Lukas und Ludwig sind Aachens Sensations-Asse
Die Regionalliga-Saison 2025 der Deutschen Golf-Liga presented by All4Golf läuft für Lukas Kütting nicht ganz nach Plan. Der Captain belegt mit dem Herrenteam des Aachener GC am letzten Spieltag nur Rang vier und muss in die Oberliga absteigen. „Sehr ärgerlich. Wir waren punktgleich mit dem Dritten und am Ende fehlen uns sieben Schläge zum Klassenerhalt“, so Kütting. Es ist wie es ist. Manchmal hat man Pech, manchmal Glück. „Wir wollen nächste Saison auf jeden Fall wieder hoch.“
Das Thema ist durch. Ein anderes bestimmt das Clubgeschehen, denn: Der Aachener GC hat mit Lukas Kütting und seinem DGL-Vize-Captain Ludwig Edzard nun nämlich zwei Sensations-Asse in seinen Reihen. Zwei Golfer, die ausgerechnet bei den Clubmeisterschaften etwas vollbringen, was in Deutschland noch nie zuvor erreicht worden war. Das Duo Kütting/Edzard schreibt Geschichte mit seiner ungeplanten Aktion, die die DGL-Community und die gesamte deutsche Golf-Familie entzückt. Und die Story, die Social Media erobert, geht so.
Samstag, 6. September, Clubmeisterschaft im Aachener GC. Die Sonne scheint, es ist ziemlich genau 10 Uhr. Die Spielgruppe mit Kapitän Kütting, seinem Co. Edzard und Vorjahres-Champion Christoph Uhlmann steht an Tee zwei. Gelaserte 163 Meter zur Fahne, Par 3. „Lustig war, dass Chris Uhlmann noch vor dem Abschlag sagte, dass er lange kein Ass mehr gesehen hat“, erzählt Kütting. Der Captain schnappt sich sein Eisen 7, der Ball landet links auf dem Grün, spinnt und rollt ins Loch. „Da war die Freude natürlich erst mal riesengroß. Die Spieler am dritten Abschlag haben das auch mitbekommen und laut zu uns raufgerufen“, erinnert sich Kunstschütze Kütting. Das erste Hole-in-One in der Karriere des 29-Jährigen.

Aber wer jetzt denkt, das war's - von wegen. Auch Ludwig Edzard wählt das Eisen 7, trifft den Ball ähnlich gut, rauf aufs Grün und die Kugel rollt. „Wir haben dann nicht gesehen, ob er reingegangen ist, weil uns die Morgensonne geblendet hat. Erst auf dem Grün haben wir völlig überrascht festgestellt, dass beide Bälle im Loch liegen. Das war schon sehr geil“, erzählt Edzard. Zweimal Hole-in-One auf einer Runde von zwei Spielern der selben Gruppe und am selben Loch. Der Club hat es gleich auf seine Website gestellt unter dem Titel „Sensations-Asse“. Kommt nicht alle Tage vor. „Noch besser ist, dass es nicht irgendein Turnier, sondern bei den Clubmeisterschaften war“, so Edzard.
Über das sofort gepostete Video verbreitet sich die Nachricht dieser kuriosen Story derart rasend schnell, dass noch auf der Runde Mitglieder und Freunde zu den beiden Aachener Assen laufen und gratulieren. „Das war wirklich krass, wie schnell das ging. Wir waren vollgepumpt mit Adrenalin, dass es für uns beide noch ein sehr wilder Score wurde“, erzählt Kütting. Er selbst spielt in dieser Runde noch ein Eagle, ein Triple-Bogey und am Ende eine 75, Edzard wird mit zwei Eagles und einer 73 am Ende Clubmeister. „Das alles passt auch irgendwie zu unserer Freundschaft. Wir spielen im Lauf der Saison sehr viel zusammen und machen gemeinsam Urlaub. Das macht das Ganze noch schöner“, erzählen die beiden Doppel-Asse aus dem Aachener GC.
Der Club plant, diesem einmaligen Ereignis eine Tafel samt Scorekarten und Foto der Spieler zu widmen und im Kaminzimmer aufzuhängen. Kütting hat seinen Ball (Titleist 4) bereits zu Hause im Regal über dem Fernseher platziert, Edzard wird seine Kugel (Titleist 6) ebenfalls nicht mehr putzen und nicht mehr spielen. Kronzeuge und Vorjahres-Champion Uhlmann, der noch erwähnt hatte, lange kein Ass mehr gesehen zu haben, sagte bei der Siegerehrung, er sei sehr happy, bei dieser Sensation dabei gewesen zu sein. Und in der Whats-App-Gruppe der Aachener AK30-Herren sinniert man bereits, wie man so ein Ereignis nennen kann. Birdie, Eagle, Albatros – alles schon geklärt und begrifflich belegt. Aber zwei Hole-in-Ones von zwei Spielern aus einer Gruppe am selben Loch so kurz hintereinander? Vorschlag als Fachausdruck: LuLu, in Erinnerung an Lukas Kütting und Ludwig Edzard.
Am letzten DGL-Spieltag hatten die beiden Herren aus dem Aachener GC noch großes Pech. Diesmal war's ein großes Glück, die „Sensations-Asse“ erleben zu dürfen und selber geschlagen zu haben. Und dann auch noch zwei Freunde, die sich gut kennen, schätzen und füreinander freuen können. Herrlich. So ist Golf. Emotionen pur. Nach einer Enttäuschung kommt immer wieder der nächste, unerwartete Höhepunkt. In diesem Fall war's ein ganz besonderer, den sie in Aachen so schnell nicht mehr vergessen werden.







