Bild Information: Marcel Siem kämpft mit dem Frust (Photo by Warren Little/Getty Images)

Den Frust aktiv bekämpfen

Gehirnwäsche Golf #4
 

Dr. Barbara Gülpen bietet Techniken zur Frustbewältigung.

Für jede Situation benötigt ein Golfer andere Mentaltechniken. Eine besondere Situation ist der eigene Umgang mit Fehlschlägen bzw. suboptimalen Schlägen. Jeder weiß, welcher Schlag im optimalen Fall produziert werden kann und welcher aufgrund der Balllage erforderlich ist. Der Golfer entscheidet im Rahmen der Pre-Shot-Routine in einer Mischung aus Analyse (Entfernung, Hindernisse, Wind-/Wetterverhältnisse, Gefälle, verfügbare Schlaglängen) und Intuition (Erfahrung, Tagesform), welchen Schläger er aus dem Bag zieht. Nach der Pre-Shot-Routine wird der Ball geschlagen. Bereits im Schlagmoment - spätestens jedoch kurz danach - stellt sich meist bereits die erste Bewertung des Ergebnisses ein:

  1. Der Schlag hat sich gut angefühlt - das Ergebnis ist jedoch aufgrund unbeeinflussbarer Faktoren (Bounce, Rollverhalten, Platzeigenschaften) suboptimal.
  2. Der Schlag hat sich gut angefühlt - aufgrund eines Schwungfehlers (und des fehlenden neutralisierenden Schwunggedankens) ist er jedoch woanders gelandet als geplant.
  3. Der Schlag fühlt sich bereits ungut an, aber aufgrund von "Glück" kommt der Ball trotzdem in guter Lage zur Ruhe.
  4. Der Schlag fühlt sich bereits ungut an und das Ergebnis ist erwartungsgemäß suboptimal oder gar sehr schlecht. Hier gibt es noch Abstufungen: mit/ohne Strafschlag; mit/ohne Distanzverlust etc. Es gibt sogar Schläge, nach denen der Ball weiter vom Loch entfernt zum Liegen kommt als vorher!

Der ergebnisorientierte Golfer (nur der Score zählt!) ist bei Variante zwei und vier in der Regel am untröstlichsten. Hier haben sich handfeste, selbst verschuldete Fehler eingeschlichen, die auch prompt den Score dieses Lochs und damit automatisch der gesamten Runde bedrohen. Denn jeder einzelne Schlag zählt bekanntlich unbarmherzig bis zum Ende.

Spätestens nach zwei bis drei Fehlschlägen macht sich bei den meisten Enttäuschung/Frust breit und es werden wirksame Mentaltechniken benötigt, um damit innerlich fertigzuwerden und sich selbst wieder auf die Erfolgsspur zu bringen.

Folgende beiden Strategien helfen, sich selbst nicht zu sehr hängenzulassen, sondern schneller wieder zu fassen und in Richtung positiv umzupolen:

Check it off!

Haken Sie die schlechten Schläge systematisch und planmäßig ab! Wenn Sie ein Handicap von z.B. -20 haben, bedeutet das, dass Sie normalerweise mindestens 20 suboptimale Schläge auf der Runde haben. Denn wenn alle Schläge perfekt gelingen würden, hätten Sie vermutlich Handicap 0. Wenn Sie also jetzt einen schlechten Schlag gemacht haben, streichen Sie diesen insgeheim von der Liste der 20 Schläge ab. Im Sinne von "Abhaken". Sie können sich sogar darüber freuen, denn wieder ist einer dieser planmäßigen Schläge "erledigt" und Sie brauchen sich nicht darüber zu ärgern. Stattdessen können Sie sich in Ruhe auf den nächsten Schlag konzentrieren. Probieren Sie diese Art zu denken aus und Sie werden sich weniger Ärgern!

Hold it!

Bei der Hold-it!-Strategie beginnt die Frustbekämpfung bereits im Finish. Bleiben Sie im Finish noch einen Moment stehen und strecken Sie sich besonders. Halten Sie die Körperspannung, obwohl aufgrund des suboptimalen Schlagergebnisses der Reflex wäre, in sich zusammen zu sacken vor lauter Unzufriedenheit. Die gespannte Körperhaltung wird es Ihnen erleichtern, die gedankliche Negativschleife, die in solchen Situationen droht, zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren. Ihr Selbstbewusstsein wird dadurch hoch gehalten und Sie sind schneller wieder auf der Motivationsspur für den nächsten Schlag, denn der ist jetzt der wichtigste!

Anschließend können Mentaltechniken hinzugefügt werden, die Sie wieder in einen ressourcevollen Power-Zustand bringen. Dazu mehr in der übernächsten Folge. Im nächsten Artikel dieser Serie geht es darum, dem eigenen Ärger den Garaus zu machen und wie Sie Ihre Stimmung auf Knopfdruck heben.

Weitere Mentaltechniken gegen Enttäuschung und Frust finden Sie im Buch: Kopfkino Golf - Mentaltechniken von A-Z. Dort werden mehr als 100 leicht anwendbare Mentaltechniken beschrieben.?

Teil 3 Gehirnwäsche Golf: So erzeugen Sie Selbstvertrauen Teil 2 Gehirnwäsche Golf: Wie viele Mentaltechniken braucht der Golfer? Hier finden Sie das neue Buch/E-Book von Dr. Barbara Gülpen: Kopfkino Golf - Mentalstrategien von A-Z!

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