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Die mentale Stärke der Nummer eins 

 

Was wir alle von der Einstellung Martin Kaymers lernen können. Egal ob ambitionierter Leistungsspieler oder Freizeitgolfer, ob jung oder alt, ob berufstätig oder nicht: Die Attitüde von Martin Kaymer zum Golfspiel kann uns allen helfen. 

In einem auf Golf.de veröffentlichen Interview im Vorfeld der WGC-Accenture Match Play Championship spricht Martin Kaymer über seine Einstellung zum Golf, dem Wettkampf und wie er Leistungsdruck sieht. Wer diese Zeilen aufmerksam liest, kann viel über die Psyche des so erfolgreichen Menschen lernen.

Als er vor dem Accenture Match Play Turnier noch an zweiter Stelle der Weltrangliste rangierte bestätigte Kaymer öffentlich, es wäre nicht sein großes Ziel die Nummer eins zu werden. Wörtlich sagte er: "Es würde mich auch nicht zu einem glücklicheren Menschen machen."

Schwer zu begreifen für viele von uns. Ist es nicht genau das, wovon die meisten Golftalente von klein auf träumen? Vielleicht ist es nicht immer das Ziel, die Nummer eins zu werden, denn das wäre für einige von uns zu unrealistisch. Jedoch streben viele von uns nach einer bestimmten Ranglistenposition, einem bestimmten Handicap oder danach in die Clubmannschaft zu kommen oder Clubmeister zu werden.

Motivationspsychologisch sind derartige Ziele auch vollkommen in Ordnung. Sie können uns durchaus antreiben, das notwendige Training zu absolvieren und uns auf die Sache zu konzentrieren. Die wichtige Frage, die dahinter steckt ist jedoch das "Warum". Warum wollen wir so gerne Clubmeister werden oder unser Handicap verbessern? Ist es in erster Linie, weil wir das mit dem Erfolg einhergehende Prestige anstreben? Geht es uns hauptsächlich um Status und Anerkennung? Wenn ja, laden wir uns einen enormen zusätzlichen Druck auf. Kaymer sagt hierzu: "Warum soll ich mir diesen Druck auferlegen? Ich sehe darin keinen Sinn."

Wenn wir die Ziele jedoch verfolgen, weil wir in erster Linie "intrinsische" Freude am Training, dem Wettkampf und der Verbesserung spüren, werden wir deutlich weniger von Versagensängsten und Selbstzweifeln heimgesucht. Unser Selbstwertgefühl ist weniger von Erfolg oder Misserfolg abhängig und wir können leichter den Moment genießen. Als Folge können wir so in den entscheidenden Momenten leichter einen kühlen Kopf bewahren. Eine Einstellung die Kaymer teilt: "Ich denke, man sollte aus den richtigen Gründen antreten. Man sollte nicht nur spielen, um Dollars zu machen. Für mich ist einer der schönsten Momente, am Morgen aufzustehen […] und den Sonnenaufgang auf der Driving Range zu genießen. Das ist ein grandioser Augenblick, das ist Lebensqualität. Für mich gibt es nichts Schöneres."

Wer jetzt aber denkt, dass Kaymer sich nur am Sonnenaufgang und der Natur beim Golfspielen erfreut, der irrt. Er liebt auch sehr den Wettkampf. "Ich will am Sonntag in der letzten Gruppe sein, den Druck spüren und mich mit den besten Spielern der Welt messen. Wenn ich mich dann vergleiche, kann ich meine Schwächen und Stärken erkennen und daran arbeiten […] Das Ziel ist immer das gleiche: Ich möchte noch besser werden!"

Kaymer´s mentaler Vorteil liegt nicht darin, dass er sich Ergebnisziele gesetzt hat, wie bestimmte Turniere zu gewinnen oder die Nummer eins der Welt zu werden. Diese Ziele haben sich viele gesetzt. Kaymer´s Vorteil liegt vielmehr darin, dass er sich diese Ziele aus den richtigen Gründen gesetzt hat. Diese sind 1.) seine Passion für den Sport mit all seinen Herausforderungen, 2.) sein starker Drang nach eigener Verbesserung und 3.) seine Liebe für den Wettkampf, dem offenen Ausgang dessen und der damit verbundenen Spannung.

Sicherlich freut er sich über all die positiven Folgeerscheinungen seiner herausragenden Leistungen. Jedoch sind diese nicht maßgeblich für seine Motivation. Und mit dieser Motivation ist er im Spitzensport in guter Gesellschaft. Auch Roger Federer antwortete einst auf die Frage, wie er sich denn fühle nachdem er seit längerer Zeit an der Nummer eins im Tennis war: "Es ist schön die Nummer eins zu sein. Es zeigt mir dass ich an den richtigen Dingen arbeite."

Wenn wir uns also Ziele stecken, egal ob im Golf oder anderen Bereichen des Lebens, ist es eine gute Idee sich die Frage nach dem "Warum" zu stellen. "Warum möchte ich dieses Ziel erreichen?" "Wie verhilft mir das Streben danach ein glücklicher Mensch zu sein?" Wer hierauf klare und intrinsisch motivierte Antworten geben kann wird seine Ziele eher erreichen und gleichzeitig den Weg der Zielerreichung deutlich mehr genießen.

Text: Herbert Forster
 

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