Bild Information: Ball im Wasser - Regelfrage (Photo by Warren Little/Getty Images)

Wenn der Ball versehentlich ins Wasser fällt

Entscheidungen zu Golfregeln
 

Einem College-Golfer aus den USA wird eine Golfregel zum Verhängnis. Er ist komplett nass und verliert trotzdem zwei Schläge. Sinnvoll oder überflüssig?

Man hat es in der Vergangenheit immer wieder erlebt: Es scheint oft so, als gäbe es im Golfsport nicht nur sinnvolle Regeln. Was geschieht zum Beispiel, wenn Ihnen Ihr Ball nach einer ungeschickten Bewegung im Wasser verschwindet oder unwiderruflich verloren ist? Sie denken, Sie könnten einfach einen neuen Ball ins Spiel bringen? Falsch gedacht!

Die Situation

David Wicks stand während des NCAA Regional-Finales in Baton Rouge, Louisiana (USA), auf dem Grün. Nachdem er seinen Ball nahe des Lochs markiert hatte, wartete er am Rand des Grüns darauf, bis er an der Reihe war. Währenddessen holte er etwas aus seiner Tasche, wobei ihm sein Ball ebenfalls aus der Tasche fällt, unglücklich auf seinem Fuß landet und die steile Böschung hinunter ins Wasser rollt.

Das Problem

Regel 15-1 der offiziellen Golfregeln sagt, dass "Ein Spieler den Ball einlochen muss, den er vom Abschlag gespielt hat." Für College-Golfer Wicks bedeutete dies, dass er nun zwei Möglichkeiten hatte. Entweder einen neuen Ball droppen und zwei Strafschläge in Kauf nehmen oder eine Runde schwimmen gehen und seinen Ball suchen.

Wicks entschied sich für Letzteres. Er zog sich bis auf die Unterhose aus, stieg ins zu seinem Glück nicht ganz so kühle Nass und machte sich auf die Suche nach seinem Ball. Er hatte maximal fünf Minuten Zeit, um die zwei drohenden Strafschläge abzuwenden.

Als die offiziell erlaubte Suchzeit abgelaufen war, stieg der Schüler aus dem Wasser. Ohne seinen Ball. Er hatte zwar einige Bälle auf dem Grund des Teiches entdeckt, jedoch nie den Richtigen. Wicks notierte zwei Strafschläge, brachte einen neuen Ball ins Spiel und beendete das Loch mit einem DoppebBogey.

"Das Wasser hatte eine angenehme Temperatur. Wenn ich eine Luftmatratze und eine Cola light dabei gehabt hätte, wäre es ein schöner Nachmittag gewesen", scherzte er im Anschluss an seine Runde. "Ich hatte große Angst, dass man sich an mich und meine College-Golf-Karriere nur erinnert, weil ich für das Scheitern am Regionals-Finale verantwortlich war", erläuterte Wicks.

Dank seiner guten Leistung auf den letzten fünf Bahnen im LSU University Club, die er alle mit Par beendete, schafften er und seine Kollegen den Einzug ins landesweite Finale.

Gleiche Situation, glücklicheres Ende

Dustin Johnson hatte bei der Players Championship 2016 eine ähnliche Situation erlebt. Auf dem berühmten 17. Inselgrün im TPC Sawgrass hoppelte der Ball des Amerikaners ebenfalls versehentlich ins Wasser. Allerdings musste in diesem Fall nicht Johnson selbst ins Wasser steigen, um den Strafschlägen aus dem Weg zu gehen. Er schickte seinen Caddie und Bruder Austin vor, dem das Malheur geschehen war. Dieser ließ die Schuhe gleich an, hüpfte ins Wasser und schnappte sich den verlorenen Ball. Unter großem Jubel der amüsierten Zuschauer überreichte er seinem Bruder das corpus delicti, sodass dieser starflos weiterspielen konnte.

 

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