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Ich sehe was, was du nicht siehst! 

 

Nur weil Schnee liegt muss man im Winter seinem Golfspiel nicht ganz den Rücken kehren. Man kann mit kleinen Mental-Einheiten sein Golfspiel lebendig halten und dabei sogar nebenbei etwas für sein Wohlbefinden tun.  

Im Golfsport hört man oft von der Technik des Visualisierens und der Wichtigkeit der Sinneswahrnehmung. Projektion und Vorstellungsvermögen sind zum Beispiel elementare Bestandteile der Pre-Shot-Routine und einer guten Rundenvorbereitung (z.B. den Golfplatz in Gedanken spielen). Je besser hier Ihre Fähigkeiten zur Visualisierung sind, desto besser werden Sie sämtliche Mentalen Bausteine umsetzen können.

Auch in anderen Sportarten macht man sich die Erkenntnis über die Vorstellungsregulation seit langem systematisch zunutze. Zahlreiche Studien belegen, dass Vorstellungskraft und Imagination zusätzlich einen großen Trainingseffekt für die Bewegungsausführung haben. Somit wird der Lernerfolg des Neuerwerbs oder Umlernens einer sportlichen Handlung beschleunigt und intensiviert.

Viele Menschen haben jedoch Schwierigkeiten sich wirklich etwas vorzustellen. Das ist auch ganz normal, denn im normalen Leben setzen wir es nicht mehr oft ein und benutzen generell unsere Sinne wenig. Als wir jedoch noch Jäger und Sammler waren hing meist unsere Existenz von einer scharfen Sinneswahrnehmung ab. Die Visualisierung muss daher oft erst wieder erlernt und dann im Weiteren trainiert werden.

Gerade jetzt im Winter können Sie die Zeit nutzen, um ihre Visualisierung zu aktivieren.

Übung zur Visualisierung des Golfschwungs
Diese Übung eignet sich, um den Schwung in den entsprechenden Gehirnregionen (vor allem im Motorkortex) einzuspeichern. Wenn man beispielsweise über den Winter Schwungveränderungen vornimmt, kann man zusätzlich durch Visualisierungstraining das Einprägen dieser Veränderungen optimieren. Insbesondere im direkten Anschluss einer Trainingseinheit des neuen Schwunges oder in einer Wechsel-Kombination zwischen echten Schwüngen und mentaler Vorstellung, können Sie enorme Verbesserungen erzielen.

Je mehr Sinne man in sein Vorstellungstraining mit einbezieht, desto größer ist die Realität für die Wahrnehmung – der Körper nimmt dieses Training in der Vorstellung so auf, als würde es tatsächlich stattfinden.

A. Schreiben Sie sich vorab ihren Golfschwung in allen relevanten Einzelheiten, mit allen Sinnesqualitäten auf. Sie können dies auch gemeinsam mit ihrem Golfpro machen, so dass keine Missverständnisse herrschen und der Bewegungsablauf korrekt einstudiert wird.

B. Machen Sie es sich bequem. Entspannen sie für einen Augenblick. Sie können sich hinlegen oder eine bequeme Sitzposition einnehmen. Schließen Sie die Augen und atmen Sie dabei ruhig und gleichmäßig. Konzentrieren Sie sich auf eine verlängerte Ausatmung, bis der Kopf etwas freier ist.

C. Sprechen Sie nun innerlich Ihren gewünschten Golfschwung durch und zwar so lange bis die gewünschte Bewegung sicher und auswendig abläuft.

D. Nun wechseln Sie die Ansicht und betrachten die gewünschte Bewegung, wie in einem Videofilm, von außen. Lassen Sie diesen Film in Zeitlupe ablaufen, um sich noch bewusster den Ablauf einprägen zu können.

E. Nun wechseln Sie in die Innenperspektive und stellen sich mit allen Sinneswahrnehmungen (sehen, fühlen, hören, riechen) diesen Schwung ganz bewusst vor. Schlagen Sie ein paar imaginäre Bälle in Zeitlupe, um sich die Bewegung noch bewusster vorstellen zu können.

Besonders effektiv wirkt Vorstellungstraining direkt im Anschluss an physisches Training oder in Kombination. Wechseln Sie hierbei immer wieder zwischen real geschlagenen Bällen und dem imaginativen Training wie oben beschrieben.

Sie können diese Übung auch weiterführen und in dieser Weise beliebig viele Löcher auf einem Golfplatz spielen - versuchen Sie dabei so viele Sinne wie möglich einzubauen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit dieser Übung und ein schönes Spiel!

Shirin Hornecker

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