Bild Information: Gehirnwäsche Golf (Photo by Pexel)

Dem Ärger den Garaus machen

Gehirnwäsche Golf #5
 

Wie Sie Ihre Stimmung auf Knopfdruck heben, zeigt Ihnen Expertin Dr. Barbara Gülpen im fünften Teil unserer Serie Gehirnwäsche Golf - Mentaltechniken für alle Fälle.

Die Schwankungen beim Golf sind ärgerlich und für viele unerklärlich. Da wir im Leben Erklärungen benötigen, um die Realität verstehen zu können und inneren Frieden zu finden, beginnt die Analyse der Fehlschläge (oder gar Fehlrunde) meist unmittelbar danach.

  • Was ist passiert?
  • Warum ist das Schlagergebnis nicht wie geplant?
  • Wie ist das zu erklären?
  • Weshalb sind meine Schwankungen so groß?

Der Pro steht einem immer mit einer (technischen) Erklärung zur Seite: "Der Ball ist nicht dahin geflogen, wohin er sollte, weil …!" Selbstverständlich hat - oberflächlich gesehen - jeder Fehlschlag einen technischen Grund. Genauso, wie jedes Versagen bei wichtigen Präsentationen vor einer Gruppe den Grund in einer Hormonausschüttung hat. Jedoch führen vorhergehende Gedanken und Gefühle und eine subjektive Bewertung der Situation zu den entsprechenden Hormonausschüttungen, die daraufhin zum Versagen bzw. zu Fehlbewegungen und in der Folge zu Fehlergebnissen führen. Wir Deutschen machen einen Unterschied zwischen den Begriffen Grund und Ursache. Die Schwungtechnik ist zwar der Grund für den Fehlschlag aber nicht die (tiefere) Ursache. Außer vielleicht bei Anfängern, die noch nicht wissen, was zu tun ist bzw. was sie (technisch) tun sollten und es auch noch nie gekonnt haben bislang.

Die Frage ist daher nicht: Was war die falsche Bewegung? Sondern die richtige Frage lautet: Was war der falsche Gedanke? Oder noch besser: Was ist der richtige Gedanke? Der mich in die richtige Stimmung und damit in die richtige (fließende und intuitive) Bewegung bringt, die wiederum quasi automatisch das richtige Ergebnis hervorbringt?

Und hier kommen die Mentaltechniken zum Einsatz. Es geht darum, sich selbst die passenden Gedanken zurechtzulegen, um diese in kritischen oder wichtigen Situationen abrufen zu können. Welche Gedanken dabei die richtigen sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden (anders als beim Golf, wo jeder mehr oder weniger den gleichen Schlag ausführen soll). Meine wohltuenden Gedanken, die mich in eine selbstsichere, mutige, powervolle Stimmung mit der richtigen Körperspannung bringen, hängen von meiner Persönlichkeit (bin ich z.B. eher der visuelle oder der auditive Typ?) und von meiner Sozialisation (Erfahrungen, Erinnerungen) ab. Daher sollte sich jeder selbst untersuchen:

  • Was tut mir gut?
  • Was heitert mich auf?
  • Was gibt mit Selbstbewusstsein?
  • Welche Erinnerungen habe ich in meiner höchstpersönlichen Vergangenheit, die mir Kraft und Power geben?
  • Und wie kann ich sicherstellen, dass ich auf Knopfdruck diese Erinnerungen wieder finde auf der Runde, hervorholen kann und mich an ihnen erfreuen kann?

Der Knopfdruck ist ein psychologischer Anker, also ein Auslöser für den gewünschten Gedanken und das damit korrespondierende gewünschte Gefühl.

Hier sind zwei Techniken, wie Sie sich bei Wut oder Ärger wieder in die richtige Stimmung bringen:

Sing it!

Singen Sie hörbar oder innerlich Ihr Lieblingslied, um sich zu beruhigen oder sich in eine andere gewünschte Stimmung zu bringen.

Diese Technik mag zunächst ungewöhnlich klingen. Für einen stärker auditiv geprägten Menschen jedoch ist das Summen, Singen und Hören besonders wichtig und beeinflusst die Gefühle besonders stark.

Überlegen Sie schon im Vorfeld, welches Lied oder welche Melodie Sie kennen, die Ihnen gut tut und Sie beruhigt oder in gute Laune versetzt. Vielleicht haben Sie sogar mehrere verschiedene Melodien für unterschiedliche Stimmungen parat? Schreiben Sie die Titel auf einen Zettel und stecken diesen ins Bag. Wenn es dann soweit ist und Sie sich ärgern, sehen Sie auf Ihren (Spick-) Zettel oder denken Sie gleich an Ihr Lied und singen es (laut oder innerlich) vor sich her. Lassen Sie sich auf das Lied ein und fühlen Sie es. Das wird Ihnen sofort helfen!

Reframe it!

Verändern Sie die Bedeutung eines störenden Verhaltens! Indem Sie einer Störung eine positive Bedeutung geben, reduzieren Sie den Ärger darüber und Sie können sich leichter und schneller beruhigen. Sie können Störungen auf zweierlei Weise umdeuten:

  1. Kontext: In welchem Kontext wäre dasselbe Verhalten positiv oder wünschenswert?
  2. Kontent: Was bedeutet das Verhalten noch (außerdem, zusätzlich) Positives in dieser Situation?

Zwei Beispiele:

Störendes Verhalten Positiv für andere  Positive Bedeutung
  Situation jetzt
Flightpartner reden (zu) viel. Flightpartner sind unterhaltsam und nicht langweilig. Flightpartner haben Vertrauen zu Ihnen und/oder haben Interesse an Ihnen.
Hinterer Flight macht Druck. Hinterer Flight arbeitet effizient und versucht alles richtig zu machen. Hinterer Flight erinnert Sie daran, zügig zu gehen und nicht zu lange den Ball zu suchen.

Weitere Power-Techniken können Sie in meinem Buch nachlesen: Kopfkino Golf - Mentaltechniken von A-Z. Neu erschienen diese Woche ist das passende "Workbook" zum Buch, hiermit können die eigenen Erfolgsstrategien systematisch selbst erarbeitet werden.

Teil 3 Gehirnwäsche Golf: So erzeugen Sie Selbstvertrauen Wie Sie den Frust aktiv bekämpfen, zeigt Ihnen Dr. Barbara Gülpen in Teil 4 der Serie Gehirnwäsche Golf. Hier finden Sie das neue Buch/E-Book von Dr. Barbara Gülpen: Kopfkino Golf - Mentalstrategien von A-Z!

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