Bild Information: Caroline Masson im Interview (Photo by Donald Miralle/LPGA)

"Damengolf in Deutschland ist einfach schwierig"

LPGA Tour
 

Caroline Masson im exklusiven Interview mit Golf.de.

Caroline Masson ist Deutschlands Nummer 1 im Damengolf. Die 28-Jährige, die seit 2013 auf der amerikanischen LPGA Tour startet und dort inzwischen fast 2,5 Millionen Dollar an Preisgeld erspielt hat (Stand 11. April 2018), ist besonders gut in die Saison 2018 gestartet. Bei sieben Turnieren konnte Masson bereits zwei Platzierungen unter den Top Ten verbuchen, darunter ein neunter Rang beim ersten Major-Turnier des Jahres. In der Weltrangliste hat sie sich vorgearbeitet bis auf Platz 51. 

Golf.de: Ihr Saisonstart in diesem Jahr war erstklassig. Was ist der Grund des Erfolgs?
Caroline Masson: Ja ich habe generell ganz gut gespielt und vor allem solide. Das ist genau das, worauf ich im Moment auch mit meinem Trainer hintrainiere und worauf wir mit der Arbeit an meinem Schwung in den letzten eineinhalb Jahren abgezielt haben. Insofern ist es ganz cool zu sehen, dass ich jetzt jede Woche vorne mitspielen kann. Wenn ich dann eine gute Woche erwische, kann ich auch gewinnen.

Sie haben die Trainer gewechselt ...
CM: Ich habe Anfang letzten Jahres begonnen, mit David Leadbetter zu arbeiten und das Ziel war es, den Schwung so zu gestalten, dass er konstanter und wiederholbarer ist. Mitte letzten Jahres habe ich außerdem mit einem neuen Putt-Trainer angefangen, weil das kurze Spiel im Verlauf meiner Karriere immer eine Schwäche war.

Ihr erster und bis dato einziger LPGA-Sieg aus dem Jahr 2016 liegt ja schon zwei Jahre zurück. Woran hapert es denn bei den Turnieren immer?
CM: Na ja, das Gewinnen ist ja nicht so leicht. Wichtig ist, dass man sich immer in einem Radius von sechs, sieben Schlägen zur Führenden befindet, damit man dann auf den Back Nine vielleicht mit drei Schlägen Rückstand noch etwas machen kann. Die Leistungsdichte bei den Spielerinnen ist stark nach oben gegangen. Da gehört dann eben auch ein bisschen Glück dazu, und es muss komplett Deine Woche sein. In erster Linie geht es darum, sich am Sonntag eine Chance zu geben. Als Spieler weiß man genau, ob man dran ist und eine Chance hat zu gewinnen. Und die Chance hatte ich jetzt mehrere Male.

Hat der Wechsel auf die LPGA Ihre Karriere wesentlich zum Positiven beeinflusst?
CM: Wenn man sieht, wo die Ladies European jetzt steht, welche Spielerinnen da sind und wie wenig Turniere es noch auf dem Turnierkalender gibt, dann war die Q-School der LPGA Tour die wichtigste Woche meines Lebens. Hier sind die besten Spielerinnen der Welt, wir haben einen super Turnierkalender, der jedes Jahr besser wird. Die Leistungsdichte ist extrem, es kommen jedes Jahr junge, bessere Spielerinnen dazu. Es gibt im Moment eigentlich keine Alternative zur LPGA.


War Ihnen das damals so bewusst?
CM: Es war immer mein Ziel, auf die LPGA zu kommen. Ich habe immer gesagt, nach drei Jahren auf der Ladies European Tour wäre es eigentlich optimal zu wechseln. Ich wollte nur vorher auf der LET gewinnen. Man konnte damals nicht absehen, wie sich die Ladies European Tour entwickelt. Das ist für mich auch schockierend zu sehen. Aus heutiger Sicht habe ich alles richtig gemacht.

Würden Sie einer deutschen Nachwuchsspielerin dann eher dazu raten, auf der amerikanischen Symetra Tour anzufangen als auf der LET?
CM: Ja, im Moment auf jeden Fall. Es ist wichtig, dass man als Profi lernt, Woche für Woche zu spielen und in diesen Rhythmus zu kommen. Man muss ja auch herausfinden, wieviele Turniere man hintereinander spielen kann, was die beste Vorbereitung ist. Da ist die Symetra Tour mit über 20 Turnieren und ihrer Leistungsdichte im Moment sicher die bessere Tour. Auch wenn es vielleicht um etwas weniger Geld geht. Aber das sollte am Anfang zweitrangig sein, da muss man Erfahrung sammeln und sich für die LPGA qualifizieren.

Die LPGA wird dominiert von Asiatinnen. Was haben Sie von Ihnen gelernt?
CM: Generell stecken die extrem viel Arbeit rein, aber man kann es natürlich auch übertreiben. Das ist da ja zum Teil auch der Fall, wenn die Eltern noch bei Spielerinnen in meinem Alter zu viel Druck ausüben. Sie haben relativ wenig Temperament, sie zeigen wenig Emotionen. Das habe ich in mir in manchen Situationen abgeschaut.

 

Happy #nationalpuppyday So happy to have my puppies my life????

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In Südkorea ist Damengolf extrem populär - wo ist der große Unterschied zu Deutschland?
CM: Ich denke, dass Se-Ri Pak damals mit ihren Erfolgen in den USA extrem viel bewegt hat. Das hat bei vielen Eltern dann vielleicht doch den Gedanken ausgelöst, dass ihre Tochter das Gleiche erreichen kann. Damals haben ja die meisten Mädchen angefangen, Golf zu spielen. Die Koreaner lieben Golf einfach generell, und inzwischen ist auch sehr viel Geld da für Damengolf. Die Sponsoren sind sehr gut, die koreanische Tour hat über 30 Turniere. Viele Eltern sehen da die Möglichkeit, aus ihren Töchtern Profis zu machen.

Wie hat sich Ihre Vermarktung mit dem Wechsel nach Amerika entwickelt?
CM: Das hat sich vor allem in Deutschland erschwert. Das ist ein bisschen deprimierend. Je besser mein Golf wird und je mehr ich erreiche auf der LPGA, desto mehr verschwinde ich vom deutschen Markt, weil wir ja nicht im Fernsehen zu sehen sind und die Aufmerksamkeit damit nachlässt. Das gilt für Sandra Gal und mich. Wir bemühen uns, in Deutschland stattzufinden. Aber ohne ein Damenturnier in Deutschland und Fernsehrechte ist das eigentlich nicht möglich. Auf der anderen Seite drehen sich unsere Ziele und Träume natürlich weniger um Vermarktung und Sponsoren als um den Sport. Geld verdienen tut man in erster Linie, wenn man gut Golf spielt.

Mit dem Solheim Cup 2015 stand Damengolf in Deutschland durchaus in der Öffentlichkeit...
CM: Das war natürlich ein Erfolg für die Woche. Aber nachhaltig ist das natürlich nicht. Wenn es danach keine Fernsehrechte gibt, sieht es mit der Nachhaltigkeit leider nicht so gut aus. Aber um ehrlich zu sein, habe ich auf das Problem auch keine Antwort. Generell ist es für das Damengolf in Deutschland einfach schwierig.

Masson mit Top-Ergebnis bei ANA Inspiration

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