Bild Information: Bernhard Langer im exklusiven Interview (Photo by GES-Sportfoto/Mercedes-Benz)

"Zeit, dass einige meiner Schläger ausgetauscht werden"

Interview
 

Bernhard Langer ist auf der Suche nach neuen Schlägern. Kein leichtes Unterfangen für den 60-jährigen Außnahmegolfer mit Hang zum Perfektionismus. Aber wie entscheidet er, was in die Tasche kommt und was draussen bleibt?

Wir treffen Bernhard Langer im Rahmen des MercedesTrophy World Finals 2017 im Golfclub Schloss Nippenburg und vergleichen mit ihm Golfschläger mit des Deutschen liebsten Spielzeug, dem Auto, sprechen mit ihm über seine 17 Jahre alten Eisen und worauf es ihm bei der Wahl neuer Schläger ankommt. Außerdem hat Langer einen wertvollen Tipp für alle Golfer, die auf der Suche nach neuer Ausrüstung sind.

Golf.de: Anfang des Jahres hatten Sie gesagt, dass Sie aktuell auf der Suche nach neuem Equipment sind. Warum ausgerechnet in diesem Jahr?
Bernhard Langer
: Weil ich keinen Schlägervertrag mehr habe. Andere Spieler haben Verträge mit einem Hersteller und müssen zehn, zwölf oder mehr Schläger von ihm spielen. Bei mir ist das nicht der Fall. Von daher bin ich frei und kann jeden Schläger in die Tasche tun, der mir gefällt.

Sind Sie bereits fündig geworden?
BL
: Ich habe ein Holz 3 gefunden das mir hilft, ein bis zwei Schläge zu sparen. Außerdem bin ich dabei, neue Eisen zu probieren und teste eigentlich ständig neue Driver und Putter. Wedges sowieso, weil sie am schnellsten durch sind. Mit ihnen trainiert man am meisten und nutzt die Grooves am schnellsten ab.
Der ganze Prozess ist ein ewiges Suchen. Meist gehe ich zurück auf mein altes Equipment, weil ich es gewohnt bin. Das ist wahrscheinlich das Gleiche wie bei einem Musiker, der ein Instrument spielt. Man hat sich an etwas gewöhnt und allem, was ein bisschen anders ist, vertraut man nicht so ganz.
Hinzu kommt, dass einige meiner Schläger schon sehr alt sind. Irgendwann müssen diese einfach mal ausgetauscht werden.

Wir werfen einen genauen Blick in die Tasche von Bernhard Langer und zeigen, was deren Inhalt so einzigartig macht.

"Zeit, dass einige meiner Schläger ausgetauscht werden"

Das gilt wohl vor allem für Ihre langen Eisen. Seit 17 Jahren haben Sie nichts Besseres gefunden? Oder liegt das nur am gewohnten Gefühl?
BL
: An beidem. Interessiert bin ich natürlich vor allem am Resultat meiner Schläge. Wenn ich sehen würde, dass ein neuer Schläger bessere Resultate liefert, kommt der natürlich in die Tasche. Gerade die langen Eisen von Ben Hogan wurden speziell für mich präpariert, um besser zu meinem Spiel zu passen.

Was wurde an den Eisen verändert?
BL
: Wir haben oben Gewicht weggenommen und nach unten verlagert, damit der Ball leichter nach oben geht. Sie wurden speziell auf mich zugeschnitten. Das macht es schwierig, etwas Besseres zu finden.
Meine Kollegen auf der Tour belächeln mich zwar immer etwas und schmunzeln, dass ich noch mit so etwas altem spiele. Aber wenn sie dann die Schläge sehen, wissen sie warum.

Legen Sie da selbst Hand an?
BL
: Nein, das wurde mir damals empfohlen. Die Eisen 3 und 4 sind einfach zu flach geflogen. Ein Techniker hat mich darauf angesprochen und mir empfohlen, Gewicht oben und an der Spitze wegzunehmen und Löcher hinter der Schlagfläche zu bohren. Diese hat er dann mit richtig schwerem Blei gefüllt, was das Gewicht nach unten verlagert.

Eigentlich doch nicht anders als es bei modernen Eisen gemacht wird.
BL
: Genau. Aber es war interessant zu sehen, wie einfach der Ballflug dadurch von flach in richtig hoch geändert wurde. Außerdem ist das Gefühl dadurch butterweich geworden. Der einzige Nachteil ist, wenn ich den Ball weit oben auf der Schlagfläche treffe, geht er gar nicht mehr voran. Da ist einfach gar kein Gewicht mehr dahinter.

Also lieber toppen?
BL
: Wenn ich ihn dünn treffe, ist es sogar ein Vorteil, weil er dann fast so gut fliegt wie bei einem normalen Treffer. Zum Glück ist es meine Tendenz, die Bälle eher dünn zu treffen. Somit kamen mir die Veränderungen sehr zugute.


Golf.de Redakteur Adrian Kramer trifft den zwölfmaligen Major-Sieger Bernhard Langer

Sie sprechen viel über Resultate. Spielt Gefühl eine untergeordnete Rolle?
BL
: Wenn das Ergebnis besser ist, wäre es mir völlig egal, wie der Schläger aussieht und sich anfühlt. Im Endeffekt zählt das bessere Resultat. Natürliche wäre es mir lieber, wenn der Schläger einigermaßen so aussieht, wie ich mir das vorstelle. Ich spiele beispielsweise gerne mit Offset, was viele Firmen nicht mehr bauen.
[Gerade bei den Schlägern für Tourspieler verzichten die großen Hersteller auf Offset, weil die besten Spieler meist gegen den, durch das Offset unterstützenden, Draw/Hook kämpfen; Anm. d. Red.]

Was machen Sie dann?
BL
: Dann müssen wir an den Schäften und am Hosel biegen. Dabei tue ich mich allerdings schon ein bisschen schwer. Meine Auswahl ist nicht mehr ganz so groß, wie sie früher war.

Können Sie sich das erklären?
BL
: Nein. Ich verstehe auch nicht, warum [die Hersteller] nur noch Wedges ohne Offset bauen. Einige der besten Wedge-Spieler - Paul Azinger, Corey Pavin und Jim Furyk - haben immer viel Offset gehabt.

Golfschläger und Autos: Ähnlicher als man denkt

Wenn Sie einen Driver mit einem Auto vergleichen müssten ...
BL
: Ein interessanter Vergleich. Der Schaft wäre mit Sicherheit der Motor. Er sorgt für die Geschwindigkeit. Die Form des Kopfs entspräche wohl der Karosserie. Bei beidem geht es um den Luftwiderstand. Um diesen so gering wie möglich zu machen, müssen sie extrem windschnittig sein. Dann kann ich größere Geschwindigkeiten erzielen.

Und was wären die ganzen verstellbaren Schrauben und Technologien mit all den futuristischen Namen?
BL
:  Das wären dann wohl ABS, Aktiver Spurhalte-Assistent und Collision Prevention Assist, der Hindernisse erkennt und reagiert. Auch die modernen Schlägerköpfe verzeihen solche Fehler und sorgen dafür, dass der Ball nicht weiß Gott wo in die Wicken geht, wenn man ihn mal nicht ganz perfekt getroffen hat.

Was wäre Ihr bester Tipp für unsere Leser bei der Wahl der richtigen Schläger?
BL
: Man sollte sie auf jeden Fall probieren. Man sollte nie einen Schläger kaufen, nur weil er gut aussieht oder weil ihn ein Freund benutzt. Man muss auf jeden Fall ein paar Schläge mit ihm machen. Der Schaft ist enorm wichtig. Selbst der gleiche Schaft fühlt sich, wenn er getippt wurde [am dünneren Ende des Schafts gekürzt], komplett anders an und erzeugt völlig andere Ergebnisse. Man sollte also jeden Schläger zuerst ausprobieren.

Läuft das bei Ihnen auch so ab?
BL
: Logisch. Wir [Tourspieler] sind ja sowieso die Guinea Pigs (engl. Versuchskaninchen). Wir bekommen die Schläger, bevor sie überhaupt auf den Markt kommen und können diese ausprobieren. Erst wenn wir sagen, dass sie gut sind, kommen die Schläger überhaupt in die Massenproduktion. Oft kommen Prototypen, die wir probieren, gar nicht erst auf den Markt.

Können Sie ein Beispiel für so einen Prototypen nennen, der es nicht geschafft hat?
BL
: Vor allem bei Puttern gibt es eine ­Menge Ideen, wo ich mich am Kopf kratzen musste, was sich der Designer dabei gedacht hat. Ich habe an die 200 Putter in der Garage stehen. Von so groß wie Autofelgen bis so klein wie Spielwürfel.

Vielen Dank für das Gespräch.

In the Bag 2017: Ein Blick in die Tasche von Bernhard Langer

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