Bild Information: Jordan Spieth schaut verwirrt (Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Bittere Regelauslegung bestraft Li

Entscheidungen zu Golfregeln
 

Caddie soll Chinesen auf dem 18. Grün geholfen haben.

Die neuen Golfregeln sind gerade einmal ein paar Wochen alt, da gibt es schon den ersten handfesten Skandal; zumindest aus Sicht vieler Spieler. Diese bezeichnen die Bestrafung von Haotong Li in der Finalrunde der Omega Dubai Desert Classic nämlich als "schockierend", "schändlich" und "lächerlich".

Die Situation:

Nach seinem dritten Schlag auf dem abschließenden Par 5 hat Haotong Li nur einen kurzen Birdie-Putt aus etwas mehr als einem Meter vor sich. Bei 15 unter Par geht es für den Chinesen aber um eine Top 5 Platzierung, und neben einem deutlich höheren Preisgeldscheck auch um mehr Punkte in der Weltrangliste.

Also lässt er auch seinen Caddie einen Blick auf die Linie werfen, bevor er sich an den Ball stellt und zum Birdie verwandelt. Nach der Runde wird er allerdings darüber informiert, dass er sich für seine Handlung zwei Strafschläge zugezogen habe und mit dem Bogey auf den geteilten 12. Platz zurückfallen würde; verbunden mit einem Preisgeldverlust von knapp 100.000 Euro.

Die Lösung (Regel 10.2b):

Die Regeloffiziellen sahen in der Aktion einen Verstoß gegen Regel 10.2b "Beratung und andere Hilfe". In diesem heißt es, dass "sobald ein Spieler beginnt, seinen Stand für den Schlag einzunehmen und bis der Schlag beendet ist, ist es dem Caddie des Spielers untersagt, absichtlich an einer Stelle auf oder nahe einer Verlängerung der Spiellinie hinter dem Ball zu stehen." Die Offiziellen sahen in der Aktion eine (untersagte) Ausrichtung des Spielers durch den Caddie. Für den Verstoß gegen diese Regel hat sich Li zwei Strafschläge zugezogen und spielte nur das Bogey anstelle eines Birdies.

Machen Sie sich selbst ein Bild davon, wo die Regeloffiziellen in dem oberen Video gesehen haben möchten, dass a) Haotong Li seinen Stand zum Schlag eingenommen hat, wenn er noch nicht einmal am Ball steht und b) eine Hilfe des Caddies stattfand. Eine Vielzahl der European-Tour-Spieler waren von die Entscheidung überrascht und verteidigten ihren Kollegen auf Twitter.

European-Tour-Chef Keith Pelley kommentierte am Montag in einer Pressemitteilung der European Tour die Entscheidung des Regeloffiziellen. "Unter Beachtung der neuen Regeln, die seit dem 1. Januar 2019 in Kraft sind, war die Entscheidung korrekt. Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass den Offiziellen vor Ort schnellstmöglich Ermessensspielraum zugestanden werden sollte. Jeder, mit dem ich gesprochen habe - ich übrigens auch - ist der Überzeugung, dass die zwei Strafschläge grob unfair sind."

Pelley habe bereits mit Verantwortlichen der R&A gesprochen und werde es auch weiter tun, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden.

Die wichtigsten Neuerungen der Golfregeln für 2019 Alles über die neuen Golfregeln im DGV-Serviceportal Weitere Entscheidungen zu den Golfregeln finden Sie hier

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