Bild Information: Bernhard Langer Schwungstudie

Langers Schwung: flexibel und konstant

Fabian Bünker
 

Bernhard Langer hat 1985 und 1993 das Masters gewonnen und seit seinem 50. Geburtstag nicht weniger als zehn Senioren-Majors. PGA-Pro Fabian Bünker analysiert den Schwung des Deutschen.

Mittlerweile ist Bernhard Langer 60 und in den vergangenen Jahren konnte er stets mit sehr guten Leistungen überzeugen. Und das, obwohl der Platz durch diverse Umbauarbeiten immer länger und schwerer geworden ist. Was für Boris Becker Wimbledon ist, das ist für Langer Augusta. Ein Ort, an dem er sich sehr wohl fühlt. Wahrscheinlich wird er dieses Major in seinem Leben nicht mehr gewinnen, aber ich bin mir sicher, dass die ein oder andere starke Platzierung immer noch drin ist.

Schwunganalyse

Der Schwung von Bernhard Langer gehört aus meiner Sicht zu den konstantesten Schwüngen, die ich kenne. Sicherlich kann man sagen, dass nicht alle Schwungebenen perfekt sind, wenn man sich die erste Aufnahme in der Analyse von Hank Haney ansieht.

Aber: Langer hat ein sehr gutes Set-Up. Die Beine sind leicht gewinkelt, der Oberkörper etwas nach vorne gebeugt und das Griffende zeigt zum Bauchnabel. Für mich perfekt! Die Amerikaner sagen: "Start with 0 mistakes". Das Set-Up ist die Basis für einen guten Schwung.

Zudem greift Langer seinen Schläger mit einem "Hook-Griff". Die linke Hand ist sehr weit nach rechts gedreht. Dieser Griff hilft Langer, die rechte Seite auf dem Platz und den Slice aus dem Spiel zu nehmen und eher einen Draw (Rechts-Links-Kurve) zu spielen. Hier gilt die alte Golferweisheit: Lieber links lang als rechts kurz. Ich empfehle diesen Griff allen Golfern, die slicen. Er bewirkt (fast) augenblicklich, dass der Ball gerader und damit viel länger fliegt. Er erhöht also sowohl Präzision als auch Schlagweite. Genau das brauchen viele Amateure.

Langer schafft es aber auch, dass der Schläger im Abschwung eher von innen, zumindest aber auf der selben Ebene wie im Rückschwung, an den Ball kommt. Das ist einer der ganz wichtigen Faktoren für jeden Spieler. Die meisten Golfer starten ihren Abschwung mit den Schultern, was zu einer Slice-Tendenz führt. Langer startet mit dem Verschieben der Hüfte nach links und einem Absenken der Arme.

Der aus meiner Sicht wichtigste Faktor ist aber, dass er seinen ganzen Körper sehr kompakt bewegt. Vor allem die höchste Position im Rückschwung gefällt mir extrem gut. Der ganze Körper hat sich gedreht, aber nur minimal nach rechts bewegt. Der Oberkörper dreht sich weit gegen die Hüfte auf. Langer nutzt in diesem Fall die Schwächen seines Körpers zu seinem Vorteil. Denn mit 50+ kann man sich nicht mehr so drehen, wie es Rickie Fowler oder Rory McIlroy tun. Langer kompensiert dies aber durch drei Dinge, die gegen die bei vielen Amateuren vorherrschende Lehrmeinung verstoßen (im Video ab Sekunde 52 zu sehen).

  • Er bewegt seinen Kopf im Rückschwung nach rechts.
  • Er bewegt sein linkes Bein im Rückschwung nach innen (also nach rechts).
  • Er hebt seine linke Ferse im Rückschwung leicht an.

Diese drei Bewegungen helfen Langer, seinen gesamten Körper im Rückschwung kompakt zu drehen und die Körperwinkel zu halten. Würde er das nicht tun, müsste er sich im Rückschwung aufrichten, um eine Drehung im Oberkörper zu erreichen. So kann er aber seine gesamte Flexibilität und Kraft für den Schwung nutzen. Ich kenne leider zu viele Golfer, die immer noch versuchen, ihren Kopf still zu halten. Das führt dazu, dass sich die Halswirbelsäule nicht drehen kann und der Oberkörper blockiert wird. Das wiederum führt zu einer Vielzahl an Fehlschlägen - und am Ende des Tages leider auch zu körperlichen Problemen.

Fazit: Ich denke, dass vor allem ältere Golfer vieles von Bernhard Langer lernen können. Zum ersten, dass Fitness hilft! Außerdem schafft es Langer mit einfachen Mitteln, einen sehr guten Schwung auf konstant hohem Niveau durchzuführen. Und genau das möchte ich Ihnen mit auf den Weg geben: keep it simple.

  • Achten Sie auf Ihre Ansprechposition! Überprüfen Sie diese im Spiegel und nehmen Sie sich das Set-Up von Bernhard Langer als Vorbild.
  • Nutzen Sie den "Hook-Griff"! Drehen Sie die linke Hand am Griff mehr nach rechts, und Sie werden merken, dass Ihr Ball gerade und länger fliegt.
  • Bauen Sie die Besonderheiten von Langer in Ihren Schwung ein! Vor allem, wenn Sie sich nicht mehr so gut drehen können oder Schmerzen in der Lenden- und Halswirbelsäule haben. Sie werden merken, dass Sie sich dadurch schmerzfrei und besser drehen können und klassische Schwungfehler vermeiden können.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Saison und viel Spaß beim Verfolgen des Masters - dem für mich besten Turnier der Welt!

Ihr Fabian Bünker

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