Bild Information: Inner Game mit Frank Pyko (Photo by David Cannon/Getty Images)

Zugegenheit - die Golfroutine für mehr Stabilität

Training
 

Mit "Zugegenheit" stellt Frank Pyko, Inner Game Golfcoach, eine Golfroutine vor, die Sie unterstützt, sich auf das Wesentliche in Ihrem Spiel zu konzentrieren und Störendes auszublenden. 

Haben Sie sich den Ryder Cup Anfang Oktober verfolgt? Ein Großteil der Weltspitze war versammelt und bot herausragenden Sport - und das unter denkbar größtem Druck. Ohne eine tief verinnerlichte Golfroutine ließen sich diese Höchstleistungen nicht erreichen. Denn alle Spieler können Golfen, weshalb Mentale Stabilität und die Fähigkeit, sich allein auf den Schlag in diesem Moment zu fokussieren, den Unterschied ausmacht. Die Qualität der Schlagroutine ist der Schlüssel dafür.

Machen Sie sich diese Erkenntnis für Ihr Spiel zunutze. Mit einer verbesserten Golfroutine lassen sich Fehlschläge, Ablenkungen, mentale Selbststörungen und Ergebnisdruck leichter bewältigen. Ihre Gedanken bekommen beim Spiel eine Richtung, was hilft, sich mit dem zu beschäftigen, worum es wirklich geht: Ihrem Spiel JETZT gerade in diesem Moment!

Was ist eine gute Golfroutine? 

Eine komplette Routine besteht aus drei Phasen, die eigene Zielsetzungen verfolgen. Prüfen Sie für sich, wo Ihr persönliches Verbesserungspotenzial am größten ist.

  • Vor dem Schlag > Ich weiß ganz genau, wohin der Ball soll und wie ich den Schlag ausführe.
  • Am Ball > Ich finde eine "stimmige" Ansprechposition und bin mit meiner Aufmerksamkeit ganz bei meinem Schlag - alles andere ist ausgeblendet.
  • Nach dem Schlag > Ich schließe den Schlag ab - so dass ich im Kopf frei für den nächsten bin.

Wer weiß, ob der ganze Ryder Cup eine andere Wendung bekommen hätte, wenn Lee Westwood am zweiten Tag an der 17 seinen vorbeigeschobenen kurzen Putt hätte abhaken können - um damit zu verhindern, dass ihm dieser Fehlschlag an der entscheidenden 18 nicht wieder passiert.

Bei allen Spielern war zu sehen, mit wie viel Ruhe und Aufmerksamkeit sie sich in ihre Ansprechposition regelrecht hineinfühlen. Selbst Stenson, der meint, zu viel Nachdenken über den Schlag sei für ihn schädlich, verwendet viel Sorgfalt beim Einnehmen seines Stands.

Die Krönung beim Ryder Cup 2016 gab es im Einzel zwischen Sergio Garcia und Phil Mickelson, einem heroischen Duell mit 19 Birdies. Am Abschlag der 17 stand es All Square. Anschließend spielten beide an der 17 und 18 Birdies. Was für eine herausragende mentale Leistung angesichts der Bedeutung und der aufgeheizten Atmosphäre um sie herum. Doch beide Spieler konnten immer wieder am Ball die Außenwelt ausschalten und sich allein auf sich und ihren nächsten Schlag konzentrieren. Und selbst wer genau hinsah, konnte in deren Golfroutine am ersten oder 18. Loch keinen Unterschied festmachen - genau darauf kommt es an.

Zugegenheit - ein Konzept für Ihre Routine

In meinen Golfcoachings hat sich ein Konzept bewährt, das ich Zugegenheit nenne. Dieser Begriff entsteht durch die Zusammensetzung der drei Zeitzonen, in denen sich die Golfroutine idealerweise bewegt. Die Kunst besteht darin, sich in der jeweiligen Phase der Routine nur mit dem zu beschäftigen, was jetzt dran ist.

  • ZUkunft - vor dem Schlag
  • GEGENwart - am Ball, im Schlag sein
  • VergangenHEIT - Schlag abschließen.

1. Vor dem Schlag - Zukunft - was soll geschehen?

Tun: Ballflug bestimmen > Schläger auswählen > Probeschlag: Klare Vorstellung von der gewünschten Schlagbewegung finden.
Tipp: Greifen Sie am Ball ankommend nicht gleich aus Gewohnheit zu einem Schläger, sondern verwenden Zeit darauf, sich den Ballflug vorzustellen.

2. Während des Schlags - Gegenwart - jetzt!

Diese Phase beginnt, wenn Sie an den Ball treten und Ihre Ansprechposition einnehmen. Sie endet, wenn die Schlagbewegung abgeschlossen ist.

Tun: Mit dem Ansprechen des Balls wandert Ihre Aufmerksamkeit von Aussen immer mehr zu sich: Stand finden und zum Ziel ausrichten > Schwung auslösen > mit der Aufmerksamkeit in der Bewegung bleiben.
Tipp: Setzen Sie den Atem bewußt ein: Ausatmen, um sich von Anspannung frei zu machen und einatmen, um den Schwung einzuleiten.

3. Nach dem Schlag - Vergangenheit - was ist passiert?

Tun: Schlag-Auswertung: Was ist passiert? Sachlich auswerten - d.h. nicht sich als Person kritisieren > Abschließen eines Fehlschlags z.B. mit dem Satz: "Das ist jetzt Vergangenheit" > mit einem eigenen Ritual, wie dem Zurückstecken des Schlägers ins Bag, den Schlag abhaken.
Tipp: Führen Sie nach einem schlechten Schlag noch einen gelungenen Probeschlag durch. Dann bleibt die gute Bewegung im Gedächtnis.

Ich bin mir bewusst, Ihnen auf diesem Wege erstmal "nur" ein Konzept angeboten zu haben. Für die Umsetzung benötigt es die dazugehörigen Fähigkeiten. Doch seien Sie sich sicher, wenn Sie Ihrer Routine ab jetzt eine vermehrte Aufmerksamkeit schenken und die Erfahrungen auf der Runde zum Weiterlernen nutzen, werden sich Ihre Golfroutine und damit auch Ihr Spiel verbessern.

Und allen, die mehr über das Erfahrungslernen im Golf wissen wollen, empfehle ich zum tieferen Verständnis den vorherigen Artikel aus dieser Serie: Über Erfahrungen lernen können

Besuchen Sie die Seite von Inner Game und buchen Sie einen Kurs bei Frank Pyko Alles zum Ryder Cup 2016 Wie Phil Mickelson: Situationsübung für kurze Putts

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