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Day siegt doppelt, Scott zieht nach

World Cup of Golf
 

Melbourne, Australien - Adam Scott leistet seinen Beitrag mit dem besten Tagesergebnis, doch durch den Gewinn der Einzelwertung ist es Jason Day, der den australischen Heimsieg beim World Cup of Golf perfekt macht. Team Deutschland belegt einen guten siebten Platz. 

Am Ende des Finaltags im Royal Melbourne GC waren es doch die Australier, die ihren Heimvorteil nutzen konnten, um den World Cup of  Golf seit dem letzten australischen Triumph im Jahr 1989 zu gewinnen. Dabei hatte nicht der Vorwochensieger Adam Scott den größten Anteil daran, sondern Kollege Jason Day. Der 26-Jährige aus Queensland konnte seine knappe Führung aus Runde drei erfolgreich ausbauen und sicherte sich mit einer bewegten Schlussrunde den größten Preisgeldscheck in der Einzelwertung. Zwei frühe Bogeys glichen sich dabei mit zwei Birdies aus, doch ein vom Fairway versenktes Eagle auf Bahn 6 stand kurz darauf auf der Habenseite. Zwar halbierte ein Doppelbogey in Kombination mit nur einem weiteren Birdie den Saldo des Tages, doch Days 70 gehörte zu den besseren Runden des Tages.

"Ich weiß noch gar nicht, was ich denken soll. All die harte Arbeit und Mühe, die ich über die letzten fünf bis zehn Jahre meinem Spiel widmete, zahlt sich jetzt aus. Es hat mich einige Zeit gekostet, meinen zweiten Sieg [nach der Byron Nelson Championship 2010] zu sichern. Es könnte jetzt aber nicht besser passen, mit Scotty an meiner Seite, den Sieg beim World Cup hier unten in Melbourne zu holen." Dabei wäre Day fast gar nicht angetreten beim Turnier in Melbourne. Der Australier mit philippinischen Wurzeln hatte in der letzten Woche mehrere Verwandte verloren, als die Inselgruppe vom Taifun Haiyan heimgesucht worden war. "Es wäre das einfachste gewesen, zurückzuziehen und weiterzugehen, im Angesicht der Dinge, die in den letzten Wochen passiert sind", so Day nach seinem Triumph.

Sein engster Verfolger Thomas Björn konnte seinen fünf Bogeys des Tages nur die gleich Anzahl an Birdies entgegen setzen, um schließlich per Parrunde den zweiten Platz bei acht unter besetzt zu halten. "Offensichtlich bin ich ein wenig enttäuscht, doch so richtig gut habe ich heute eben nicht gespielt. Einige Fehler waren hier und da dabei. Insgesamt aber war es eine großartige Woche und eine große Freude, den Platz in diesem Zustand spielen zu können. Aber ich könnte nicht glücklicher sein, dass Jason gewonnen hat. Er hatte eine harte Zeit die letzten Wochen und überhaupt hier zu sein ist für ihn eine große Sache. Und wenn man dann das Turnier auch noch gewinnt ... das ist was man sehen will."

Doch der australische Doppelsieg wäre nicht möglich gewesen, ohne die Leistungssteigerung von Adam Scott, der nach seinem Sieg vor sieben Tagen beim Talisker Masters an eben dem Spielort in Melbourne auf beste Platzkenntnisse zurückgreifen konnte. Nach einem Eagle auf der Eins legte der 33-jährige amtierende Masters-Champion umgehend zwei Birdies nach und konnte nur geringfügig durch zwei Bogeys gebremst werden. Nach zwei weiteren Unterspielungen stand zum Schluss das beste Ergebnis des Tages von 66 Schlägen auf der Karte, was nach einer kontinuierlichen Steigerung durch Runden von 75, 68, 68 und eben fünf unter Par für den Finaltag den dritten Platz bedeutete.

Australier gewinnen Teamwertung vor den USA
Somit waren es ganze zehn Schläge, die die australischen Sieger vom Rest der Welt trennten. Das mitfavorisierte und zur Titelverteidigung angetretene Team USA kam lediglich auf ein Gesamtergebnis von sieben unter Par, nachdem Matt Kuchar wie schon in der ersten Runde eine gleiche Anzahl an Birdies und Bogeys notieren musste. Auch Teamkollege Kevin Streelman, der seinerseits mit Auftaktrunden von 66 und 69 für die frühe Führung der Amerikaner verantwortlich war, konnte nach einem frühen Birdie-Doppel fünf Bogeys im Verlauf seiner Finalrunde nicht verhindern. Kuchar belegt am Ende den vierten Platz, Streelmann teilt den achten.

Dank Björns starker Vorarbeit und Thorbjørn Olesens pünktliche Steigerung auf der Schlussgeraden - der dänische Nachwuchsstar kam zuletzt auf eine sehr konkurrenzfähige 68 und den geteilten 25. Platz - belegt Team Dänemark den dritten Platz in der Teamwertung, zusammen mit den weiter unauffällig, aber solide spielenden Japanern Ryo Ishikawa (T5) und Hideto Tanihara (7.).   

Kieffer mit später Steigerung, Siem fällt ab
Die Abweichungen vom Par gingen für Maximilian Kieffer am Finaltag in Melbourne abwechselnd ins Negative und Positive, bis zwei Birdies auf den Bahnen 14 und 15 den Ausschlag unter Par gaben, den auch ein letztes Bogey auf der 18 nicht mehr zunichte machen konnte. "Bis auf drei Drei-Putts lief es heute ziemlich glatt. Es war zwar diese Woche mehr drin, aber mit dem Endresultat bin ich zufrieden.“

Auf dem geteilten zwölften Platz bei Even Par lässt European-Tour-Rookie Kieffer tatsächlich eine genze Reihe erfahrenerer Spieler hinter sich - darunter auch Teamkollege Siem. Der 33-jährige Longhitter aus Mettman fand auch am letzten Tag des World Cups nicht zu seinem Spiel, ließ es sich aber nicht nehmen, neben vier Bogeys sein erstes Eagle des Turniers unterzubringen und per Birdie abzuschließen. Dadurch wurde es ein solider geteilter 32. Platz bei fünf über Par. Insgesamt kommt Team Deutschland auf einen vorzeigbaren geteilten siebten Platz neben Frankreich bei summierten fünf über Par.


 

 


Das Turnier

Mittlerweile ist der World Cup of Golf der größte und internationalste Teamwettbewerb, bei dem 24 Teams, bestehend aus je zwei Spielern pro Land, gegeneinander antreten. Dieses Jahr setzt sich das Format aus einer Individualwertung und einer Teamwertung zusammen. Die Spieler bestreiten vier Runden, wie bei einem regulären Turnier und am Ende werden die Ergebnisse beider Spieler addiert. Das Team mit dem niedrigsten Ergebnis gewinnt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Events werden Weltranglistenpunkte verteilt. Die Einzelwertung ist mit sieben Millionen US-Dollar dotiert.


 

 

Der Platz: Einer der schönsten weltweit

Zahlreiche internationale Events fanden auf dem weltbekannten Platz von Designer Alister MacKenzie statt. Zum Beispiel der Presidents Cup vor zwei Jahren oder etliche Australian Open. Viele Amateure, die den linksartigen Kurs bespielten, sprachen von den schnellsten Grüns, die sie jemals erleben durften. Beim Presidents Cup 2011 stellten dies auch Tiger Woods, Adam Scott und Co. fest. Die Fairways des Platzes sind einigermaßen breit, allerdings erfordert es dennoch präzise Drives, um mit der Annäherung die Fahnen attackieren zu können. Die Grünkomplexe sind sehr onduliert, tiefe Bunker, die teilweise ohne Vorgrün oder Rough fast senkrecht und abrupt die Puttfläche begrenzen, bestrafen Fehlschläge. Viele Sanddünen geben dem Platz seinen Charakter. Momentan wird er von top100golfcourses.co.uk auf Position zwölf geführt.

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