Bild Information: Martin Kaymer Fade Flugkurve

Flugkurven und was dazu gehört

Training
 

Wer von Ihnen schlägt im Normalfall einen geraden Ball? Vermutlich kaum einer. Doch welche Faktoren führen zu einer Kurve in der Flugbahn und wie kann diese absichtlich produziert werden?

Wer bewundert sie nicht, die Meister einer der komplexesten Bewegungen jeglicher Sportarten - ob sie nun Rory McIlroy oder Jason Day heißen. Sie hingegen ärgern sich seit geraumer Zeit mit Ihrem Slice rum? Ganz abgesehen davon, dass sich Golf zu einem Großteil zwischen den Ohren abspielt, gibt eine solide SchlagTechnik und fundiertes Wissen, dem Sportler die Basis mit, besseres Golf zu spielen. Die Schwung-Ursachen für die beispielsweise so ungeliebte, nach rechts abstürzende Ballflugkurve, können dabei verschiedenster Art sein. Auf diese soll im Folgenden aber nur am Rande eingegangen werden. Denn egal welche Ursache die entsprechende Flugkurve ihres Balls hat - die Rahmenbedingungen im Treffmoment sind immer die gleichen.

Eine Schwungbahn von außen nach innen (für Rechtshänder), wird den Golfball im Regelfall links von der Ziellinie starten lassen. Der Schlägerkopf bewegt sich um den Treffmoment herum von einem Punkt außerhalb der Ziellinie (vom Golfer weg) zu einem Punkt innerhalb dieser. 

Bei einer neutralen Schlagfläche zum Schwungpfad wird der Ball nie eine Kurve machen, also immer gerade auf dieser Bahn fliegen. Liegen vermehrt solche Fehlschläge vor, kann einfach die Ausrichtung angepasst werden, wenn keine größeren Schwungänderungen gewünscht sind.

Alle Flugkurven, vom Pull Hook bis zum Push Slice (für die komplette Grafik, klicken)

Bei einer zum Schwungpfad geöffneten Schlagfläche wird der Ball immer nach rechts kurven. Ob dabei ein Pull-Slice, Fade, Slice oder Push-Slice entsteht, hängt von der entsprechenden Schlagflächenstellung im Treffmoment und dem Schwungpfad ab. Der einzige Unterschied zwischen den Bezeichnungen Pull-Slice und Fade ist, dass letzterer im Ziel landet. Beide Schläge kommen durch eine von außen nach innen gerichtete Schwungbahn, bei einer zu dieser offenen Schlagfläche, zustande. Ein Slice entsteht durch einen leicht von außen nach innen gerichteten Schwungpfad, bei weiter geöffneter Schlagfläche, so dass der Ball nicht mehr links vom Ziel, sondern in dessen Richtung startet. Der Push-Slice hingegen startet schon rechts vom Ziel. Der Terminus "Push" drückt dabei die von innen nach außen gerichtete Schwungbahn aus, die faktisch aber nicht unbedingt vorhanden sein muss, da eine sehr weit geöffnete Schlagfläche den gleichen Effekt hat.

Für die linke Seite (Hook / Pull) verhält es sich exakt entgegengesetzt.

Sie wissen nun also, was im Treffmoment passieren muss um eine entsprechende Flugkurve zu produzieren. Sie können identifizieren, was ihr Schläger und die Schlagfläche um den Treffmoment herum für eine Bewegung machen. Das "warum" hingegen muss mit Ihrem Trainer abgeklärt werden, da dies individuell sehr unterschiedlich sein kann. Auch müssen Sie nicht zwangsläufig ihren Schwung verändern. Letztlich zählt im Golf doch die Konstanz. Um entsprechende Variabilität in Ihr Spiel zu bringen, können Sie durch das erlangte Wissen nun auch absichtlich eine entsprechende Kurve spielen. Hierzu müssen Sie lediglich ihre Ausrichtung, sowie den Griff (und dadurch die Schlagflächenstellung) in der Ansprechposition anpassen und ihre normale Schwungbewegung machen. Dies demonstriert Sir Nick Faldo noch einmal im folgenden Video.

Doch was bringen die jeweiligen Flugkurven mit sich? Eine Rechtskurve wird durch eine (zum Pfad) offene Schlagfläche verursacht. Diese führt im Vergleich zur geschlossenen Schlagfläche (Linkskurve) und auch zum geraden Ball, zu einem höheren dynamischen Loft. Der Angle of Attack ist bei Schlägen mit einem von außen nach innen gerichteten Schwungpfad grundsätzlich steiler (stärker negativ), als umgekehrt. Demzufolge nimmt der so genannte Spin Loft (Differenz zwischen dynamischem Loft und Angle of Attack) bei Rechtskurven zu und die Kompression des Balls ab. Dies führt zu einer etwas geringeren Ballgeschwindigkeit.

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist die unterschiedliche Spinrate zwischen Rechts- und Linkskurven. Eine Rechtskurve produziert etwa 700 Umdrehungen pro Minute (rpm) mehr Backspin, als eine entsprechende Linkskurve und der Ball fliegt circa fünf Meter höher. Dies führt zu einer geringeren Fluglänge, einem steileren Landewinkel und dem entsprechend weniger Roll. Der optimale Schlag, um eine kurz im Grün stehende Fahne anzuspielen. Liegen Sie von der Distanz also mal wieder genau zwischen zwei Schlägern, können Sie sich zwischen einem Draw (mit dem kürzeren Schläger) und einem Fade (mit dem längeren Schläger) entscheiden und müssen nicht ihr Schwungtempo variieren.

Fade:

  • Ausrichtung links des Ziels
  • Schlagfläche öffnen, danach (!) den Schläger greifen
  • Ballposition etwas weiter links als normal
  • Mehr Backspin und mehr Höhe
  • Weniger Fluglänge und kürzerer Roll

Draw:

  • Ausrichtung rechts des Ziels
  • Schlagfläche schließen, dann (!) den Schläger greifen
  • Ballposition etwas weiter rechts als normal
  • Weniger Backspin und flachere Flugkurve
  • Längere Carry-Distanz und weiterer Roll
Mit Radar zu besserem Spiel Wenn der Rhythmus nicht passt

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