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Siem mit starkem Finale

Qatar Masters - Runde eins
 

Doha, Katar: Marcel Siem liegt zur Halbzeit zwar zwei über Par, beendet seine Runde jedoch mit 69 Schlägen. Martin Kaymer und Dominic Foos folgen einen Schlag zurück. Steve Webster gelingt gleich auf dem ersten Loch ein Albatros.

 In Katar konnte Marcel Siem in den vergangenen Jahren eigentlich immer gute Leistungen zeigen. Der Platz des Doha GC passt deutlich besser zum Spiel des Deutschen, als der Kurs der Abu Dhabi Golf Championship vergangene Woche. Doch der Auftakt in die Ausgabe 2014 verlief dennoch nicht wirklich erfreulich. Zwar beendete Siem seine erste Halbrunde mit einem Birdie auf der 9, doch 38 Schläge und ein Spielstand von zwei über Par waren alles andere als zufriedenstellend.

Dann aber begann Siem zu glänzen. Sechs Birdies und nur ein Bogey schrieb er im Verlauf der zweiten Halbrunde auf seine Karte und brachte sein Tagesergebnis noch deutlich in den Minusbereich. 69 Schläge gingen in die Bilanz für den Mittowch ein, resultierend aus acht Birdies, fünf Bogeys und nur fünf Pars. Eine spektakuläre Runde.

"Ich habe heute nicht gut gespielt", analysierte Siem bei Golf.de. "Zum Glück habe ich extrem gut geputtet, vor allem auf den hinteren Neun. Hoffentlich kann ich mich mit meinem langen Spiel steigern. Mit vier Birdies aufzuhören, ist natürlich immer schön."

Kaymer mit 70
Auch Martin Kaymer lochte auf dem 15. Grün bereits sein fünftes Birdie (neben zwei Bogeys) des Tages. Das Erstaunliche daran: Keines davon gelang ihm auf den Par-5-Löchern des Doha Golf Clubs. Mit drei unter Par ging es auf die finalen Löcher. Zunächst auf die 16, ein Par 4, das die Spieler vom Tee attackieren können. Es ist das leichteste Loch des Platzes und eine gute Möglichkeit, weiter Schläge gutzumachen auf die Führenden.

Kaymer wählte den Driver und verzog nach links. Sein Ball kam in einer der Waste Areas zum liegen und er konnte nur auf das Fairway zurückchippen. Es blieb aus gut 30 Metern bergab noch eine knifflige Up-and-Down-Situation zum Par übrig. Kaymer konnte sie nicht lösen und notierte das Bogey. Der Lauf war unterbrochen. Es folgte ein Par auf dem Par 3 der 17 und auch das Par 5 der 18 endete ohne Birdie.

Kaymer verfehlte dort die Spielbahn knapp, legte vor, verpasste mit dem dritten Schlag das Grün und rettete das Par zur 70er Runde (-2), die den Deutschen ins vordere Mittelfeld bringt.

Kieffer über Par, Foos überzeugt
Unerfreulich begann der Tag für Maximilian Kieffer. "Ich habe schlecht gespielt", analysierte er nach der Runde. Und der Deutsche lieferte auch gleich noch einen Grund für die 39 Schläge, entstanden durch sieben Pars, ein Bogey sowie ein Doppel-Bogey, hinterher. "Ich war einfach nicht fokussiert genug." Das änderte sich auf den hinteren Neun. Drei Birdies bei nur einem Schlagverlust verbesserten das Tagesergebnis immerhin noch auf +1 für den Tag.

"Auf den zweiten Neun habe ich mein Spiel ganz gut zusammengehalten", ergänzte Kieffer, der am Nachmittag zum Training die Driving Range aufsuchte. "Mein Ziel ist es erst einmal, den Cut noch zu schaffen." Hierzu sollte es am Donnerstag unter Par gehen.

Einen besseren Start erwischte Dominic Foos, der über eine Sponsoreneinladung ins Feld des Turniers gerutscht war. Der 16-Jährige rechtfertigte seine Einladung am ersten Tag und zeigte, dass er auch im starken Feld von Katar durchaus konkurrenzfähig ist. Mit nur zwei Bogeys unterliefen ihm weniger Fehler als seinen deutschen Kollegen. Vier Birdies und eine 70 bringen Foos nach Tag eins in die Top 50 (unter anderem schlaggleich mit PGA-Champion Jason Dufner und Kaymer) und in eine gute Ausgangsposition, um auch am Wochenende noch dabei zu sein.

Webster mit Albatros zur Eröffnung
Steve Webster begann seine erste Runde auf dem Par 5 des zehnten Lochs. Sein erster Abschlag traf das Fairway und ließ ihm etwa 220 Meter bis zum Grün übrig. Webster entschied sich für ein Holz 5 - und lochte ein. Ein Albatros auf dem ersten Loch der Runde gelang zuletzt einem gewissen Young Tom Morris bei der Open Championship 1870. Nun also Webster, 144 Jahre später.

"Es standen zwei Leute hinter dem Grün, einer ist gesprungen und hat nach unten gezeigt", beschrieb Webster die Situation. "Anfangs wusste ich nicht ganz, ob er nicht hinter das Grün in die Felsen gesprungen war." Doch schnell wurde klar, dass der Ball im Loch lag. "Ich lag noch nie drei unter nach einem Loch", schmunzelte er.

Die Runde des Engländers endete schließlich bei sieben unter Par und bringt Webster den geteilten zweiten Rang mit Dawie van der Walt, dem Sieger der Nelson Mandela Championship vor einigen Wochen. Der Südafrikaner kam fehlerfrei über seine ersten 18 Löcher.

Nicht ganz ohne Makel beendete George Coetzee seine erste Runde. Auf der 13. Bahn, einem langen Par 3, notierte er vier Schläge und das Bogey. Ansonsten zeigte Coetzee allerdings eine beeindruckende Leistung. Ein Eagle und sieben Birdies bringen dem Südafrikaner die Führung bei acht Schlägen unter Par.

Ernie Els beendete in der Gruppe von Martin Kaymer den Tag mit einem eingelochten Bunkerschlag zum Eagle auf der 18 und teilt den achten Rang unter anderem mit Paul Lawrie und John Daly. Henrik Stenson, der vergangene Woche in Abu Dhabi überraschend den Cut verpasst hatte, folgt nach 68 Schlägen auf Rang 14.

Für Darren Clarke hätte das Qatar Masters zum großen Jubiläumsturnier werden können. Bei 499 Turnieren ist der Nordire, der über den Winter einiges an Gewicht verlor, bisher auf der European Tour gemessen. Dabei konnte er 14 Siege feiern, den wichtigsten bei der Open Championship 2011. Doch Clarke muss das Jubiläum auf das Turnier in Dubai in der kommenden Woche verschieben. Der Grund: Ein gezerrter Muskel, der einen Start unmöglich machte.

Erfahren Sie auf der zweiten Seite Allgemeines zum Katar Masters



 

 

 


Das Turnier

Nach Pablo Larrazábals Triumph in Abu Dhabi macht die European Tour Halt bei der zweiten Station des alljährlichen "Desert Swings". Vom 22. bis 25 Januar treffen sich unter anderem zehn Spieler aus den Top 50 der Weltrangliste zur 17. Ausgabe des Qatar Masters im Doha GC. Acht Major-Sieger beinhaltet das Teilnehmerfeld, das beim von Commercial Bank of Qatar gesponserten Turnier um ein Gesamtpreisgeld von 2,5 Millionen US-Dollar und die "Mother of Pearl Trophy" kämpft. Die einzigartige Trophäe wird traditionell am Samstag, und nicht wie gewöhnlich sonntags, übergeben.


 

 

Historie

Vor zwölf Monaten konnte sich der größte Mann der European Tour die beliebte goldene Venusmuschel sichern. Chris Woods' Eagle an der 18 sicherte ihm seinen ersten Titel in der ersten Liga. Der Gewinner der Premierenausgabe des Qatar Masters 1998 heißt Andrew Coltart Doch es haben sich auch schon bekanntere Spieler in die Siegerliste eintragen dürfen. Da hätten wir beispielsweise Paul Lawrie (1999 und 2012) und Adam Scott (2002 und 2008). Sie sind die einzigen beiden Profis, die sich mehrmals den Titel in Katar sicherten.
 


 

 

Der Platz: Doha GC

Peter Harradine konstruierte den einzigen grünen Golfplatz Katars, etwa zehn Minuten außerhalb von Doha. Kakteen wurden aus Arizona importiert, tausende Bäume gepflanzt - weiter kennzeichnen natürliche Felsen, zahlreiche Wasserhindernisse und natürlich viel Sand den Wüstenplatz, auf dem Bermuda-Gras dominiert. Die Grüns werden mit 12 Stimpmeter ähnlich schnell wie schon in Abu Dhabi. Die Wetterprognose ist mit Regen und niedrigen Temperaturen eher ungünstig. Das wohl eindrucksvollste Loch auf der Anlage ist die 16, ein Par 4, dessen Grün die meisten Profis vom Tee erreichen können. Dazu muss allerdings eine Felsformation im Flug überwunden werden.



ddg/tfi

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