International

Rose bezwingt das Monster

 
  • A
  • A
  • Schriftgröße

Doral, Florida: Justin Rose sichert sich in einem dramatischen Finale den Sieg bei der WGC - Cadillac Championship. Bubba Watson bleibt nur Rang zwei. Martin Kaymer startet schlecht in den Sonntag, Tiger Woods kann ihn gar nicht erst beenden.

  1. 19 Kommentare
  2. 57 Bilder

Bubba Watson ist ein Autodidakt. Er lasse sich nichts von Leuten sagen, die schlechter spielen, sagt er. Nimmt man die Weltrangliste zur Hilfe, kommen somit nicht einmal zwei Dutzend Menschen auf dieser Welt als Coaches in Frage. Es gibt einige, die behaupten, der angelernte Schwung wäre anfällig in Stresssituationen. Dem könnte man entgegenhalten, dass der US-Golfer auf der Tour immer einen Mental-Trainer bei sich hat. An diesem Sonntag auf der Finalrunde der WGC - Cadillac Championship bekamen beide Fraktionen recht.



Mit drei Schlägen Vorsprung war Watson auf die Runde gegangen, nach fünf Löchern war er plötzlich nur noch Dritter. Wenn er nicht ein paar lange Putts gelocht hätte, wäre alles noch schlimmer geworden. Watson drohte, auseinander zu brechen. Doch so hatte er weiter die Chance, zurück zu kommen. Und er tat es. Nach zwölf Löchern lag er wieder gleichauf mit Justin Rose. Auch Rory McIlroy war plötzlich vorne dabei, dazu Keegan Bradley. Es versprach, eine dramatische Schlussphase zu werden auf dem TPC Blue Monster.

Dann strauchelten McIlroy und Bradley, Watson spielte das Bogey an der 13 und Rose lochte nahezu gleichzeitig zum Birdie an der 14. Der Zwei-Schlag-Vorsprung hatte bis zur 18 Bestand. Dort lochte Rose zu Bogey (-16) - nur noch ein Schlag Vorsprung. Watson lag wenige Augenblicke später nach seinem Abschlag rechts im Rough, hatte 191 Yards in den Wind bis zum Grün. Ein Setting, wie geschaffen für den Gefühlsgolfer. Watson gelang der Schlag der Woche, in einer Rechts-Links-Kurve brachte er den Ball drei Meter vor die Fahne dieser ominösen 18, dem schwierigsten Schlussloch der PGA Tour.

WGC Cadillac Championship 2012 - Der Sonntag

Fotostrecken »
Zum Öffnen der Fotostrecke bitte auf eines der Bilder klicken!


Watson war wieder da, trotz Instinkt-Schwung, vielleicht gerade deswegen. Den Zuschauern in Florida war das egal. Sie flippten aus. Und waren schlagartig stumm, als Watson den Putt zum benötigten Birdie vorbeischob. Rose nahm die Gratulationen für seinen ersten WGC-Sieg auf der Driving Range in Empfang, wo er sich schon auf das Stechen vorbereitete. Watson bleibt nur der zweite Platz nach einer 74 bei 15 unter Par.

Für den 31-jährigen Rose ist es der erste WGC-Sieg, wohl der größte Titel seiner Karriere, die bereits vier Sieger auf der European Tour und drei Siege auf der US PGA Tour beinhaltete. 1,4 Millionen US-Dollar Preisgeld ist der Titel zudem wert. "Endlich kann ich wieder einen Pokal zur Familie nach Hause bringen. Das kann man als Golfer in 90 Prozent der Fälle nicht", sagte Rose, der Kontrahent Watson gleich generös zum "Gesicht der Woche" erklärte.

Wiederum eine Spitzenplatzierung sicherte sich McIlroy, der bei 14 unter Par das zweite WGC des Jahres als Dritter abschloss. Zur Mitte der Runde, als er an der 12 zum Eagle lochte, war er plötzlich der Favorit. Doch er schaffte es wieder nicht, den Schwung bis zum Ende mitzunehmen. "Es war frustrierend", sagte die Nummer eins nach der Runde. "Aber alles in allem war es wieder eine gute Woche."

Platz vier teilen sich Charl Schwartzel (68), Peter Hanson (71) bei 13 unter Par. Luke Donald (69) und der Australier John Senden (65) schließen das Turnier auf dem geteilten sechsten Platz ab. Tiger Woods schaffte es nicht bis zur 18. Lesen Sie hier mehr zu seiner Verletzung.

Kaymer puttet stark, rutscht dennoch ab
Für Martin Kaymer war der Kampf um eine Top-Platzierung eigentlich schon nach drei Löchern verloren. Zwei über lag er da schon für den Tag. Drei Bahnen später waren es drei über, von da an ging es um Schadensbegrenzung. Am Ende waren es drei Birdies und zwei weitere Bogeys, die ihn zu einer 74 führten. Bei insgesamt sieben unter Par teilt er sich den geteilten 20. Rang.

Kaymer war am Sonntag länger vom Abschlag als in den Tagen zuvor, dafür auch deutlich unpräziser. Nur der Putter war am Sonntag - wie fast die gesamte Woche - ein sehr verlässliches Spielgerät. Nur 23 Putts sind ein Spitzenwert, zumal er damit einige lange Pars rettete und damit einen größeren Absturz verhinderte. Insgesamt benötigten nur fünf Spieler weniger Putts als Kaymer in diesen Tagen. Am Ende waren jedoch zu wenig Birdie-Versuche darunter.

fpf




Facebook Twitter
Artikel drucken Artikel versenden

Livescoring

TPC Blue Monster - der Kurs

Ranglisten: aktuelle Positionen