDS-Runde 41 Stableford-Nettopunkte. Seine EGA-Vorgabe wird nur um 0,3 auf 4,5 herabgesetzt und nicht um 0,7 auf 4,1.
   
3.12.11 Die Vorgabe eines Spielers darf aufgrund eines Wettspielergebnisses über neun Löcher nicht auf eine Vorgabe der Vorgabenklasse 1 sinken.    

   



   
3.13.7 Ein Spieler mit gesperrter oder verlorener EGA-Vorgabe kann zu keinem Wettspiel melden, bei dem als Voraussetzung der Meldung oder Teilnahme eine Vorgabe oder der Amateurstatus nachgewiesen werden müssen. Gleiches gilt sinngemäß für EDS-Runden.


3.13.8 Während der Dauer der Sperre gilt für alle DGV-Mitglieder, in denen der Spieler Mitglied ist oder wird, ein Verbot, für diesen Spieler eine EGA-Vorgabe zu führen. Alle DGV-Mitglieder, in denen dieser Spieler Mitglied ist, sind durch das DGV-Mitglied, das die Sperre verhängt hat, über die Sperrung der EGA-Vorgabe zu informieren. Im Falle der Sperre einer EGA-Vorgabe der EGA-Vorgabenklasse 1 sind daneben der DGV und der betroffene LGV zu informieren.


3.13.9 Zu einer Entscheidung des Heimatclubs über die Sperre seiner Vorgabe hat der Spieler die Möglichkeit, innerhalb von sieben Tagen beim Vorgabenausschuss des LGV eine Überprüfung zu beantragen.

Zu einer Entscheidung des LGV haben der Spieler und sein Heimatclub die Möglichkeit, innerhalb von sieben Tagen beim Vorgabenausschuss des LGV eine Überprüfung zu beantragen.
Entscheidet der Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV, gilt für das anzuwendende Verfahren die Rechts- und Verfahrensordnung (RVfO) des DGV. Zuständiges Organ für die Überprüfung der Entscheidung des Vorgabenausschusses ist der DGV-Vorstand.


3.13.10 Ausgenommen beim Wechsel des Heimatclubs, erlischt eine Vorgabe automatisch, wenn ein Spieler seine Mitgliedschaft bei einem DGV-Mitglied beendet.
   


   
3.16.4 Bei den Herauf- bzw. Herabsetzungen zieht der Vorgabenausschuss sämtliche verfügbaren Informationen zum Spielpotenzial des Spielers in Betracht, insbesondere

- die Häufigkeit der vom Spieler gespielten Runden;
- die Häufigkeit der vom Spieler gespielten Runden im Verhältnis zu den eingereichten vorgabenwirksamen Ergebnissen;
- die Anzahl der in jüngster Zeit erzielten vorgabenwirksamen
Ergebnisse, in denen nicht nur die Vorgabe bestätigt oder unterspielt wurde, sondern auch die Ergebnisse in der Pufferzone oder schlechter;
- Leistungen des Spielers in Lochwettspielen, Vierball-Zählwettspielen oder anderen nicht vorgabenwirksamen Wettbewerben.

Anmerkung: Der Vorgabenausschuss sollte bei einem Spieler entschlossener handeln, dessen Spielpotenzial sich offensichtlich schnell verbessert, als bei einem Spieler, dessen Spielpotenzial nur geringfügige Verbesserungen aufweist.

Beispiel: Spieler, die mehrfach mehr als 40 Stableford-Nettopunkte spielen, dokumentieren damit so gut wie immer ein Spielpotenzial, das besser ist als die aktuelle Vorgabe und sollten umgehend eine neue Vorgabe festgesetzt bekommen.

Ein DGV-Mitglied darf kein festes Schema festlegen, nach dem EGA-Vorgaben gemäß Ziffer 3.16 geändert werden. Insbesondere ist es nicht zulässig, EGA-Vorgaben nur aufgrund des Umstandes, dass ein Spieler während eines Kalenderjahres kein vorgabenwirksames Ergebnis eingereicht hat, heraufzusetzen. Jede Herauf- bzw. Herabsetzung muss individuell beurteilt werden.
Hinweis: Es ist nicht zulässig, ausschließlich ein einzelnes Ergebnis aus einem nicht vorgabenwirksamen Wettspiel zur Veränderung der Vorgabe heranzuziehen, da hierdurch kein allgemeines Spielpotenzial ausgedrückt wird.

Für die Überprüfung der Vorgaben +1,0 und besser durch den DGV werden u. a. zusätzlich folgende Faktoren herangezogen:

- die Anzahl Teilnehmer in einem Wettspiel,
- die Anzahl Wettspiele eines Spielers und
- die Bedeutung des Wettspiels (Verbandwettspiel, internationales Wettspiel, auswärtiges Wettspiel eines DGV- Mitglieds, Wettspiel im Heimatclub).

Die Festsetzung einer neuen Vorgabe durch den DGV erfolgt unter Berücksichtigung und Gewichtung der o. g. Faktoren.
Auch nicht vorgabenwirksame Ergebnisse können einen Einfluss auf die Stammvorgabe eines Spielers haben, jedoch nicht als einzelnes zu wertendes Ergebnis, aber in der Summe mehrerer solcher Ergebnisse, die ein dauerhaft anderes Spielpotential ausdrücken als die momentane Vorgabe des Spielers.

Sollten auch einzelne nicht vorgabenwirksame Ergebnisse (wie fälschlich von vielen Spielern angenommen) zur Veränderung einer Vorgabe führen, müsste dies auch bei besonders schlechten Ergebnissen oder überhaupt bei allen eine Rolle spielen. Dann wäre es aber völlig überflüssig, überhaupt nicht vorgabenwirksame Ergebnisse zu haben.

Bei der Einschätzung, ob ein Spieler im Rahmen seiner Vorgabe spielt, helfen folgende Durchschnittsergebnisse, die von Spieler der einzelnen Vorgabenbereiche gespielt werden:

Vorgabe bis 4,5: 33 Netto-Stableforpunkte
Vorgaben 4,5 - 8,0: 32,5 Netto-Stableforpunkte
Vorgaben 8,1 - 11,4: 32,0 Netto-Stableforpunkte
Vorgaben 11,5 - 15,0: 31,5 Netto-Stableforpunkte
Vorgaben 15,1 - 18,4: 31,0 Netto-Stableforpunkte
Vorgaben 18,5 - 26,4: 30,5 Netto-Stableforpunkte
Vorgaben 26,5 - 36,0: 30,0 Netto-Stableforpunkte


 
3.16.5 Über Änderungen der EGA-Vorgabe gemäß Ziffer 3.16 muss der Vorgabenausschuss den Spieler informieren. Änderungen treten mit Kenntnisnahme durch den Spieler in Kraft.

Anmerkung: Hat ein Spieler zu der Veränderung seiner Vorgabe durch den Vorgabenausschuss seines Heimatclubs Fragen bzw. Zweifel, so muss ihm die Gelegenheit gegeben werden, diese dem Ausschuss darzulegen. Bei dieser Gelegenheit muss der Spieler darüber informiert werden, dass er innerhalb von sieben Tagen die Möglichkeit der Überprüfung der Entscheidung seines Vorgabenausschusses durch den Vorgabenausschuss des zuständigen LGV beantragen kann.
   
3.16.6 Die Entscheidung des Vorgabenausschusses des Heimatclubs unterliegt der Überprüfung durch den Vorgabenausschuss des zuständigen LGV, dessen Entscheidung wiederum der Überprüfung durch den Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV unterliegt.

Der jeweilige Antrag des Spielers bzw. des DGV-Mitglieds auf Überprüfung muss innerhalb einer Ausschlussfrist von sieben Tagen nach Kenntnis von der Entscheidung des DGV-Mitglieds bzw. LGV schriftlich beim Vorgabenausschuss des LGV bzw. DGV eingegangen sein. Auf das Recht zur Überprüfung muss der Spieler bzw. das DGV-Mitglied hingewiesen werden. Für das Überprüfungsverfahren des DGV gilt die Rechts- und Verfahrensordnung (RVfO) des DGV. Die Überprüfung hat aufschiebende Wirkung, ausgenommen im Fall der Anwendung von Ziffer 3.16.7.
Es ist offensichtlich und ein Gebot der Höflichkeit, dass ein Spieler von der geänderten Vorgabe zuerst durch den Vorgabenausschuss erfahren sollte und nicht durch andere Clubmitglieder.  
3.16.7 Die EGA-Vorgabe eines Spielers, der an einem auswärtigen Wettspiel teilnimmt, kann durch den Vorgabenausschuss oder die Wettspielleitung des das Wettspiel ausrichtenden DGV-Mitglieds ausschließlich für das Wettspiel herabgesetzt werden, wenn die begründete Überzeugung besteht, dass die Vorgabe zu hoch ist.

Vorgabenausschuss bzw. Spielleitung müssen den Vorgabenausschuss des Heimatclubs des Spielers unmittelbar im Anschluss an das Wettspiel über alle Einzelheiten im Zusammenhang mit der Herabsetzung informieren.

Anmerkung: Generelle Überprüfung des Spielpotenzials durch den Vorgabenausschuss
In außergewöhnlichen Fällen sollte der Vorgabenausschuss eines DGV-Mitglieds die Vorgabe eines Spielers zwischen den Überprüfungen von EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen überprüfen.

Die Überprüfung von EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen ist ein Verfahren, das mindestens einmal jährlich stattfindet und bei dem der Vorgabenausschuss die Leistungen jedes Spielers, für den er zuständig ist, mit der aktuellen Vorgabe des Spielers abgleicht. Der Vorgabenausschuss entscheidet nach eigenem sachgemäßem Ermessen, ob er die Vorgabe bestätigt oder ob diese verändert wird.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass ein einzelnes besonders gutes Ergebnis keinen Grund darstellt, die Vorgabe weiter zu verändern, als das System es vorsieht. Eine Veränderung einer Vorgabe durch eine Entscheidung des Vorgabenausschusses muss auf dem allgemeinen Spielpotenzial des Spielers beruhen und nicht auf einem einzelnen Ergebnis. Nur bei einer generellen Abweichung der Ergebnisse eines Spielers von der EGA-Vorgabe des Spielers gibt es einen Anlass, eine entsprechende Anpassung vorzunehmen.
Diese Regelung gibt einer Spielleitung die Möglichkeit, die Vorgabe eines Gasts aus einem anderem Heimatclub zu verändern, wenn er davon überzeugt ist, die Vorgabe würde nicht stimmen.

Gerade bei Sponsorenwettspielen kann es nützlich sein, fragwürdige Vorgaben von Gästen zu verändern.