Bild Information: Das neunte Loch des Oak Marsh Golf Courses

Amelia Island: "Ich bin dann mal weg"

USA
 

Die Insel im Nordosten Floridas ist ein Geheimtipp - noch. 

Das Inselgefühl muss man hier nicht lange suchen: Der Highway über die A1A führt von Jacksonville über die Brücke Richtung Amelia Island und dann wird es grün, tiefgrün. Fast ein wenig wie im Urwald. Keine Appartement-Burgen wie wir sie von Floridas Süden kennen, keine verstopften Straßenkreuzungen, wie sie auf der Golferinsel Hilton Head an der Tagesordnung sind.

"Ich bin dann mal weg" – dieser Harpe Kerkeling-Satz passt irgendwie hierhin. Auf Amelia Island ticken die Uhren noch etwas langsamer, die Tourismusindustrie läuft im verzögerten Modus und in den Clubhäusern der Golfanlagen steht ein Pro entpannt hinter der Kasse und hat Zeit für Smalltalk vor der Runde.

Strände und Marschland im Überfluss

Der Vergleich mit Hilton Head in South Carolina liegt in Amelia Island auf der Hand: Dieser nördliche Teil Floridas ist ein klassisches Ziel für die Wintergolfer, nicht ganz so warm wie Palm Beach oder Orlando, dafür im Sommer aber eben auch bei weitem nicht so heiß. Strände gibt es zuhauf, die Optik wechselt zwischen Meerblick und Marschland, und von den riesigen alten Eichen, welche die Straßen säumen, hängt das Moos herab.

Golf spielt hier wie dort eine gewichtige Rolle, mit dem kleinen Unterschied, dass auf Amelia Island alles ein klein wenig untouristischer, kleiner, entspannter – und auch billiger – ist. Sieben Plätze liegen verteilt über die Insel. Als Pete Dye seinen weltbekannten Harbour Course auf Hilton Head designt hatte, nahm er den Auftrag für den Oak Marsh Course auf Amelia Island an, der dem Harbour Course in vielerlei Hinsicht ähnelt: Die kleinen, ondulierten Grüns, die Holzpalisaden an den Wasserhindernissen, die engen Fairways mit ihren strategisch oftmals so schwierigen Winkeln – das alles kann den gleichen Designer nicht verleugnen. Das Greenfee, das in Harbour Town je nach Saison zwischen 145 und 250 Dollar liegt, beträgt hier allerdings meist nur die Hälfte.

Erstklassiges Preis- Leistungs-Verhältnis

Das gilt auch für die anderen sechs Plätze: Gute, zum Teil sogar sehr gute Qualität zu einem sehr anständigen Preis ist das Motto. Der Golf Club of Amelia, der an das Ritz Carlton Resort angegliedert ist, macht mit seinen 185 Dollar eine Ausnahme, wobei auch hier gilt: Das Preissystem auf der Insel ist extrem flexibel und ändert sich ständig je nach Package, Saison und Auslastung. Und: Der Auflauf an Gästen und Touristen hält sich in Grenzen. Meist sind es die Bewohner der Urlaubs-Appartements, die hier ihre Runden drehen. Davon gibt es auf den Inseln reichlich.

Entsprechend hat der Golfer die Wahl: Selbst die beiden größten Resorts der Insel, das Ritz Carlton Amelia Island und das Omni Resort Amelia Island, bieten nicht nur Hotelzimmer sondern eben auch die Anmietung von Appartements oder ganzen Häusern an. Die Hotels verkaufen beide 5-Sterne-Level, allerdings auf einem durchaus unterschiedlichen Niveau.

Das Omni Hotel ist die preisgünstigere klassische Famlien-Welt, die sich auf einem riesigen hoteleigenen Gelände mit eigener Shopping Mall, Natur-Erlebniszentrum, Spa und Sportangeboten jeder Art erstreckt. Unkompliziert, familiär.

Das Ritz Carlton um die Ecke bedient eher Ehepaare, Singles oder Familien mit älteren Kinder. Der Golfplatz ist in beiden Fällen direkt vor der Tür. Überhaupt sind die Entfernungen übersichtlich: Selbst der North Hampton Golf Course – ein exzellenter Platz eher im Inland der Insel gelegen – ist nur etwa 15 Minuten mit dem Auto entfernt.

Die Insel zum Abhängen

Wer sich nur auf den Golfplätzen tummelt, wird der Insel allerdings nicht gerecht: Amelia Island ist ein Eldorado für Naturliebhaber, die zum Radfahren, Joggen oder Kanufahren kommen. Urlaubsstreß ist dabei ein Fremdwort, dies ist die Insel zum Runterkommen, Ausspannen, Abhängen.

Vielleicht auch in Fernandina Beach, dem kleinen Städtchen an der Küste, in dem sich all’ jene treffen, die hier ihr neues Glück jenseits der Hektik der amerikanischen Großstädte gefunden haben: Der Datenexperte, der hier eine Whisky-Distillerie aufgemacht hat und jetzt Ananas-Rum verkauft; der Spitzenkoch, der statt Sterneküche jetzt Spareribs und Shrimps am Hafen zubereitet. Sie sind alle relaxed, sie sind alle freundlich. Sie alle blicken besorgt auf die Baugebiete, die sich von Jacksonville entlang des Highways in Richtung Insel fressen.

"Hier oben wird es bald voller werden", merkt die Frau des Polizeichefs an, die mit ihrem Mann aus Fort Lauderdale hierhin gezogen ist, um den ständigen Mordfällen zu entgehen. Aber noch ist es ruhig, still, ein Geheimtipp eben – auch für Golfer. 

Reisetipp: Der Veranstalter Florida's First of Golf deckt ganz Nordflorida ab. Hier können Sie Packages buchen, aber auch Teetimes und Hotels separat. Aufgrund der ständig wechselnden Greenfeeraten macht die Buchung fixer Greenfees in Deutschland lange voraus eigentlich keinen Sinn.

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