Bild Information: Sergio Garcia gewinnt 81. Masters Tournament (Photo by Harry How/Getty Images)

Garcia gewinnt höchst emotionales Masters

Masters Tournament
 

Sergio Garcia siegt in einem nervenaufreibenden Finale im Stechen gegen seinen Freund Justin Rose und holt seinen langersehnten ersten Major-Titel.

Augusta, Georgia - Die Finalrunde des 81. Masters Tournament war ein Mischung aus einem Gemälde von Salvador Dalí und einem Drehbuch von Alfred Hitchcock. Wunderschön anzusehen, aber von Anfang bis Ende fesselnd und nervenaufreibend.

Die Protagonsiten dieses Finale furioso in den Abendstunden des Augusta National Golf Club hießen Sergio Garcia und Justin Rose. Der Spanier und sein langjähriger Freund aus England begannen die Finalrunde schlaggleich und setzten sich früh vom Rest des Feldes ab. Nach acht Löchern hatte das europäische Duo, das sich nur allzu gut von einer Menge gemeinsamer Ryder Cups kennt, bereits drei Schläge Vorsprung auf ihre engsten Verfolger. Es kristallisierte sich ein Zweikampf um das Grüne Jackett beim Masters 2017 heraus.

Garcia mit emotionaler Mission beim Masters

Ein Zweikampf, bei dem das Herz der meisten Fans trotz großer Sympathien für Justin Rose mit Sergio Garcia einen klaren Favoriten hatte. Auf der einen Seite hatte man mit Rose den ersten Olympiasieger im Golf seit mehr als 100 Jahren und US-Open-Champion von 2013. Auf der anderen Seite den oft gescheiterten Garcia, der längst für einen Majorsieg fällig war, aber bislang jedes Mal scheiterte, wenn es um den Sieg bei einem großen Turnier ging.

Und dann hatte er auch noch die Chance, sein erstes Major am 60. Geburtstag von Severiano Ballesteros zu gewinnen, der spanischen Legende, die im Alter von 54 Jahren im Mai 2011 viel zu früh verstorben war. Im Augusta National, dem Platz, auf dem Seve zwei Mal zum Masters-Champion gekürt wurde. Beim Masters, das mehr spanische Sieger hervorgebracht hat als jedes andere Major (Ballesteros 1980 und 1983, Olazábal 1994 und 1999).

Doch bei aller Sympathie für Garcia, Rose würde ihm den Titel nicht schenken. Das war so sicher wie das Amen in der Amen Corner.

Ein Schlagabtausch, der keinen Verlierer verdient hat

Genau in diesem berüchtigten Verlauf der Löcher 11, 12 und 13 konnte sich der Engländer leicht absetzen. Nach Bogeys des Spaniers auf der Zehn und Elf, war Rose plötzlich ohne Mühe zwei Schläge in Führung.

Das hinterließ bei Garcia offensichtlich Spuren. Auf der 12 pullte er das kurze Eisen links aufs Grün, rettete aber mit einem guten ersten Putt das Par. Auch an der 13, dem vergleichsweise kurzen Par 5 mit dem klangvollen Namen Azalea, verzog Garcia nach Links. Sein Ball blieb an einigen Ästen der Bäume genau im Knick des Doglegs hängen und brachte ihn in weitere Bedrängnis, während Rose mit einem perfekten Drive weiter Druck machte.

Am Ende rettete Garcia trotz Strafschlag in der Manier seines großen Idols, Severiano Ballesteros, aus dem Wald das Par und Rose verschob seinen kurzen Birdie-Putt, um den Abstand weiter zu vergrößern. Die Tür für Garcia war wieder offen.

Dieser sah seine Chance und nutzte sie direkt am nächsten Loch. Aus knapp 140 Metern nagelte er seine Annäherung an den Stock und verkürzte den Rückstand mit seinem dritten Birdie des Tages auf nur noch einen Schlag. Auf dem anschließenden Par 5 legte der Spanier nach und puttete aus fünf Metern Entfernung zum Eagle ein. Rose, der sich am Abschlag kurz an den Oberschenkel griff, gelang dagegen nur das Birdie.

Gleichauf ging das Duo auf die letzten drei Löcher. Spannender hätte man sich die Finalrunde beim Masters nicht wünschen können. Ein ewiger Schlagabtausch zweier großer Protagonisten, der keinen Verlierer verdient hatte. Doch es musste einen Gewinner geben. Einen, der am Ende des Tages von Vorjahressieger Danny Willett ins Grüne Jackett bugsiert werden würde.

Entscheidung fällt erst im Stechen

Der Schlagabtausch, der über 17 Löcher an den Nerven aller Beteiligten gezehrt hatte, sollte auch auf dem 18. Grün noch nicht zu Ende gehen. Nach einer etwas glücklichen Annäherung von Rose, dessen Ball von der Welle rechts im Grün in Richtung Loch getragen wurde, konterte Garcia furchtlos und im Stile eines echten Champions. Beide zittern ihre Siegputts am Loch vorbei.

Es ging ist Stechen und Garcias große Stunde war gekommen. Der Spanier legte seine Annäerung erneut pin high knappe drei Meter neben das Loch. Rose puttete zuerst und verfehlte. Sichtbar mit den Emotionen kämpfend, sah Garcia knapp fünf Stunden nach seinem ersten Abschlag seine Birdieputt im Loch verschwinden. Es war der Putt, der ihn endlich zum Major-Champion machte und zu seinen Vorbildern Ballesteros und Olazábal aufschließen ließ.

Mit Rekordrunde zu neuer Bestleistung: Martin Kaymer wird 16. beim Masters Die nackten Zahlen: Das finale Leaderboard des 81. Masters Tournaments

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