Bild Information: Justin Thomas hat in der Saison 2018 viel zu verteidigen (Photo by Cliff Hawkins/Getty Images)

Justin Thomas: Aus dem Nichts nach vorne

Spieler
 

Golf.de porträtiert den Überflieger des vergangenen Jahres: Justin Thomas.


Es ist etwa eineinhalb Jahre her, da war er ein Nichts - zumindest verglichen mit seinem Freund Jordan Spieth, dessen Sturm an die Spitze der Weltrangliste gerade die Golfwelt in den Bann schlug. Justin Thomas sah Ende 2016 den Erfolg des Kumpels und formulierte vorsichtig für sich seine eigenen Ziele: Vielleicht ein zweiter Sieg auf der US PGA Tour, ein gutes Abschneiden bei den Majors - aufwärts sollte es auf jeden Fall mit seiner Profikarriere gehen. Raus aus der riesigen Masse der Golfprofis mit nur einem Profisieg wollte er. Schließlich hatte er es bei seinen ersten 70 Turnierstarts auf der US PGA Tour auch nur auf einen Erfolg gebracht.

Zum Ende der Saison 2017 blieb dem 24-jährigen Justin Thomas nur Staunen. Ja, es war aufwärts gegangen. Die Erfolge waren im Stakkato-Tempo eingetroffen, seine Welt veränderte sich im Turbomodus. Aus Justin Thomas dem Durchschnittsprofi wurde im Verlauf eines Jahres einer der überragenden Protagonisten des Profisports.

Zum Abschluss der Saison erhielt er deshalb den "Jack Nicklaus Award" für den "PGA Tour Player of the Year". Diese Auszeichnung kann man sich nicht erspielen, sie wird verliehen. Die Mitglieder der US PGA Tour wählen alljährlich den herausragenden Profi des Jahres. Dustin Johnson, Jordan Spieth und Hideki Matsuyama standen noch zur Wahl. Dass die Entscheidung am Ende zugunsten von Thomas ausging, war angesichts der Erfolge des jungen Mannes nicht wirklich überraschend.

Auf immerhin fünf Siege brachte es der Amerikaner 2017, darunter seinen ersten Majortitel bei der PGA Championship. Die Sony Open in Hawaii war dabei der Auftakt einer Erfolgsgeschichte: Im vergangenen Jahr führte er das Turnier nach dem ersten Tag mit einer 59er Runde an und gab die erste Position bis zum letzten Loch nicht mehr ab.

Für Aufsehen sorgte auch seine 63er Runde bei der US Open in Erin Hills, die einen Score von neun unter Par bedeutete und damit einen neuen Turnierrekord markierte. Im Verhältnis zu Par hatte bis dahin noch nie jemand so eine tiefe Runde gespielt. Thomas' Glanzleistungen spiegeln sich in der Weltrangliste wieder. Aus dem Nobody Justin Thomas war zum Ende der Saison der Weltranglistenvierte geworden. Nur Dustin Johnson, Jordan Spieth und Hideki Matsuyma lagen noch vor ihm.

Insgesamt schaffte Thomas zwölf Top Ten-Platzierungen bei 25 Starts. Kein anderer Spieler gewann 2017 ähnlich viel Preisgeld wie er, knapp zehn Millionen Dollar. Auch dafür gibt es übrigens eine Auszeichnung - den Arnold Palmer Award, der Thomas aber bei weitem nicht so wichtig war wie die Ehrung zum "Player of the Year": "Das Ganze ist eigentlich ziemlich verrückt, vor allem für jemanden, der Erwartungen wie ich hatte. Ich habe nie nur darüber nachgedacht, diese Auszeichnung zu holen."

Der Junge an der Seite von Jordan Spieth

Eigentlich war er ja immer vor allem der Kumpel von Jordan Spieth. Das allerdings schon seit geraumer Zeit. Jordan und Justin, die beiden Jungs kennen sich seit Jugendzeiten. Spieth kam aus Texas, Thomas aus Alabama - beide aus sportbegeisterten Familien. Wobei Thomas derjenige war, der ein klassisches Golferumfeld in der Familie hatte. Sein Vater Mike war Golflehrer auf der Anlage von Harmony Landing außerhalb von Louisville. Sein Großvater Paul arbeitete ebenfalls schon als Golflehrer, war obendrein aber selbst ein exzellenter Golfer, der es 1962 bis zur US Open in Oakmont schaffte.

Justin Thomas selbst verbrachte als Kind alljährlich einen nicht unwesentlichen Teil seiner Sommerferien damit, die Bälle auf der Range im Club von Harmony Landing aufzusammeln und auf das abendliche Match gegen seinen Vater zu warten. "Damals haben wir immer um einen Dollar gespielt", erinnert sich Thomas heute, "da ging es richtig zur Sache. Ich bin ja ein ziemlich schlechter Verlierer und immer, wenn ich mich schlecht benahm, weil ich verloren hatte, musste ich einen Dollar bezahlen."

Als Thomas auf die Universität von Alabama ging, um dort für das Collegeteam zu spielen, wurde schnell klar, dass der Neue das Zeug hatte, auch richtig tiefe Scores abzuliefern. Von der Statur her eigentlich kein wuchtiger Typ, gehört der Amerikaner dank seiner extremen Dynamik zu den Longhittern auf der Tour. Die Statistik der US PGA Tour wies ihn 2017 im Schnitt mit 279 Metern aus, womit er zu den Top Ten in der Längenwertung zählte.

Aggressiv und voller Power ist sein Spiel. Von großem Taktieren und vorsichtiger Herangehensweise hält er eher wenig. "Ich mag es, tief zu schießen. Ich stehe auf Birdies. Es mag ja ein wenig verrückt klingen, aber das spricht vor allem für die Plätze, die wir während der Collegezeit in Alabama gespielt haben", erklärt er seinen Stil. "Das waren nicht besonders schwere aber ziemlich gute Plätze. Man konnte da gute Scores spielen und genau das hat uns Coach Seawell auch beigebracht ... Wenn Du da raus gehst, um mit den Profis Golf zu spielen, dann musst Du wissen, wie man Birdies macht und Du musst wissen, was Du tust, wenn Du nach neun Löchern sechs unter Par liegst oder eine Chance auf die 59 hast, da kannst Du nämlich kein bisschen nachlassen."

Großes Taktieren war nie sein Ding

Mit seinem Spiel hielt sich Thomas nur ein Jahr im College. 2012 wurde er als der beste Collegegolfer der USA geführt. Nach einem weiteren Jahr wechselte er ins Profilager, arbeitete sich 2014 durch die zweitklassige Web.com Tour und gab dann sein Debüt auf der US PGA Tour. "Der Unterschied zwischen heute und damals ist eigentlich nur die Erfahrung", resümiert er seinen Erfolg. "Man muss sich die richtigen Punkte aussuchen. Das habe ich gelernt. Der größte Unterschied in meinem Spiel besteht wahrscheinlich darin, dass ich besser weiß, wann ich aggressiv sein kann und wann mein Spiel gut genug ist, dass ich das tun kann."

Seinen Kumpel Jordan Spieth hat er zumindest 2017 auf diese Weise hinter sich gelassen. Das Duo hat schon viele gemeinsamen Reisen hinter sich. Vor mehr als zehn Jahren vertraten beide die USA beim Evian Junior Masters am Genfer See. "Wir sitzen eigentlich nicht oft da und überlegen, was wir erreicht haben", erzählte Thomas 2014 dem US Magazin Golf Digest. "Aber ich tue das wahrscheinlich noch häufiger als Jordan. Es ist ziemlich cool." Längst ist auch Thomas in die Nobelwohngegend Jupiter Island in Florida gezogen, wo er mit Tiger Woods, Spieth oder Rickie Fowler trainiert. Als Hurricane Irma über die Insel zog, verstaute Fowler Jordans Wanamaker Trophäe vom Sieg bei der US PGA Championship in seinem Safe. Man kennt sich schließlich.

Man reist ja auch zusammen. Alljährlich geht Thomas mit Fowler, Spieth und Smylie Kaufman auf eine nette kleine Urlaubsreise in die Karibik. Die "Spring Boys", wie sich die Truppe nennt, sorgt dann mit ausgeflippten Snapchats von Privatrunden im Barfußlook bei ihrer Fangemeinde für viel Jubel.

Dabei ist Thomas in Sachen Privatleben eher nicht der ausgeflippte Typ. Im Gegenteil: Der Amerikaner sorgt durchaus für Aufsehen, als er im ersten Profijahr die Eltern eigentlich permanent an seiner Seite hatte, die Mutter selbst beim Abendessen mit Freunden des Sohnes ständig dabei war. Daran hat sich auch mit dem Erfolg des Sohnes wenig geändert. Der Einfluss  der Eltern ist groß geblieben, auch als Major-Champion hört der Jungrpofi noch auf deren Rat.

2018: Wird er die neue Nummer 1 der Welt? 

Von seinen Zielen ablenken, lässt sich der Amerikaner ohnehin nicht. 2018, das weiß er, wird ein hartes Jahr. Schon deshalb, weil es schwer möglich ist, die Vielzahl an erreichten Erfolgen zu übertreffen. "Ich werde versuchen, viel Zeit mit Tiger zu verbringen und außerdem werde ich mit Jordan sprechen. Das sind die zwei Leute, von jenen mit denen ich gut befreundet bin, die etwas Ähnliches wie ich, vor allem aber noch viel mehr erreicht haben", erzählte er bei einem Interview mit dem Sender ESPN. "Ich muss einfach verstehen, wie man seine Ziele anpasst, wie man mit all‘ dem umgeht."

Tatsächlich ist Thomas neben Tiger Woods, Jordan Spieth und Jack Nicklaus der einzige Spieler, dem seit 1960 in einer Saison auf der US PGA Tour fünf Siege gelangen und dabei auch noch einen Majorsieg zu holen. Die Latte für 2018 also ist hoch gelegt. Aber die erste Hürde hat er bereits genommen. Justin Thomas gewann Ende Oktober zum dritten Mal in Folge die CIMB Classic in Malaysia. Es geht weiter bergauf. 

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