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Gang des Matadors

 

Ein Stierkämpfer zelebriert förmlich, was wir Embodiment nennen. Er bringt sich in eine selbstbewusste Körperhaltung und signalisiert seinem eigenen Körper wie dem Stier: Ich bin selbstbewusst! 

Im Rahmen einer Studie baten Emotionsforscher ihre Probanden eine Comic-Geschichte zu lesen. Am Ende sollten sie beurteilen, wie lustig sie die Geschichte erlebt haben. Dabei wurden sie völlig zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die Mitglieder der ersten Gruppe sollten, während sie den Comic lasen, einen Stift zwischen den Zähnen halten. Die zweite Gruppe sollte den Stift mit den Lippen halten. Die erste Gruppe beurteilte den Comic signifikant amüsanter als die zweite. Wenn Sie es selbst einmal ausprobieren, werden Sie merken, dass sich Ihr Gesicht im ersten Fall eher in ein Lächeln verwandelt. Im zweiten Fall entsteht eher ein "Schmollmund-Gesicht". Vielleicht merken Sie einen ähnlichen Effekt, wie die Probanden der Studie. Der Körper kann nämlich zwischen einem richtigen und einem "gespielten" Lachen nicht unterscheiden. Die positive Wirkung auf unseren Körper ist genau die gleiche, eine vermehrte Ausschüttung von Glückshormonen und eine Reduktion von Stresshormonen.

In einer weiteren Studie wurde den Probanden ein Intelligenztest vorgesetzt. Danach sollten die Probanden bewerten, wie zufrieden sie mit ihrer eigenen Leistung waren. Der Unterschied zwischen den zwei zufällig gebildeten Gruppen war, dass die Probanden in der ersten Gruppe den Test an einem normalen Tisch ausfüllen durften. Die zweite Gruppe hatte einen sehr tiefen Tisch vor sich, so dass sie sich stark überbeugen mussten, um ihre Antworten zu markieren. Die erste Gruppe mit den normalen Tischen war am Ende signifikant zufriedener als die zweite Gruppe.

Positivspirale
Beide Studien belegen, was Schauspieler, Leistungssportler und Menschen, die mit Tieren arbeiten, wissen. Unsere Körperhaltung und Mimik beeinflussen maßgeblich unsere Emotionen. Es ist nicht nur so, dass wir mit gekrümmter Wirbelsäule, Blick nach unten, flacher Atmung und nach unten gewölbten Mundwinkeln herumlaufen, weil wir traurig sind. Wir sind auch traurig, weil wir auf diese Art und Weise herumlaufen! Die Psychologie hat es mehrfach bewiesen: Jede bestimmte Körperhaltung und jeder bestimmte Gesichtsausdruck erzeugen eine bestimmte emotionale Reaktion in uns. Und so bewegen wir uns häufig in einer emotionalen Negativspirale: Wir fühlen uns genervt. Folglich nehmen wir eine genervte Körperhaltung ein und verspannen das Gesicht. Damit senden wir an den gesamten Körper Signale, die hierfür entsprechenden Hormone und Neurotransmitter zu produzieren, die das "Genervtsein" unterstützen. Wir fühlen uns noch schlechter, nehmen eine noch schlechtere Körperhaltung ein usw.

Fake it till you make it
Bei Schauspielern wurde sogar nachgewiesen, dass beim Spielen einer Emotion die genau gleichen hormonellen Prozesse ablaufen, als wenn sie diese Emotion wirklich haben. Das heißt nichts anderes, als dass sie sich durch das Spielen tatsächlich in den gewünschten emotionalen Zustand versetzen können. Folgender englischen Leitsatz formuliert dieses Prinzip sehr treffend: "Fake it till you make it!" Das heißt so viel wie: Spiel es Dir vor bis es Wirklichkeit wird!

Vor einigen Jahren wurde ein berühmter Matador gefragt, ob er denn nicht auch manchmal Angst hätte, wenn er alleine vor dem wilden Stier in der Arena steht. Seine Antwort war folgende: "Natürlich habe ich auch manchmal Angst, aber ich weiß, wie ich damit umgehe. Und am Wichtigsten: Ich werde meine Angst niemals dem Stier zeigen! Davon hängt mein Leben ab."

Ein Stierkämpfer zelebriert förmlich, was wir Embodiement nennen. Er bringt sich in eine selbstbewusste Körperhaltung und signalisiert seinem eigenen Körper wie dem Stier: Ich bin selbstbewusst! Gleichzeitig werden die dem Selbstvertrauen entsprechenden chemischen Prozesse im Körper stimuliert.

Übung: Gang des Matadors
Versuchen Sie mit einer aufrechten Körperhaltung durch den Tag zu gehen. Achten Sie bewusst in einer Besprechung, einem Vortrag oder bei sonstigen Aktivitäten hierauf, und verändern Sie diese sofort beim Bemerken von negativen Stimmungen. Halten Sie Ihren Blick mindestens auf Augenhöhe, entspannen Sie Ihr Gesicht und gehen Sie bewusst den "Gang des Matadors". Sie werden sehen, wie positiv Sie einige Situationen plötzlich empfinden werden.

Text: Herbert Forster

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