Bild Information: Final Stage der European Tour Qualifying School (Photos by Getty Images)

Zwei Deutsche überstehen Finaltag

European Tour
 

Drama pur bei der Final Stage der European Tour Qualifiying School.

Sechs anstrengende Tage liegen hinter den Teilnehmern der Final Stage der European Tour Qualifying School. Über 108 Löcher entschied sich auf den beiden Plätzen Hills und Lakes des Lumine Golf Club, welche 27 der 156 Spieler am Ende der Final Stage mit einer Spielberechtigung der Kategorie 17 für Europas erste Golfliga belohnt werden. Neben alten Bekannten, sind es jedes Jahr neue Namen, die sich über die anstrengende und nervenzehrende Q-School ihren Weg auf die European Tour bahnen.

Ritthammer und Schmitt schaffen Sprung auf European Tour

Fünf Runden unter 70 Schlägen - darunter die 65 (-6) am Mittwoch auf dem Lakes Course - waren eine überzeugende Leistung, die Bernd Ritthammer bei der Final Qualifying School abgeliefert hat. Mit einem Gesamtergebnis von 21 unter Par landete er wenig gefährdet auf dem geteilten sechsten Rang (407 Schläge) und darf sich nach einem turbulenten Jahr 2018, in dem er zwischen der European und Challenge Tour hin und her sprang und nebenbei auch noch zum ersten Mal Vater wurde, wieder auf die volle Spielberechtigung auf der European Tour 2019 freuen.

Max Schmitt zeigte kurz vor Schluss noch einmal Nerven und machte es spannend. Vom geteilten 15. Rang wurde er mit Bogeys auf der 13 und 15 - bis dahin lag der eheamlige deutsche Top-Amateur zwei unter Par für den Tag - bis auf den geteilten 20. Rang durchgereicht. "Bis dahin habe ich sehr solides Golf gespielt, es aber auf den Back Nine vergeigt", sagte Schmitt nach der Runde über die schwierige Phase. Danach behielt Schmitt, der erst zu Beginn des Jahres den Wechsel ins Profilager gewagt hatte, allerdings die Nerven, beendete die Final Qualifying Stage auf dem Lakes Course mit drei Pars bei 412 Schlägen (-16) und dem sicheren Wissen, den Aufstieg auf die European Tour geschafft zu haben. "Bislang habe ich nur auf ein paar Einladungen hin auf der European Tour gespielt. Mit einer guten Kategorie in die neue Saison zu starten ist natürlich toll."

Zitterpartie um Bräunig und Co.

Denkbar knapp wurde es erneut für Christian Bräunig, der bereits im letzten Jahr bei der Final Qualifying School um einen Schlag am Aufstieg gescheitert war. Vielversprechend von Rang 24 in die Finalrunde gestartet, wollte aber auch bei Bräunig zu Beginn nichts zusammen laufen. Nach Bogeys auf der 9 und einem Doppel-Bogey auf der 15 war er schließlich durchgereicht worden und benötigte schon ein kleines Wunder für die Top 25. Mit einem Birdie auf der 16 ebnete er den Weg und schoß sich spektakulär mit einem Eagle auf dem abschließenden Par 5 nahe ans Ziel. In der Folge tanzte er bei 15 unter Par ständig zwischen Aufstieg und dem knappen Scheitern, musste sich aber auch 2018, wie im Jahr zuvor, um einen Schlag geschlagen geben.

Alexander Knappe hätte am Ende eine 68 (-3) für den Erhalt der Tourkarte für die European Tour 2019 gereicht; ein Ergebnis, das er in Runde 1 auf dem Lakes Course unterschrieben hatte. Doch der Deutsche erwischte einen zu schwachen Start in den Tag und die Fahnenpositionen der Finalrunde ließen niedrige Scores nur mit erstklassigem Golf zu. Mit zwölf Pars in Folge war allerdings wenig Bewegung auf der Scorekarte und dem Leaderboard drin, was sich schlussendlich rächte. Mit einem geteilten 37. Rang verabschiedete sich Knappe von der Final Qualifying School.

Marcel Siem befand sich schon kurz nach Beginn der Finalrunde der Final Qualifying School mit dem Rücken zur Wand. Fünf unter Par hatte er vor seiner Runde am Donnerstag als erklärtes Ziel zum Sprung unter die Top 25 (und schlaggleichen) zu schaffen; und sollte mit seiner Einschätzung fast Recht behalten. Bei 16 unter Par lag die magische Grenze, die es zu meistern galt. Nach drei Löchern lag Siem allerdings mit einem Bogey auf der Zwölf nur noch elf unter Par und konnte in der Folge wenig Raum gut machen. Mit einer abschließenden 70 (-1) landete Siem auf dem geteilten 45. Rang (-13). "Es ist ein hartes Turnier. Sechs Runden mit vielen jungen und hungrigen Spielern", sagte Siem nach der Runde zu Golf.de

Allerdings sieht es für ihn aufgrund seiner nur geringfügig schlechteren Kategorie für das kommende Jahr nicht ganz so düster aus mit Starts. Als viermaliger Sieger auf der European Tour kann er neben seinen voraussichtlichen Starts auch auf einige Einladungen der Turnierveranstalter hoffen. "Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken und im kommenden Jahr alles daran setzen, wieder vorne auf den Leaderboards zu stehen. Ich bin davon überzeugt, dass das nach wie vor in mir steckt.”

Auch Marcel Schneider wusste, dass er am Donnerstag richtig tief schießen musste und konnte nach 15 Löchern (-4) auf das kleine Wunder hoffen. Noch zwei Birdies auf den letzten drei Löchern hätten dem jungen Deutschen den Aufstieg beschert. Stattdessen wurde es nur ein Bogey bei zwei Pars und das Ende der Erstliga-Träume auf dem - zusammen mit Siem - geteilten 45. Rang.

Hinter Siem und Schneider verpasste auch Philipp Mejow (-12) den Aufstieg auf die European Tour. Durch das Überstehen des 72-Löcher-Cuts erhält er allerdings - genauso wie Christian Bräunig, Alexander Knappe und Marcel Schneider - eine gute Spielberechtigung (Kategorie 9) auf der Challenge Tour, der zweiten Golfliga Europas, und können sich berechtigte Hoffnung auf eine Handvoll Starts auf der European Tour machen. Am Cut nach vier Tagen waren bereits Sebastian Heisele und Allen John (Am) gescheitert.

Final Stage der Qualifying School in Lumine

An der Costa Daurada, nahe Tarragona, liegt der Lumine Golf and Beach Club mit seinen 45 Löchern. Alfonso Vidaor entwarf mit "Hills" einen anspruchsvollen Parkland-Platz in einer hügeligen Umgebung durch Pinien-Wälder und Oliven-Bäume. Ab und an sieht man von den erhöhten Abschlägen das Mittelmeer.

Der zweite 18-Löcher-Kurs des Lumine Resorts stammt aus der Feder von Major-Sieger Greg Norman. Der nur wenige hundert Meter entfernte Lakes-Course ist das Gegenteil zu Hills. Das Terrain am Fuße des Bergs ist relativ flach. Auch hohe Bäume gibt es wenige.

"Wir fühlen uns sehr geehrt, dass die European Tour Lumine als hochwertige Destination mit Tour-Format anerkennt", erklärte Lumines Golf Club General Manager Calle Carlsson. "Wir bekommen von vielen Amateuren, die hier Urlaub machen sehr positives Feedback. Aber die Möglichkeit, die Final Stage hier auszutragen, bedeutet uns sehr viel. Unser Anspruch ist es nach wie vor, zu den Top-Adressen in Europa zu zählen. Die Zusammenarbeit mit der European Tour zeigt allen europäischen Golfern, welche Qualität sie in Lumine vorfinden."

European Tour Qualifying School: Der lange und steinige Weg in die erste Liga Lumine Golf Club Austragungsort der Final Qualifying Stage Weitere Informationen zur Qualifying School finden Sie auf EuropeanTour.com

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