Bild Information: Schwunganalyse Rory McIlroy von Fabian Bünker

So schwingt die Nummer eins

Fabian Bünker
 

Rory McIlroy ist der derzeit beste Golfer der Welt. Doch was macht der Nordire anders? Was hebt seinen Schwung von denen der Konkurrenz ab? Eine Schwunganalyse von Fabian Bünker.

Rory McIlroys jüngster Erfolg bei der Wells Fargo Championship war eine Demonstration seiner Stärke. Was macht aber nun seine starke Form aus? In vielen Statistiken ist McIlroy sicherlich ganz vorne dabei, dennoch ist es eine Statistik, die ihn in den vergangenen Monaten scheinbar unbezwingbar macht. "Strokes Gained Total" heißt dieser Wert auf der US PGA Tour. Diese Statistik misst die Leistung eines Spielers im Verhältnis zum Rest des Felds in einem Turnier. In dieser Kategorie führt McIlroy mit 2,001 Schlägen, die er pro Runde dem Rest des Felds abnimmt. Mehr Infos zu seinen Statistiken von McIlroy finden Sie hier

Meisterhaft: Sein Schwung

Das ist das eine Geheimnis. Das andere ist sicherlich sein Schwung. Hier trifft die Aussage "Ich bin ein Athlet!" sicherlich zu. Denn McIlroy hat einen Schwung, der den Namen Dynamik verdient hat. Durchschnittlich 195 km/h (121 Mp/H) Schlägerkopfgeschwindigkeit mit dem Driver bedeuten Rang acht in der Statistik "Driving Distance".

Sein Set-Up ist perfekt. Alle Körperwinkel sollten so sein, wie es bei McIlroy der Fall ist. Die Hände sind von der Seite gesehen unter dem Kinn. Und wenn man eine Linie senkrecht von den Schulterblättern nach unten zieht, dann trifft diese Linie die Kniescheibe und den vorderen Fuss. Diese Linie können Sie selber überprüfen. Entweder in einer Videoanlayse mit Ihrem Pro oder an einem Spiegel. Halten Sie dazu einfach einen Schläger im Set-Up hinter das Schulterblatt.

Im Takeaway führt er den Schläger in einem One-Piece-Takeaway zurück. Das ist der Grundbaustein dafür, dass er einen enormen X-Faktor (Differenz Rotation der Schultern gegen die Hüfte) aufbauen kann. In einem One-Piece-Takeaway bewegen sich die Schultern, Arme und der Schläger bis in die 9-Uhr-Position als eine Einheit. Die Hüfte dreht sich in diesem Teil noch fast gar nicht. Ich sehe dieses Takeaway sehr gerne, da es bedeutet, dass sich nur dieser Part bewegt und vor allem die Hände noch inaktiv sind. Die sollen jetzt erst anfangen zu winkeln.

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Übergang vom Rückschwung zum Abschwung

Im Top ist seine Schlagfläche etwas offen. Das hat damit etwas zu tun, dass gute Spieler eher dazu neigen, einen Draw zu schlagen, und somit mit einer leicht offenen Schlagfläche gegen diese Tendenz arbeiten. Perfekt also für ihn. Sie sollten eher versuchen, die Schlagfläche durch einen sogenannten "starken" Griff zu schliessen. Fragen Sie Ihren Pro danach.

Der Übergang vom Rückschwung zum Abschwung ist jetzt aber etwas, was die meisten Amateure trainieren sollten! Die Hüfte beginnt schon, sich langsam Richtung Ziel zu drehen, während die Schultern und Arme den Rückschwung noch nicht ganz abgeschlossen haben. Das führt zu einem sogenannten X-Faktor-Stretch (die Differenz zwischen Schulterrotation und Hüftrotation vergrößert sich dadurch noch einmal). Dann erst setzt die Schulterdrehung zurück Richtung Ziel ein. Und erst dann schwingen die Arme nach unten, Richtung Ball. Das sorgt für eine ideale Kraftübertragung und Beschleunigung des Schlägers und somit für mehr Distanz und Kontrolle. Nachmachen empfohlen! Unbedingt und uneingeschränkt.

Besonders gelungen: Die Position im Finish

Auch das Finish ist etwas, was Sie versuchen sollten, zu kopieren. Das Gewicht von McIlroy ist fast zu 100 Prozent auf dem linken Fuss und hier besonders auf der linken Ferse (die Zehen stehen dadurch leicht in der Luft). Das führt zu einer sehr guten Stabilität, egal wie hoch die Schlägerkopfgeschwindigkeit war. Auch in diesem Fall ist ein nachmachen empfohlen. Kontrollieren Sie sich selber am Ende des Schwunges und versuchen Sie einmal, das Gleichgewicht im Finish zu halten, bis der Ball gelandet ist.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass McIlroy uneingeschränkt als Schwungvorbild gelten kann. Besonders sein Takeaway und der Übergang vom Rückschwung in den Abschwung sind auch für den normalen Golfer leicht nachzumachen und führen auf jeden Fall zu besseren Schlägen.

Viel Spaß beim Training,
Ihr
Fabian Bünker

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