'Keiner wird hier unter Par spielen'
Fast 7600 Yards misst der Blue Course des Congressional Country Clubs von den hinteren Abschlägen und ist damit der zweitlängste US-Open-Kurs der Geschichte. Titelverteidiger Graeme McDowell staunte nicht schlecht, als er vor kurzem zur Proberunde kam.
Es ist sinnvoll, dass Golfplätze, auf denen die Profi-Touren gastieren, dem Fortschritt des Spiels angepasst werden. Immer weiter fliegen die Abschläge der Professionals, immer präziser landen die Annäherungen am Stock. Ein Platz, der noch vor wenigen Jahrzehnten den Akteuren das Fürchten lehrte, wird von den Rory McIlroys oder Lee Westwoods dieser Welt schnell zur Birdie-Spielwiese degradiert.
Da US-Open-Turniere in der Regel auf keiner Birdie-Spielwiese ausgetragen werden, sondern auf Bahnen, die die Spieler vor erhebliche Probleme stellen, einen Score von Level Par zu retten, hat man auch im Congressional Country Club die Zeichen der Zeit erkannt. Der Blue Course des Resorts bekam speziell für die US Open ein Face-Lifting.
US Open 2011 - Der Kurs
1964 und 1997 war der Kurs schon einmal Schauplatz für eines der wichtigsten Golfturniere weltweit. Ernie Els setzte sich vor 14 Jahren knapp vor Colin Montgomerie durch und kehrt nun an die alte Erfolgsstätte zurück. Vermeintlich. Denn zwischen dem Platz, auf dem das zweite Major dieses Jahres ausgetragen wird und dem Platz, auf dem der Südafrikaner damals seinen zweiten US Open-Titel holte, liegen Welten.
Insgesamt machen acht neue Abschlagboxen den Platz gute 350 Yards länger als noch 1997, und etwa 500 Yards länger als 1967, Ken Venturi dort triumphierte. Eine weitere Veränderung betrifft die Grüns. Da die Beschwerden über die holprigen Puttflächen auf dem Platz während des AT&T Nationals, bis vor zwei Jahren noch im Congressional Golf Club ausgetragen, immer lauter wurden, pflanzte man eine neue Grassorte, die die Grüns schneller, spurtreuer und weniger holprig machen soll.
Graeme McDowell, der bei der US Open vor einem Jahr in Pebble Beach reüssierte, rieb sich verwundert die Augen, als er im April zu einer Proberunde nach Bethesda, Maryland, kam. Er kommunizierte via Twitter, dass er hoffe, sich in der Wahl der Tee-Box vergriffen zu haben. So schwer und vor allem lang hatte er den Platz empfunden. McDowell wusste natürlich, dass dies – zumindest nicht in allen vier Durchläufen – der Fall sein würde. So wird der Platz in diesem Jahr bis zu knapp 7600 Yards lang werden – bei Par 71.
Über das 18. Loch twitterte "Gmac" gar, es sei das schwerste Loch, das er jemals gespielt habe. Kein Wunder, ein Par 4 mit 523 Yards Länge und zu allem Überfluss noch mit einem Grün, das neben den Bunkern rechts von viel Wasser verteidigt wird. Auch vor dem elften Loch, einem nicht viel kürzeren Par 4, auf dessen rechter Fairwayseite sich ein kleiner Bachlauf entlangschlängelt, hat der Nordire großen Respekt. "Würde mir jemand beim Turnier vier Pars dort anbieten, ich würde sie sofort kaufen."
"Wir wollen, dass die US Open ein harter Test wird", kündigte U.S. Golf Association Executive Director Mike Davis an. Dazu müssen wir die Hindernisse wieder so ins Spiel bringen, wie ursprünglich angedacht. Graeme McDowells Meinung nach, ist den Verantwortlichen dies eindrucksvoll gelungen: "Kein Spieler wird hier unter Par spielen", so seine Ankündigung.
tfi




