Bild Information: Martin Slumbers stört sich an zu langen Drives (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

R&A heizt Längen-Diskussion an

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Martin Slumbers, Chef des R&A, sieht in langen Abschlägen ein echtes Problem.


Kingsbarns, Schottland - Es steht außer Frage, dass das professionelle Golf ein Längenproblem hat. Golfplätze müssen künstlich verlängert werden, um den gewaltigen Drives von Dustin Johnson, Rory McIlroy, Bubba Watson und Co. Herr werden zu können. Was früher im Golfplatzbereich als echter Tester galt, ist im modernen Golf zur reinsten Pitch-und-Putt-Wiese verkommen.

Das macht selbst vor echten Traditionsclubs nicht halt. Der Augusta National Golf Club, Austragungsort des Masters Tournament, wurde über die Jahre immer länger. Derzeit wird darüber spekuliert, ob der Abschlag des 13. Loches für das diesjährige Turnier weiter nach hinten, auf das Gelände des Augusta Country Clubs, verlegt wurde. Wissen wird man es erst zu Beginn der Masters-Woche.

Schlaglängen sind ein erstes Thema

Das Längenproblem ist auch der USGA und dem R&A, den beiden regulierenden Verbänden des Golfsports, bekannt. Martin Slumbers, seit 2014 Chef des Royal and Ancient Golf Clubs, hat in den letzten Jahren zwar stets geleugnet, dass die Längen der Profis ein Problem darstellen. Nun scheint bei ihm ein Umdenken stattgefunden zu haben. "Die Schlaglängen sind ein ernstes Thema, auf das wir uns konzentrieren müssen", stellte er bei der Bekanntgabe des Old Course von St. Andrews als Austragungsort der 150. British Open klar.

Dabei geht es Slumbers offenbar in erster Linie gar nicht einmal nur um den Ball, den zahlreiche Spieler schon seit Längerem als Sündenbock hinstellen; darunter auch Tiger Woods. "Es geht um die Schlaglängen an sich und die Balance zwischen Können und Technologie." Er hat keinen Zweifel daran, dass die Schlägerhersteller mit ihren Entwicklungen der vergangenen Jahre den anspruchsvollen Golfsport deutlich einfacher gemacht haben. "In einer Zeit, in der wir mehr Leute dazu bringen wollen, Golf zu spielen, ist das auch eine gute Sache", betont Slumbers.

Gerade bei den Profis solle es vor allem darum gehen, das Können der Spieler in den Vordergrund zu stellen. Die Fähigkeiten auf dem Platz sollten darüber entscheiden, wer am Ende den Pokal erhält. Die modernen Schläger lassen die Fähigkeiten von Johnson, McIlroy und Co. dagegen verschwimmen und sollen einen Längenwahn unter den besten Spielern der Welt fördern.

Studie über Schlaglängen soll Klarheit schaffen

"In den vergangenen Jahren gab es in diesem Punkt eine erhebliche Steigerung auf allen Touren", erklärt Slumbers. "Wir verzeichnen die durchschnittlich längsten Drives aller Zeiten. Das macht uns [vom R&A] sowie unseren Kollegen der USGA einige Sorgen." Auch Slumbers Gegenpart der amerikanischen Golfvereinigung, Mike Davis, äußerte sich kürzlich besorgt: "Wir sind nicht der Meinung, dass Länge dem Golfsport unbedingt gut tut."

"Über viele Jahre haben wir von einem schleichenden Prozess gesprochen. Jetzt wurde es zu einem großen Sprung." Das habe den entscheidenden Ausschlag gegeben, dass Slumbers und Davis Handlungsbedarf gesehen haben. Deshalb haben die USGA und der R&A eine Studie über die Schlaglängen im professionellen Golf in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse in naher Zukunft veröffentlich werden sollen.

 Slumbers wollte sich zwar nicht direkt über die nächsten Schritte äußern, die auf Basis der Studie eingeleitet werden sollen, sprach aber von "diversen Möglichkeiten". "Wir müssen uns nicht nur mit dem Profisport und den Spielern beschäftigten, sondern auch mit den Equipment-Herstellern. Es liegt eine Menge Arbeit vor uns, aber sie muss jetzt getan werden."

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