Bild Information: Puttgriff Klaue Sergio Garcia

Putten - alle Grifftechniken

Putten
 

Jeder will den kleinen weißen Ball mit so wenig Schlägen wie möglich ins Loch bringen. Um das richtige Gefühl auf den Grüns zu bekommen, ist den Profis jeder Griff in die Equipment- und Technik-Trickkiste recht.

Es gibt sicher so viele verschiedene PuttGriffe und -Techniken, wie es Putter gibt. Vom Anchoring zum Double-Interlock und vom kurzen Blade-Modell zum Broomstick-Mallet. Dabei kommt es bei allen Varianten auf das Gleiche an: Der Ball soll ins Loch! Und es gibt viele verschiedene Wege, dies konstant und erfolgreich zu schaffen. Solange sich die Handgelenke passiv während der Bewegung verhalten, ist nahezu alles erlaubt. Von Vorteil ist ebenfalls, wenn der Winkel zwischen Putterschaft und Unterarm so gering wie möglich ist. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl an Puttgriffen von Profis verschiedener Touren vor und erläutern, welche Eigenheiten diese mit sich bringen.

Traditional

Bekanntester Vertreter ist Tiger Woods.
Hier sind beide Daumen mittig auf dem Griff und die Handrücken parallel zueinander. Der linke Zeigefinger wird über die Finger der rechten Hand gelegt, um so eine bessere Einheit zu garantieren. Großer Vorteil ist, dass ein relativ ähnliches Bewegungsmuster vorliegt, wie bei größeren Schwüngen. Die Putterkopf-Rotation ist somit vergleichbar mit der Schlägerkopfrotation im langen Spiel.

Cross-Handed

Prominente Vertreter sind Jim Furyk und Billy Horschel.
Die linke Hand befindet sich hier unterhalb der rechten und der rechte Zeigefinger wird über die Finger der linken Hand gelegt. Auch hier sind die Handrücken parallel zueinander. Wesentlicher Vorteil dieser Technik ist, dass die rechte Schulter nicht tiefer hängt als die linke, was zu einer horizontalen Schulterachse führt.

Fixieren am Unterarm

Ein Paradebeispiel mit einer Puttbewegung, bei welcher der Putter gegen den Unterarm gedrückt wird, ist Matt Kuchar. Dazu greift er den Putter zwar relativ traditionell (Double-Interlock), drückt den etwas längeren Griff jedoch gegen den linken Unterarm, um den Putter nah am Boden zu bewegen und zu deloften (der Loft der Schlagfläche wird im Treffen reduziert). Dadurch wird der Ball mit einem effektiven Loft von beinahe null Grad und leicht in der Aufwärtsbewegung getroffen, was zu einem frühen, gleichmäßigen Roll führt. Wichtig: Dieser Griff fällt nicht unter das Anchoring-Verbot nach der 2016 in Kraft tretenden Regel 14-1b!

Split-Handed

Ein PGA-Professional mit dieser Technik ist Daniel Chopra.
Split-Handed ist eine Kombination aus Cross-Handed und dem Fixieren am Unterarm. Der Putter wird mit der rechten Hand am oberen Ende gegriffen und die linke Hand wird mit etwas Abstand darunter platziert. Um die Einheit zwischen beiden Händen zu gewährleisten, sollen die Finger der rechten Hand den linken Unterarm berühren. Im Gegensatz zu Matt Kuchars Putt-Stil, wird der Putter hier nicht deloftet, sondern regulär released. Auch hier ist die Schulterebene parallel zum Boden.

Klauengriff

Sowohl Sergio Garcia als auch Phil Mickelson verwenden den Klauengriff, wobei letzterer je nach Putt den Griff wechselt. Mit diesem Griff hat Garcia, der nicht unbedingt für ein gutes Putten bekannt war, seine durchschnittlichen Putts pro Runde von 2010 auf 2014 um 1,3 Schläge gesenkt und lag damit unter den Top 30 der Tour. Bei dieser Technik greift die linke Hand den Putter ganz normal, am oberen Griffende. Die rechte Hand hingegen ist so verdreht, dass sich der Daumen auf der linken Unterseite und Zeige- und Mittelfinger auf der rechten Oberseite des Griffs befinden. Mit dieser Art Klaue wird die linke Hand, die hier dominant ist und die Bewegung vorgibt, unterstützt, um einen runden Schwung zu garantieren. Ebendies ist der Vorteil eines solchen Puttgriffs, da ein aktives Eingreifen der rechten Hand und somit eine Verdrehung der Schlagfläche minimiert wird. Wichtig hierfür ist ein niedriger Griffdruck der rechten Hand.

Forward Press

Einen besonders auffälligen Forward Press haben der Weltranglistenerste Rory McIlroy wie auch Publikumsliebling Phil Mickelson. Forward Press ist die Bezeichnung des Drückens des Griffendes in Schlagrichtung. Die Bewegung ist also vergleichbar mit derer Kuchars'. Nur wird hier der Putter nicht ganz so stark deloftet, jedoch auch im Rückschwung nah am Boden geschwungen. Die Schwungbahn ist meist inside-out, was zu einem offenen Stand führt. Neben der Führung durch die linke Hand, speziell des Handrückens, garantiert diese Technik auch eine flüssige Bewegung vom Set-up in den Rückschwung. Wer also Probleme hat, den Putter ruhig in den Rückschwung zu bewegen, kann den Forward Press sehr gut als Trigger hierfür nutzen.

Tabletop

Letztes Jahr fiel Michelle Wie nicht nur durch ihre deutlich stärkeren Resultate auf der LPGA Tour im Vergleich zu den Jahren zuvor auf, sondern vor allem auch durch ihren etwas ungewöhnlich anzusehenden Tabletop-Puttstil. Hierbei beugt sie ihren Oberkörper stark nach vorne, nah an 90 Grad heran. Die Oberarme sind am Oberkörper fixiert und die Schultern werden um die Achse der Wirbelsäule gedreht. Der Griff selbst sollte eine Führung der linken Hand und somit eine gerade Schwungbahn, unterstützen. Die Siegerin der US Womens’ Open greift den Putter Cross-Handed. Vorteil dieser Bewegung ist die Nähe zum Ball und Boden, was einem das Zielen, sowie eine gerade Schwungbahn ohne größere Verdrehungen der Schlagfläche erleichtert. Um diese Technik korrekt umzusetzen, sind eine gute Körperspannung und ein gerader unterer Rücken essentiell.

Kurzer Putter

Den kürzesten Putter unter den Tourspielern hatte lange Zeit Robert Garrigus, der bis vor drei Jahren einen 28-Inch-Schaft nutzte. Vorteile eines kurzen Putters sind immer die Nähe der Augen zum Boden und Ball. Dies soll das Zielen erleichtern.

Dicker Griff

Einer der ersten Spieler auf der US PGA Tour mit einem (zu der Zeit noch sehr ungewöhnlichen) dicken Griff war KJ Choi. Kein Jahr, nachdem Choi auf den dickeren Puttergriff wechselte, gewann er das AT&T National. Es folgten weitere Siege, unter anderem der Players Championship 2011. Ein dickerer Griff führt zu passiveren Handgelenken, was beim Putten auch erwünscht ist, um eine konstante, kontrollierte Schlagbewegung durchführen zu können. Ein traditioneller Puttgriff ist hier nicht mehr möglich, da die Hände mehr nebeneinander, als übereinander auf dem Griff Platz finden.

Erfolgreicher Putten: Trainingstipp von Fabian Bünker

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