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Siem lässt die Korken knallen

 

Paris, Frankreich: Marcel Siem gewinnt die Open de France mit einer 67er Finalrunde und acht unter Par einen Zähler vor Francesco Molinari. Raphael Jacquelin wird in seiner Heimat Dritter.

Der Knoten ist geplatzt. Nach etlichen Anläufen in einer herausragenden Saison holt Marcel Siem seinen zweiten Tour-Titel. Acht Jahre ist es her, dass der Ratinger die Dunhill Championship 2004 in Südafrika vor zwei Franzosen gewinnen konnte. 

Siem spielte Runden von 68, 68 und 73 Zähler, ging ins Finale der Open de Fance mit zwei Schlägen Rückstand - und gewann das Traditionsturnier mit fünf Birdies trotz eines Bogeys am letzten Loch. Wie schon damals, bei seinem letzten Sieg, verwies er Raphael Jacquelin auf die Ränge - diesmal auf Platz drei hinter Francesco Molinari, der mit einer 64er Runde 20 Positionen gut gemacht hatte.

Für seine riesen Leistung erhielt Siem auch eine große Belohnung: Neben dem Siegerscheck über 525.000 Euro qualifiziert sich die neue Nummer elf im Race to Dubai und 58 der Welt auch direkt für die Open Championship (und alle WGCs) und rückt zudem einem Platz im Ryder-Cup-Team deutlich näher.

Ich bin so unglaublich glücklich", so der strahlende Sieger, der an Loch 17 sogar noch die Fahne getroffen hatte. Bereits wenige Momente nach dem letzten Putt erinnert sich Siem an die lange Durststrecke von acht Jahren ohne Sieg. Und eben an die letzten Turniere in dieser Saison, wo es so oft so denkbar knapp gewesen war. "Dieser Sieg bedeutet mir so viel. Bei so vielen Turnieren hatte ich in diesem Jahr schon fast eine Hand an der Trophäe und es dann doch noch vermasselt. Ich war jetzt echt so oft so nahe dran - endlich hat es nach acht Jahren wieder geklappt."

Dass der Druck in den letzten Monaten gestiegen sei und immer mehr Fans zu zweifeln begannen, ob er es denn jemals schaffen würde, das habe ihn schon beschäftigt. "Das war jetzt total wichtig, weil sich in letzter Zeit eben schon viele gefragt haben, ob ich es überhaupt noch zu einem Titel bringen würde. Aber ich selbst haben immer an mich geglaubt und mein Umfeld auch - das war jetzt sehr wichtig."

Und nervös sei er auch gewesen. Vor allem, als er aus dem Hindernis an der 14 den Up-and-down gemacht habe: "Die letzte Zielgerade ist immer am schwersten", so Siem zu der Schwierigkeit, mit der Führungsposition klar zu kommen und den Sack zuzumachen. "Ich war heute sehr nervös. In Köln habe ich ja auch schon am Finaltag sinnlos einen Ball ins Wasser versenkt als ich in Führung lag. Heute habe ich aber echt gute Golfschläge gemacht. Ich habe ihn an der 15 nahe an die Fahne geschlagen, der an der 16 war auch gut, auch wenn er nicht fiel. Und an der 17 traf ich sogar die Fahnenstange. Ich blieb heute ruhig, das war schön. Ein unglaublicher Tag."

Kaymer und Cejka glanzlos
Unglaublich unglücklich verlief das Turnier für Siems Landsleute Kaymer und Cejka. Alex Cejka war mit einem schwachen Finish in der zweiten Runde nach 73 und 75 Schlägen am Cut gescheitert. Und Martin Kaymer schaffte zwar gerade so mit 73 und 72 Schlägen die Cut-Linie, landete dann aber mit düsteren Runden von 78 und 77 Schlägen auf einem der letzten Ränge des Hauptfelds. 

Nach seinem Sieg 2009 wurde er nun von Landsmann Siem mit einem Paukenschlag auf Le Golf National abgelöst. Bereits bei der BMW International Open in Pulheim hatte Siem die deutschen Fahnen mit einem sechsten Rang nach Kaymers vorzeitigem Aus hochgehalten und die vielen Fans in der Heimat begeistert.

sbw

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