Bild Information: Bernhard Langer (Photo by Chris Condon/PGA TOUR)

"Ist es fair? Nein, das ist es nicht"

PGA Tour Champions
 

Bernhard Langer dominiert die Saison auf der Champions Tour - und wird Zweiter in der Saisonwertung. Es ist eine kuriose Situation, die nötige Änderungen im Modus aufzeigt. Auch im Sinne des diesjährigen Profiteurs.

Bernhard Langer hat in diesem Jahr sieben Turniere auf der Champions Tour gewonnen. Drei Majors waren darunter, der Zähler steht inzwischen bei zehn, nur einer von vielen Rekorden. Rund 3,6 Millionen US-Dollar hat Langer in diesem Jahr an Preisgeld erspielt, ebenfalls ein neuer Rekord - und mehr als eine Million mehr als der Zweitplatzierte.

Langer war der mit Abstand beste Golfer über 50 in dieser Saison - mit 60. "Langer ist die Definition von dominant", schrieb selbst die PGA Tour vor wenigen Wochen. An diesem Montag muss der Veranstalter der Turnierserie nun ein wenig zaubern. Denn nach drei Playoff-Turnieren, von denen Langer die ersten beiden gewann, müssen sie nun einen anderen Sieger der Saisonwertung so glaubhaft vermitteln, dass er uneingeschränkt gefeiert werden kann. Das ist nicht einfach. Nein, es ist unmöglich. Wenn der Zweitplatzierte dominiert, was macht dann der Erste?

Sieben Titel in dieser Saison reichten Langer nicht zum Gesamtsieg. Den Charles Schwab Cup, die Jahreswertung der Champions Tour, gewann: Kevin Sutherland. Dem 53-Jährigen reichte gemäß Regularien der Sieg im Finalturnier, der Charles Schwab Cup Championship. Es ist sein erster Sieg in diesem Jahr. Es ist überhaupt sein erster Sieg in vier Jahren Champions Tour.

"Ich denke, der Modus muss angepasst werden."

Die Leistungen Sutherlands, der vor dem Finale auf Gesamtrang fünf lag, der ihn gerade noch dazu befähigte, mit einem Finalsieg direkt den Gesamtsieg zu holen, sind zweitrangig. Doch an seinem Beispiel erklärt sich die Kuriosität dieser Situation, in der ein dominierender Spieler nicht die Saisonwertung gewinnt, sehr gut. Sutherland wird am Montag in seinem Bett aufwachen und überall davon lesen können, wie komisch es ist, dass Langer nicht den Charles Schwab Cup neben seinem Bett stehen hat. 

"Ist es fair? Nein, das ist es nicht", sagte Langer am Sonntag. "Aber so ist es nun einmal." Langer hat als Mitglied des PGA Tour Champions Policy Boards selbst am Modus mit experimentiert, große Beschwerden sind also nicht zu erwarten. Er sagt aber auch: "Ich denke, der Modus muss angepasst werden. Vielleicht ist es wie beim FedEx [auf der PGA Tour]. Da mussten sie auch zwei, dreimal nachjustieren, um es interessant und auch fair zu machen."

Und hier liegt die Krux. Natürlich sind sich auf der Champions Tour alle einig, dass Langer der verdiente Sieger gewesen wäre und dass ein Modus, der der Dominanz ohne Anpassungen Rechnung getragen hätte, ein fairer wäre. Doch was wäre das Finalturnier dann für ein Finalturnier gewesen? Ein Wettkampf, in dem der Sieger schon feststeht, ist kein Wettkampf. Der Modus, vor dem Finale die Punkte anzupassen, macht ja also Sinn - einerseits. Andererseits ist aber auch ein Rennen, bei dem im Endeffekt nur die letzten fünf Meter zählen, kein richtiges Rennen.

Ausnahmen müssen in die Regel

Natürlich kennt die Fußballgeschichte Welt- und Europameisterschaften, in deren Verlauf das Siegerteam des Turniers sicher nicht das beste war. Doch Fußball ist nicht Golf. Solche Turniere werden im K.o.-Modus gespielt, hier reicht auch ein dreckiges 3:2 im Elfmeterschießen ohne eigene Torchance fürs Weiterkommen. Im Golf spiegelt sich die Leistung in der Regel hingegen sehr gut im Ergebnis.

Es dürfte also eine Möglichkeit geben, den Modus fairer zu gestalten. Langer hat 2017 eine Rekordsaison gespielt, vielleicht bleibt sie die Ausnahme. Aber auch die Ausnahme ist einzubeziehen in die Überlegungen. Warum werden die Punkte vor dem Finalturnier also beispielsweise weniger rigoros wie bisher nach Platzierung im Saisonranking verteilt? Sondern so, dass auch eine Rekordsaison Einfluss auf die Punkteverteilung hat. Sieben Siege und Platz eins ist dann mehr wert als zwei Siege und Platz eins (Bernhard Langer 2015). Und wenn dann nach einer Saison wie dieser nur die ersten zwei oder drei statt wie sonst die ersten fünf noch gewinnen können, macht das den Wettbewerb nicht kaputt.

Langer: Neun Titel in der Geldrangliste

Es ist nicht so, dass Bernhard Langer das Problem nicht schon länger kennt. Seit 2008 hat er die Geldrangliste neun Mal gewonnen, 2011 war er länger verletzt. Doch nur vier Mal gewann er auch den Charles Schwab Cup. Ein Grund: Keinen seiner 36 Titel holte er bei der Charles Schwab Cup Championship, dem Finalturnier. Am Sonntag wurde er Zwöfter. Bislang war das eine gute Erklärung für das Missverhältnis zwischen Preisgeld und Saisontitel. Doch in diesem Jahr ist es anders. Sieben Titel, so viel wie die vier nächstbesten zusammen - das müsste eigentlich reichen. Sutherlands Sieg ist ein Weckruf. Und hier liegt die Tragik für den eigentlichen Sieger in dieser Erzählung. Vielleicht wird Kevin Sutherland in die Geschichte eingehen als der Golfer, dessen größter Sieg zu Reformen führte - weil er als unfair galt.

 

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