Bild Information: Gonzalo Leal von den Iowa Hawkeyes (Photo by Twitter.com/IowaHawkeyeGolf)

Richtig falscher Ball führt zur Disqualifikation

Entscheidungen zu Golfregeln
 

Gonzalo Leal beendet das Loch nur mit dem vermeintlich richtigen Ball.

Iowa Hawkeyes Trainer Tyler Stith kann die wirren Geschehnisse, die dazu führten, dass seine Mannschaft als Team disqualifiziert wurden, vermutlich noch immer nicht ganz nachvollziehen. Nachdem einer seiner fünf Spieler bei der Marquette Intercollegiate verletzungsbedingt zurück ziehen musste, gingen alle Ergebnisse der verbliebenen vier Hawkeye Spieler in die Wertung ein. Doch einer seiner Spieler, Gonzalo Leal, wurde für das nicht korrekte Beenden einer Runde (im Zählspiel) diqualifiziert. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Stith nach der Auflösung. "Noch nicht einmal etwas, das im Entferntesten dem ähnelt."

Die Situation

Am 12. Loch des Erin Hills Golf Club schlägt Gonzalo Leal seinen Abschlag (a) in Richtung des Hindernisses auf der rechten Seite - um die Situation von Anfang an besser verständlich zu machen, sprechen wir in der Folge von den Bällen (a), (b), (c) und (d), was bereits deutlich macht, wie verzwickt die Situation war. Nachdem es sich aber um eine nicht einsehbare Landezone handelt und sich keiner seiner Mitspieler sicher ist, dass der Ball tatsächlich im Hindernis gelandet ist, spielt Leal geistesgegenwärtig einen provisorischen Ball (b) hinterher. Bis hierhin soweit alles gut, aber das änderte sich schnell.

An der Drive-Landezone angekommen, findet die Gruppe zwei Bälle, von denen sie fest ausgehen, dass es sich um Leals provisorischen sowie den Ball seines Mitspielers Lucas Becht (c) handelt. Während Leal noch dabei ist, seinen ersten Ball (a) im Hindernis zu suchen, schlägt Becht seinen Ball ins Grün. Leal entscheidet sich nach einigen Minuten für einen "Regelball" nach Regel 3-3, da sich er und seine Mitspieler nicht einigen können, ob sein ursprünglicher Ball (a) im Hindernis ist. Sowohl die Annäherung mit dem provisorischen Ball (b) als auch mit dem neu ins Spiel gebrachten Ball (d) landen auf dem Grün.

Dort angekommen, findet die Gruppe drei Bälle mit der eindeutigen Markierung von Leal.

Tatsächlich handelte es sich bei Ball (c), den Lucas Becht ins Grün geschlagen hat, um den provisorischen Ball (b) von Leal. Der von der Gruppe als provisorischen Ball (b) geglaubte war tatsächlich Leals erster Ball (a) und nur Bechts Abschlag (c) war ins Hindernis geflogen. Becht geht zurück zur Stelle seines zweiten Schlags und spielt unter Hinzurechnung von zwei Strafschlägen für das "Spielen des falschen Balls" einen weiteren Ball ins Grün. Leal gibt seinen neu ins Spiel gebrachten "Regelball" (d) auf und beendet das Loch mit seinem regulären Ball (a).

Nach der Runde wird die Situation mit einem erfahrenen Regeloffiziellen mehrfach durchgegangen. Dieser disqualifizieren Leal, weil er an einem Loch kein Ergebnis gespielt hat.

Die Lösung

Durch seinen Drop hatte Leal seinen im Hindernis verloren geglaubten Ball (a), der überhaupt nicht verloren war, aufgegeben und einen Neuen ins Spiel gebracht (d). Und nachdem er seinen als "Regelball" definierten Ball (d) aufgegeben hatte, brachte er kein reguläres Ergebnis auf dem 12. Loch zustande. "Da er seinen ersten Ball (a) zuende gespielt hat, hat er das Loch mit einem falschen Ball beendet. Weil er seinen Fehler nicht korrigiert hat und auch den Regelball aufgegeben hat, hatte er kein Ergebnis an diesem Loch", fasste Stith die verwirrenden Ereignisse zusammen.

Und die Moral von der Geschichte? Gehen Sie niemals davon aus, dass ein Ball der Ihre oder der eines Mitspielers ist, ohne diesen anhand einer eindeutigen Markierung identifiziert zu haben. So hätte sich Becht zwei Strafschläge erspart, Leal wäre nicht disqualifiziert worden und die Iowa Hawkeyes müssten nicht zu Verhandlungen aufgrund einer außergewöhnlichen Regelentscheidung an den Grünen Tisch.

Wie regelfest sind Sie? Stellen Sie sich dem Regelquiz für Einsteiger und Könner! Alle Golfregeln und Entscheidungen finden Sie unter Rules4You.de Regel-Tipp: Richtig durchspielen lassen

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