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Stensons Schatten über Siems Sieg

Verpasste Masters-Qualifikation
 

Agadir, Marokko: Marcel Siem gewinnt die Trophée Hassan II und führt dabei von der ersten bis zur letzten Runde. Dennoch wird es ein bitterer Abend für den 32-Jährigen. Der Sieg reicht nicht für die Masters-Qualifikation. Doch es bleibt noch eine letzte Chance.

Nein, weinen würde er nicht, hatte Marcel Siem nach seinem Triumph in Marokko gesagt. "Aber es wird sicher sehr emotional, wenn ich endlich auf dieser Wiese stehe." Die Wiese liegt an der Magnolia Lane in Augusta, Georgia. Sie ist das Mekka der Golfer. Siem hat dort im Augusta National Golf Club noch nie gespielt. "Das macht mich verrückt", hatte er vor wenigen Monaten im Gespräch mit Golf.de zugegeben. "Ich kenne den Kurs nur aus dem Fernsehen."

Es sieht so aus, als würde das zumindest 2013 so bleiben. Weil Henrik Stenson bei der Shell Houston Open das Leaderboard stürmte, sprang er auch in der Weltrangliste an Siem vorbei. Der Deutsche rutschte auf Platz 51, Position 50 hätte für das Masters gereicht. Titel geholt, dennoch gescheitert, und das so knapp. Geht es bitterer? Wahrscheinlich nicht. Siem wird wohl etwas Zeit brauchen, um diese Enttäuschung zu verdauen, er sollte sich jedoch darauf konzentrieren, dass er Stunden zuvor noch "super happy" gewesen war. Und das vollkommen zurecht.

Das gute Gefühl sollte nach dieser überragenden Woche mit der Führung in allen vier Runden in Marokko überwiegen. Die Einadung zur Texas Open auf der US PGA Tour in der kommenden Woche steht - "eine schöne Überraschung". Zudem ist Siem nun so weit oben in der Weltrangliste notiert wie noch nie in seiner 13-jährigen Profi-Karriere. Der zweite Sieg im zweiten Jahr hintereinander verdeutlicht zudem, dass sich Siem endgültig in der Weltspitze etabliert hat.

Und entgegen vieler Propheten musste er sich dafür nicht groß verändern. Natürlich arbeitet der Mann mit dem ausgeprägten Temperament daran, negative Emotionen vom Kurs fernzuhalten. Dennoch bleibe eben eines bestehen: "Ich liebe dieses Spiel." Deswegen sei er mit vollem Herzen dabei. "Ich hoffe, es waren in dieser Woche nicht zu viele negative Emotionen, in jedem Fall entschuldige ich mich." Die Zuschauer dankten ihm die positiven.

Große Änderungen in dieser Beziehung sind nicht zu erwarten, noch weniger in seinem Spielstil. Als Siem am Sonntag im Golf du Palais in Agadir mit fünf Schlägen Vorsprung auf die 14 kam, hatte er sich innerlich schon auf die sichere Strategie eingestellt. Das Par 3 erschien als letzte große Gefahr eines hohen Scores, Wasser bewacht das erhöhte Grün, die kurzgesteckte Fahne in der rechten Hälfte stand gefährlich. Siems Partner David Horsey spielte aggressiv, sein Ball landete unweit der Fahne, rollte Richtung Wasser und blieb gerade so im dichten Rough am Ufer liegen.

Siem sah die Gefahr. Er schlug, doch sein Ball landete fast genau auf derselben Stelle im Grün. Erst rollte er ebenfalls Richtung Wasser, dann stoppte er plötzlich, drei Meter von der Fahne. Es fehlten wenige Zentimeter, und Siems Ball wäre ebenfalls vom Grün gerollt. Er atmete tief aus, bevor er seinem Caddie erklärte: "Ich habe doch auf die linke Seite gezielt." Dieser lachte, er kennt seinen Chef ziemlich gut. Er antwortete: "Du hast die Fahne eben immer im Kopf." Drei Löcher später eine ähnliche Situation: Siem griff am Par 5 das Grün mit dem zweiten Schlag an, landete im Rough unweit der Fahne, die am linken Rand des Grüns gesteckt war. Wieder schaute Siem ungläubig: "Ich habe doch nach rechts gezielt", wunderte er sich. Die Fahne stand aber nicht rechts.

Siem wird immer ein aggressiver Golfer bleiben, selbst, wenn er es nicht will. Und spätestens seit dieser Woche weiß er, auch wenn die relativ breiten Fairways in Agadir seinem Spiel entgegen kamen, dass er damit langfristig Erfolg haben kann. Als er am Abend vor der Finalrunde Bernhard Langer auf der Suche nach Tipps in dieser ungewohnten Situation kontaktierte, meinte dieser, er solle so weiterspielen, wie er es gewohnt sei. Am Samstag hatte er zu Beginn der Runde etwas defensiv agiert und Schwierigkeiten bekommen. Er wusste nun, es geht nur aggressiv. Jetzt kann er sich zudem sicher sein, dass das sehr gut geht.

In dieser Woche wird er nach Texas reisen und sein langfristiges Ziel, in den USA Fuß zu fassen, weiter verfolgen. Vor dieser Woche in Marokko hatte er noch eine Chance, das Masters zu erreichen. Er musste gewinnen. Er gewann. Auch wenn es nicht ganz reichte, vielleicht hilft ihm die Erfahrung. Der Sieger der Texas Open in der kommenden Woche bekommt das letzte Ticket für das erste Major des Jahres. Siem wird wieder alles geben, aggressiv und immer auf die Fahne.

fpf

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