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Zielen: Der Schlüssel zum Erfolg 

 

Tiger Woods behauptet, dass seine größte Stärke in seiner Wahrnehmungsgabe liegt und er Dinge in seiner Vorstellung intensiver sehen und fühlen kann als die meisten andern Menschen. Warum er genau dieser Fähigkeit so viel Bedeutung zumisst und wie auch Sie Ihre golfspezifische Sinneswahrnehmung schärfen können, möchte ich Ihnen im Folgenden schildern.

In einem Golfschwung sind über 200 Muskeln involviert, welche sich in Bruchteilen einer Sekunde genau aufeinander abgestimmt kontrahieren müssen. Einen derart komplexen Bewegungsablauf bewusst zu steuern ist selbst für jemanden wie Tiger Woods unmöglich. Deshalb haben wir durch wiederholtes Training in unserem Gehirn bestimmte Bewegungsmuster, sogenannte Motorprogramme angelegt, die bei Bedarf ohne bewusste Steuerung quasi automatisiert ablaufen können.

Unser Golfschwung stellt ein derartiges Motorprogramm dar, das nicht durch bewusste Eingriffe wie Schwunggedanken beeinträchtigt werden sollte, weil wir damit die natürliche Sequenz der Bewegung stören würden. Um einen optimalen Schwung zu produzieren müssen wir unserem Körper vor dem Schlag nur genau mitteilen, welches Motorprogramm er wie anwenden soll, und er macht den Rest vollkommen automatisch.

Das Entscheidende dabei ist, wie genau und intensiv wir die Anweisungen geben. Und genau das wird über die Qualität unserer Sinneswahrnehmung bestimmt. Nur wenn wir den Schlag vor der Ausführung klar sehen, fühlen und mit all unseren Sinnen eine starke Verbindung zum Ziel aufgebaut haben, versteht unser Unterbewusstsein, was es zu tun hat. Und nur dann können wir unsern Schwung völlig frei und unbeeinträchtigt ablaufen lassen.

Tiger Woods und viele andere Top-Spieler haben dies erkannt und legen deshalb so großen Wert auf das Training ihrer Wahrnehmung und Zielverbundenheit.

Folgende Übungen führen unsere Jugendnationalspieler durch und können auch Ihnen helfen, Ihr Zielen zu verbessern:

Auf dem Grün: "Visualisieren der Distanz zum Loch"
Halten Sie Ihren Putter in einer Hand und visieren Sie ein Loch auf dem Putting-Grün genau an. Wenn Sie intensiv sehen und fühlen wo sich das Loch befindet, schließen Sie die Augen und gehen Sie blind auf das Loch zu. Behalten Sie dabei das Bild des Loches in Ihrem inneren Auge und stellen Sie den Putter dort auf dem Boden, wo Sie das Loch fühlen. Öffnen Sie die Augen und überprüfen Sie wie gut Ihr Vorstellungsvermögen war. Auch wenn Sie anfänglich vielleicht nicht sehr nah ans Loch kommen, so werden Sie durch Training sehr schnell besser. Wichtig ist dabei, dass Sie nicht versuchen die Meter oder Schritte zum Loch abzuzählen. Lassen Sie einfach Ihre Intuition arbeiten!

Kurzes Spiel: "Feedback trainieren"
Auch diese Übung ist vor allem für das kurze Spiel geeignet. Machen Sie Ihre volle Routine und chippen Sie auf ein Loch mit der Absicht, den Ball einzulochen. Nach dem Schlag schauen Sie nicht dem Ball hinterher sondern geben sich oder Ihrem Trainingspartner Feedback darüber, wo Sie den Ball in Relation zum Ziel vermuten. Ist er eher lang, kurz, links oder rechts? Je besser der Spieler/die Spielerin, desto genauer sollten die Angaben werden. Zum Beispiel: "30 cm links und 1 Meter zu lang". Erst nachdem Sie diese Aussage getroffen haben, dürfen Sie das tatsächliche Resultat begutachten.

Sie werden erkennen, dass um nach dem Chip ein akkurates Feedback geben zu können, ein intensives Fühlen bereits vor der Durchführung notwendig ist.

Vorbereitung: "Verbaler Trigger"
Um unseren Kopf von Technikgedanken zu befreien und unsere Aufmerksamkeit voll auf das Ziel zu richten, hilft oft ein "verbaler Trigger". Nehmen Sie sich ein möglichst genaues Ziel auf der Driving-Range und machen Sie Ihre Routine. Kurz vor dem Losschwingen sagen Sie bewusst "Ziel" und schwingen los. Wichtig dabei ist, dass Sie bei der Aussprache des Wortes "Ziel" auch "Ziel" denken, fühlen und sehen. Lassen Sie sich auch hier nicht davon entmutigen, wenn Sie der verbale Trigger anfänglich eher verwirrt. Bleiben Sie dabei und verbinden Sie mit dem Wort "Ziel" ein genaues Bild und Gefühl davon, wohin Sie den Ball schlagen wollen.

Zusammenfassung
Richtig und gut zu zielen bedeutet weitaus mehr als nur Füße und Schultern zum Ziel auszurichten. Es geht darum, die volle Aufmerksamkeit mit all unseren Sinnen auf das Ziel auszurichten. Je besser wir dies schaffen, desto genauere Anweisungen geben wir unserem Unterbewusstsein und desto natürlicher und freier kann unser Schwung ablaufen. Mit konkreten Übungen können wir unsere Fähigkeit der Wahrnehmung und des Zielens im Golfsport entwickeln. Das Resultat spricht für sich. Probieren Sie es aus!

Text: Herbert Forster
Unser Mental-Experte: Herbert Forster

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