Bild Information: Tiger Woods (Photo by C. Cox/Getty Images)

Woods will Geschichte schreiben

Masters Tournament
 

Fünfter Masters-Sieg liegt in greifbarer Nähe.

"Es wird anders, kein normales Augusta-Gefühl", kommentierte Tiger Woods am Samstag die Tatsache, dass der Masters-Sonntag wegen Gewitterwarnung schon um 7.30 Uhr morgens beginnt. Dabei erinnert so vieles an altbekannte Zeiten. Er wird wieder im letzten Flight an einem Sonntag in Augusta spielen. In einem roten Shirt mit Rundkragen. Gedanken an 1997 werden wach, als er hier seinen ersten Major-Titel holte. 22 Jahre später hat der Amerikaner erneut alle Chancen, ein Grünes Jackett zu gewinnen. Mit einer erstklassigen 67er Runde, gespickt mit Höhepunkten, brachte sich der 43jährige am Samstag in Position. Mit elf unter Par liegt er gemeinsam mit Tony Finau auf dem geteilten zweiten Platz.

Molinari spielt in drei Runden nur ein Bogey und führt

Davor und in Führung ist der Mann, der für Konstanz steht wie kein anderer. Francesco Molinari bezwang den Platz von Augusta National auf die für ihn so typische Art. In drei Runden hat sich der Mann aus Turin, der beim Ryder Cup 2018 in allen Matches ungeschlagen blieb und die British Open 2018 gewann, nur ein Bogey am elften Loch in Runde eins geleistet. Ansonsten spulte der 36-jährige still und beharrlich sein Programm ab. Drives in die Mitte des Fairways, Eisen sauber aufs Grün. Par- oder Birdie-Putts gelocht. Am Samstag kam auf diese Weise eine 66er Runde zustanden. "Ich werde einfach versuchen in Ruhe vor mich hinzuspielen", erklärte der Italiener danach.

In Carnoustie entschied der Italiener die Partie gegen Tiger für sich

Die Paarung Tiger Woods und Francesco Molinari hat es im vergangenen Jahr schon gegeben, als die beiden bei der British Open in Carnoustie zusammen in einem Flight antraten. "Ich glaube, wir spielen nicht nur gegeneinander, sondern gegen eine ganze Gruppe anderer, die auch noch gewinnen können, wenn sie tief gehen", analysierte Molinari die Lage.

Der Finalsonntag in Augusta National wird so spannend werden wie schon lange nicht mehr. "Ich muss raus und eine wirklich tolle Runde spielen, dann passiert es vielleicht", fasste  Dustin Johnson, der mit acht unter Par auf dem geteilten siebten Rang liegt, seine Chancen zusammen. "13 oder 14 unter Par", so seine Einschätzung, wird der Siegesscore sein, nachdem deutlich mehr Wind gehen soll als noch am Samstag.

 

 

Der erwies sich als perfekter Tag mit idealen Spielbedingungen, den viele Profis für eine Birdiejagd nutzten. Tony Finau absolvierte die ersten Neun in 30 Schlägen und benötigte nur elf Putts. Seine 64er Runde wurde egalisiert von Webb Simpson, der mit neun unter Par auf dem geteilten fünften Platz landete.

Die dritte Runde des Masters 2019 avancierte zur besten Scoring-Runde aller Zeiten bei diesem Turnier. Derartig niedrige Scores wurde noch nie vorher in dieser Anzahl geschossen. Der Grund lag in dem feuchten Boden: "Der Ball bleibt eben da liegen, wo man das Grün trifft", erklärte Martin Kaymer, der mit einer Parrunde auch sein bisher bestes Ergebnis in diesem Jahr in Augusta National erzielte.

 

Sein Kollege Bernhard Langer haderte trotzdem mit dem Tag. Drei Bogeys und zwei Doppel-Bogeys bei vier Pars warfen den Deutschen zurück auf den geteilten 50. Platz bei zwei über Par. Dass sich die Aufmerksamkeit dieses Finaltages nur um Tiger Woods drehen wird, ist völlig klar. Der Amerikaner könnte seinen fünften Masters-Sieg holen. Er wäre der zweitälteste Champion nach Nicklaus, der 1986  mit 46 Jahren gewann, und er könnte die Distanz zu Jack Nicklaus, der mit 18 Major-Siegen den Rekord hält, auf drei Siege Abstand verkürzen.

Die Statistik allerdings spricht gegen Woods. Noch nie hat der Amerikaner ein Major gewonnen, wenn er nach der dritten Runde nicht in Führung lag.  Es könnte also ein Masters-Sonntag werden, an dem alles anders ist. Mit einem Sieg aber würde er wieder einmal Geschichte schreiben. 


Martin Kaymer verbessert sich in Augusta Woods spielt erstklassige Auftaktrunde

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