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Achtung, Ansteckungsgefahr! 

 

Wie geht man mit der schlechten Laune von Mitspielern um und wie bleiben Sie in einer positiven Stimmung? Mental-Expertin Shirin Hornecker erläutert Hilfestellungen.

"Oh nein, morgen spiele ich im Turnier wieder mit Herrn Heinz. Der ist immer so verkrampft und negativ. Das zieht mich auch automatisch runter." Kennen Sie das? Sehr oft höre ich in meinen Seminaren von der Problematik mit dem Umgang gewisser Flightpartner, ihren negativen Emotionen und wie diese sie beeinflussen.

Im Gegenzug erzählen meine Schüler jedoch auch von ihren besten Golfrunden und wie entscheidend hier oft angenehme und positive Spielpartner waren.

Wieso wirken andere Menschen und ihre Emotionen so auf uns?

Ein Mensch schenkt uns ein Lächeln, und wir lächeln automatisch zurück. Viele kennen dieses Gefühl. Doch stecken wir unsere Mitmenschen auch mit diesem Glück unterbewusst an? Durchaus: Eine wissenschaftliche Studie fand heraus, dass glückliche Menschen andere mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent mit "Glück anstecken".

Diese Ansteckung läuft nicht über Tröpfcheninfektion, sondern über die Mimik. Diese führt beim Betrachter dazu, dass er die Mimik seines Gegenübers imitiert. Dieses Mitfühlen ist uns angeboren: Menschen übernehmen automatisch Gefühle voneinander, die Emotionen gleichen sich an.

Gefühlsansteckung erfolgt in zwei Schritten:

  1. Wir imitieren andere Menschen. Wenn der andere lächelt, lächeln wir unwillentlich zurück.
  2. Unsere Stimmung ändert sich mit der geänderten Gestik und Mimik. Wenn wir lächeln, wird auch unsere Stimmung positiver.


Klingt sehr einfach, aber zurück zu unserem Spielpartner Herr Heinz. Wieso ist diese Erkenntnis so wichtig für unser Spiel und unsere Golfrunde?

Studien zeigen, dass Menschen, die lachen, sich danach besser fühlen, weil die Bewegung der Lachmuskeln auf das Gehirn wirkt. Unsere beste Leistung bringen wir, wenn es Geist und Körper gut geht. Dann werden positive Botenstoffe in den Körper gesendet und der gesamte Apparat kann seine beste Leistung geben - das kognitive Denken funktioniert besser, wir sind emotional stabiler, die visuelle Wahrnehmung ist besser und unsere Bewegungsabläufe sind feiner abgestimmt.

Nachdem jedoch auch bei negativen Gefühlen (z.B. Ärger, Wut, Motivationslosigkeit, Unzufriedenheit) eine "Ansteckungs"-Gefahr besteht und sich dieser Zustand leistungshemmend auf uns auswirkt, sollten wir uns gut überlegen, von wem wir uns anstecken lassen. Die wenigsten unter uns sind nämlich Vormacher, die meisten sind Nachmacher!

Wie kann man eine Ansteckung vorbeugen und kognitiv beenden?

1. Gemütszustandsziel vor der Runde definieren
Finden Sie für sich einen Gemütszustand, in dem Sie sich während der Runde befinden möchten. Setzen Sie sich diese emotionale Verfassung als Ziel für die gesamte Runde und schreiben Sie sich diesen zur Erinnerung auf Ihre Mentale Scorekarte. In diesem Artikel wird die mentale Scorekarte ausführlich beschrieben. Vielleicht denken Sie an Ihre beste Runde Ihres Lebens - in welchem Gemütszustand waren Sie an diesem Tag während der Runde?

2. "Primes" als Hilfsmittel
Finden sie zusätzliche Hilfsmittel (Primes), die Ihren gewünschten emotionalen Zustand aktivieren können. Vielleicht haben Sie ein Bild, ein Lied, ein Souvenir vom Urlaub, ein Geschenk, ein kleines Schmuck- oder Kleidungsstück, das Sie an diesen Zustand erinnern kann und Sie während der Runde begleitet.

3. Achtsamkeit praktizieren und Eigenverantwortung übernehmen
Achten Sie auf Ihren Gemütszustand, sobald Sie merken, dass Sie sich von Ihrem Umfeld negativ anstecken lassen. Gefühlsansteckung jeder Art entsteht spontan und kann kognitiv beendet werden. Natürlich ist es eine Herausforderung in einem "glücklichen" Zustand zu verweilen, wenn Herr Heinz kreative Schimpfwortentwicklung betreibt. Jedoch denken Sie daran, dass Sie als Mensch immer die Möglichkeit und Verantwortung haben, auf diese äußeren Umstände zu reagieren, um sich nicht in den Sumpf mitziehen zu lassen. Es ist nicht immer leicht, aber je öfter Sie auch dies trainieren, werden Sie bald merken, dass Sie immer stärker sich diesen Einflüssen widersetzen können. Sie bauen sozusagen ein starkes Immunsystem gegen unerwünschte Emotionen im Umfeld auf. Diese Fähigkeit steigert nicht nur die Freude und Leistung auf dem Golfplatz, sondern hilft Ihnen auch in sämtlichen anderen Bereichen des Lebens.

4. Zusätzliche Werkzeuge
Weitere Tools, mit denen Sie eine kleine Schutzwand um sich bauen können bzw. um schlechten Stimmungen in Ihrer Umgebung nicht zuviel Beachtung zu schenken, können folgende Ideen sein:


Werden Sie somit unabhängig von anderen und ihren Emotionen. Kreieren Sie aktiv Ihren eigenen gewünschten emotionalen Zustand. Auch Ihr Umfeld wird davon profitieren, denn Sie infizieren Ihre Mitmenschen damit positiv!

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.
Shirin Hornecker

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