Bild Information: Dustin Johnson ist ein absoluter Longhitter auf der PGA Tour (Photo by Stan Badz/PGA TOUR)

Longhitter oder magischer Putter?

Kommentar
 

Ist Putten wichtiger als lange Abschläge? Ein Blick in die Statistiken.


"Drive for the show, Putt for the dough." Diesen Spruch kennt jeder Golfer. So spektakulär lange Abschläge auch sein mögen, der Score entscheidet sich auf dem Grün. Diese Weisheit wird den meisten Amateuren eingeimpft. Deshalb verbringen sie auch jede Menge Zeit auf den Putting-Grüns. Oder sollten es zumindest in den Augen ihrer Pros.

Ein Blick auf die Drive- und Putt-Werte der besten Spieler lässt allerdings das Gegenteil vermuten. Ist ein weiter Abschlag vielleicht doch wichtiger als ein heißer Putter?

Mark Broadie, der für sein Buch 'Every Shot Counts' über mehrere Jahre sämtliche Statistiken der PGA Tour analysiert hat, vertritt eine ganz klare Meinung. Bei seiner Analyse der besten Spieler der Welt hat er folgendes festgestellt: "Wenn es nur um das Ergebnis geht, ist es für den zweiten Schlag besser, 60 Meter aus dem Rough zu haben als 120 Meter vom Fairway." Zumindest gilt diese Beobachtung für die besten Spieler der Welt.

Die Besten der Welt sind Longhitter

Schaut man sich die offizielle Golfweltrangliste (OWGR) an, so finden sich unter den besten Zehn acht Spieler, die nicht unbedingt für kurze Drives bekannt sind. Nur Jordan Spieth und Rickie Fowler rangieren in der Wertung der längsten Abschläge außerhalb der Top 40. Dagegen finden sich nur zwei in den Top 40 der besten Putter (Strokes Gained: Putting): Rickie Fowler (Zweiter) und Brooks Koepka (Rang 12).

Fast die gesamte Weltelite jagt ihre Drives mit Leichtigkeit über die 300-Meter-Marke. Seien es Rory McIlroy, Jon Rahm oder Justin Rose. Ganz zu Schweigen von Dustin Johnson und Bubba Watson. Auf den Grüns geben allerdings andere den Ton an: Michael Thompson zum Beispiel, der als 121. 2017 die FedExCup-Playoffs verpasste, Luke Donald oder Brian Harman.

Diese Tendenz hat im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen. Seit Tiger Woods die Fitness-Welle im Golf etabliert hat, investieren die Youngstars fast genauso viel Zeit in der Muckibude in ihre Schnellkraft und Stabilität wie auf der Driving Range in den Schwung.

Die richtige Mischung

Auch wenn diese Statistiken den Verdacht nahe legen, dass Sie künftig an jedem Abschlag zum Driver greifen sollten, um möglichst viel Platz zwischen sich und Ihren Ball zu bekommen, sieht die Realität doch etwas anders aus. Für die meisten Amateure sollte auch weiterhin gelten, dass für einen guten Score die Chips, Pitches und Putts sitzen müssen.

Denn die besten Spieler der Welt zücken nur deshalb vom Tee ohne Zitterhand den Driver, weil sie aus unter 100 Metern den Ball tot an den Stock legen können. Egal, ob aus dem Rough oder vom Fairway. Für den Ottonormalgolfer macht es allerdings durchaus einen Unterschied, ob er vom Fairway oder aus dem Rough annähern muss. Gerade im Kopf.

Obwohl Broadie in einem seiner Abschlusskapitel empfiehlt, vom Tee aggressiv zu Werke zu gehen, sollten Sie genau abwägen, wann es klüger ist, einen Gang zurück zu schalten und lieber den längeren zweiten Schlag in Kauf zu nehmen.

Immerhin können die meisten gar nicht die Zeit investieren - geschweige denn haben sie die Möglichkeiten -, um aus den unterschiedlichen Entfernungen und Lagen auch nur annähernd mit den besten der Welt mithalten zu können. Im Spiel rund um und auf den Grüns sind Erfolge dagegen deutlich schneller zu beobachten.

Zumindest für Ihren Trainingseinsatz sollte also auch weiterhin der Grundsatz "Drive for the show, Putt for the dough" gelten.

So werden Sie zum Longhitter: Die besten Tipps für den Driver Versenken Sie jeden Ball: Fünf Tipps für eine bessere Putt-Performance

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