Bild Information: Leonie Harm (Photo by stebl/DGV)

"Müsste dann meinen Wetteinsatz einlösen"

Interview
 

Leonie Harm freut sich auf Augusta - und auf ihr spezielles Golfjahr 2019.

Leonie Harm spricht im Interview mit golf.de über ihre Einladung nach Augusta und über Ihre Ziele für die laufende Saison. Die wird für die 21-Jährige Studentin, die für den GC St. Leon-Rot startet und an einer US-Universität studiert, ganz speziell. Denn: Noch nie fand für Damen ein Turnier im Augusta National Golf Club, Schauplatz des US Masters, statt. Im April 2019 aber wird dort die Finalrunde der Augusta National Women's Amateur Championship gespielt. Und Leonie Harm ist vielleicht dabei.

Golf.de: Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie die Einladung für das erste Damenturnier mit dem Augusta National GC als Schauplatz  erhalten haben?
Leonie Harm: Es ist natürlich total aufregend, ein Teil der ersten Auflage dieses Turniers zu sein. Diese Einladung sieht genau aus wie bei den Masters-Teilnehmern. Das ist schon ein gutes Gefühl.
In Augusta wird erstmals ein Damenturnier auf diesem besonderen Platz ausgetragen. Was erwartet Sie dort?
Leonie Harm: Wir spielen ja erst einmal zwei Runden auf dem Nachbarplatz des Champions Retreat, was auch ein toller Platz ist. Nur 30 spielen dann eine Turnierrunde in Augusta National. Es ist das hochklassigste Turnier, das ich bisher je gespielt habe. Man tritt gegen die besten Amateurgolfer der Welt an. Ich freue mich, weil das Turnier unfassbar viel für den Ruf von Frauengolf leistet. Ich werde in den USA oft darauf angesprochen, ob ich da dabei bin. Das tut uns gut, Anerkennung und Unterstützung für Frauengolf zu gewinnen.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Witness history unfold at the inaugural Augusta National Women’s Amateur. #cominginapril

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Warum hatten Sie bis zu den Ladies British Open Amateur Championship, bei denen Sie sich für Augusta qualifiziert haben, so eine schwere Zeit?
Leonie Harm: Ich hatte 2015 drei relativ große Erfolge. Danach habe ich lange Zeit nichts mehr gewonnen. Ich holte viele gute Platzierungen, aber zu einem Sieg hat es nie gereicht. Das ist schon sehr frustrierend. Irgendwann macht sich dann das Gefühl bei einem selbst breit, dass man vielleicht gar nicht mehr gewinnen kann.
Was war denn Ihr Erfolgsrezept für die Wende?
Leonie Harm: Zwei Wochen vor der British Am habe ich wie 2015 die IAM der Damen in Mülheim gewonnen. Mein Schwungtrainer hat danach zu mir gesagt: ‚Hey es freut mich, dass Du Dich daran erinnert hast, wie man gewinnt.‘ Er hat mich dann aufgefordert, die British Am zu gewinnen. Das hat dann tatsächlich funktioniert. Es war für dieses Turnier wichtig, mit einem Sieg im Gepäck das Selbstbewusstsein zu haben. Meine Form war dann sehr gut. Der Golfplatz hat mir auch sehr gelegen und meine Stärken zum Vorschein gebracht.
Wie sehen Sie das Jahr 2018 im Rückblick?
Leonie Harm: 2018 war ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Ich hatte richtig tolle Momente mit meinem Team in den USA bei dem Versuch die Conference Championships zu gewinnen. Sich als Einzelperson für Nationals zu qualifizieren, ist immer ziemlich anstrengend. Ich musste dafür in ein Sieben-Loch-Stechen gehen. Bei der National Championship habe ich dann leider eine katastrophale Leistung in meiner letzten Runde gezeigt, was mich im Feld sehr nach hinten geworfen hat.
Aber danach sind Sie richtig in Fahrt gekommen, oder?
Leonie Harm: Zurück in Deutschland ist der Sommer dann echt gut angelaufen mit den zwei Siegen relativ früh. Dann war ein bisschen die Luft raus. Direkt nach einem Spieltag im Stuttgarter GC Solitude bin ich zu den British Am geflogen, wo ich neun zusätzliche, anstrengende Runden direkt im Anschluss gespielt habe. Die Dauerbelastung hat mich dann eingeholt. Davon habe ich mich das ganze Jahr nicht mehr so richtig erholen können. Deswegen schaue ich zum einen stolz und zufrieden zurück, dass meine guten Momente zu großen Siegen gereicht haben. Auf der anderen Seite war ich megamäßig frustriert, dass ich beim Final Four in Köln nicht gut genug spielen konnte, um meinem Team zu helfen, den Titel zu verteidigen.
Wie lauten Ihre Ziele für 2019?
Leonie Harm: Es wird ein spannendes Jahr, weil es mein letztes Jahr als Leistungssport-Golfer ist. Ich verliere meine NCAA-College-Spielberechtigung Ende Mai. Dann habe ich noch Highlights vor mir. Ich darf bei den US Women‘s Open in Charleston mitspielen. Davor werde ich mit meinem Team hoffentlich die Nationals spielen.

Und wie soll es danach in Europa weitergehen?
Leonie Harm
: Dann geht es für mich zurück nach Europa. Ich freue mich riesig auf die Sommersaison. St. Leon-Rot wird jedes Jahr stärker. Wir haben dort unfassbare viele junge Talente in unseren Reihen. Und ich freue mich darauf, noch ein letztes Mal die British Am zu spielen. Vielleicht nochmal bei der Team-EM aufgestellt zu werden. Wenn man alles nur noch einmal machen wird, dann hat das mehr Bedeutung, als wenn man es jedes Jahr sowieso wieder erleben wird. Ich hoffe, dass ich bei all diesen Events meine beste Leistung zeige. Und dann aufhöre, wenn es am Schönsten ist.
Verstehe ich Sie richtig: Sie planen nicht, Proette zu werden?
Leonie Harm: Golfprofi zu sein, ist prinzipiell schwierig. Der Druck, seinen Lebensunterhalt mit einem Sport zu verdienen, der so wenig kontrollierbar ist wie Golf, macht mir die Freude daran ein bisschen kaputt.
Haben Sie Ihre Entscheidung endgültig getroffen?
Leonie Harm: Ich habe eine Wette mit meinem Freund laufen. Er will unbedingt, dass ich Profi werde, damit er mein Caddy sein kann (lacht). Er ist der Meinung, wenn ich vier Turniere in meinem letzten Jahr gewinne, dann sollte ich es als Proette versuchen. Falls ich es bis zu diesem Sommer schaffe, noch zwei Turniere gewinnen, müsste ich meinen Wetteinsatz also einlösen. Grundsätzlich ist es aber nicht mein Plan.
Könnten Sie Ihre Entscheidung nicht irgendwann einmal bereuen?
Leonie Harm: Ich glaube nicht, dass ich es bereuen werde. Aber ich werde Golf bestimmt vermissen. Das ist ja bei allen schönen Erinnerungen im Leben so. Ich denke, dass ich es relativ realistisch einschätze: Ich werde glücklicher mit einem Job, der weniger dem Zufall überlässt als es im Golf der Fall ist.

 

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