Bild Information: Chateau d'Augerville (Photo by Chateau d'Augerville)

Die große Schlösser-Runde

Frankreich
 

Schlösser, Parks und Weinerzeuger: Die Loire versetzt in eine andere Welt. 

Wenn Frankreichs längster Strom, die Loire, nach 1.004 Kilometern in den Atlantik fließt, hat sie über 400 Schlösser und Rebberge gesehen, deren Weine international geschätzt werden. Die Schönheit des Tals zog Angehörige des französischen Hofs an. So entstanden hier weltberühmte Schlösser wie Chambord, Cheverny, Chenonceau, Chinon - und das Loiretal zwischen Sully und Chalonnes wurde Unesco-Weltkulturerbe. Viele Châteaux kann man besichtigen und in einigen auch fürstlich residieren und speisen. Für Golfer ist dies eine Gegend, die nichts mit Massentourismus zu tun hat, obwohl es im Loiretal mit über 50 Plätzen reichlich  Anlagen gibt.

Ein Tal für Golf- und Weinliebhaber

Deren Dichte nimmt zum Atlantik hin merklich zu, wobei wir uns an die Golfplätze am Oberlauf der Loire halten wollen, die vom Pariser Flughafen Orly in weniger als einer ­Autostunde zu erreichen sind: Golf de Fontainebleau, einer der ältesten Golfplätze Frankreichs und im Ranking von Golf World in Europa unter den ersten Zehn, ist ein Muss auf dieser Route. Golf de Bélesbat und Golf de Cély liegen fast in Schlagdistanz nebeneinander, beide fordern auch routinierte Spieler. Golf d’Augerville bietet neben einem ­herausfordernden Platz ein gepflegtes Schlossambiente mit adäquatem Restaurant und Spa. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungen ins Tal der Loire, das für Golf- und Weinliebhaber so viel zu bieten hat.

Als sich Etienne Bouvet 1851 in die Tochter des Dorfbäckers Ladubay in Saint-Hilaire bei ­Saumur verliebte und diese heiratete, ahnte er nicht, dass damit der Grundstein für die größte Schaumweinproduktion an der Loire gelegt wurde. Die beiden kauften die acht Kilometer langen unterirdischen Tuffsteinhöhlen – von den Mönchen hinterlassen, als sie die Steine für ihre Abtei aus dem Boden klopften – und legten mit der Schaumweinproduktion los. Mit ihrem frischen, delikaten Wein hatten sie großen Erfolg. Zu ihren besten Zeiten belieferten sie über 8.000 Kunden – als clevere Geschäftsidee ­jeden mit eigenem Etikett. Die riesige Bibliothek mit den Labeln ist heute noch zu besichtigen.

Weltberühmter Schaumwein und Spitzen-Gastronomie

Die Weltwirtschaftskrise machte 1931 dem Erfolg ein Ende. Neue Eigentümer traten auf, darunter der Großvater des heutigen Besitzers, dann das Champagnerhaus Taittinger, später ein indischer Brau- und ­Spirituosenriese. Heute gehört Bouvet-Ladubay wieder der Familie Monmousseau und produziert in der vierten Generation jährlich sechs Millionen Flaschen Schaumwein, nach der traditionellen Methode in der Flasche vergoren, außerhalb der Champagne „Crémant” genannt.

Auch die stillen Weine der Loire genießen ein hohes ­Ansehen. 27 AOC-Appellationen hat die Loire zwischen Roanne am Oberlauf und Nantes vorzuweisen, rund zehn Prozent der französischen Weinproduktion. Die bekanntesten sind Sancerre, Muscadet, Pouilly-Fumé und die meist roten Weine aus Chinon. Und weil das immer zu Verwechslungen führt: Der Pouilly-Fumé wird aus Sauvig­non-Blanc-Trauben gemacht, der Pouilly-Fuissé, der ­Pouilly-Vinzelles und der Pouilly-Loché aus Chardonnay – diese wachsen am Rande des Burgunds.

Wer in den Restaurants des Loiretals nach typischen ­Gerichten sucht, wird allerdings nicht wirklich fündig. ­Berühmt ist die Gegend jedoch für Ziegenkäse, Erdbeeren und Gemüse jeder Art. Für Liebhaber von Nutzgärten ist das Château de la Bussière in der Nähe von Gien ein absolutes Muss. Hobbyköche planen neben ihren Golfrunden einen der Kochkurse in der Domaine des Hauts de Loire zwischen Amboise und Blois ein, wo der mit zwei ­Michelin-Sternen ausgezeichnete Chef Rémy Giraud ­jeweils am Mittwoch und Freitag unterrichtet. Bei ihm kann man den Umgang mit Produkten der Gegend lernen: In drei Stunden wird ein Menü zubereitet und anschließend gegessen – ein perfekter Abschluss eines Golftags, der im Idealfall mit der Übernachtung in einem der unzähligen Schlösser endet. Text: Christian Wenger

Plätze und Hotels
Golf du Château d’Augerville, Augerville la Rivière, 18 Löcher, Par 72, 5.585 m, Greenfee: 38 - 64 Euro. Das Hotel hat 40 Zimmer und bietet Greenfeepackages an. 

Golf de Bélesbat, Boutigny-sur-Essonne, 18 Löcher, Par 72, 5.674 m, Greenfee: 65 Euro.

Golf de Fontainebleau, Fontainebleau, 18 Löcher, Par 72, 5.667 m, Greenfee: auf Anfrage.

Cély Golf Club, 18 Löcher, Par 72, 5.431 m,  Greenfee: 45 - 78 Euro.

Wein

Bouvet-Ladubay, 11 Rue Jean Ackerman, Saint-Hilaire-Saint-Florent / Saumur; in der Touristensaison finden Führungen durch die riesigen
Keller täglich statt. Nach Voranmeldung auch in Deutsch und mit dem Fahrrad.

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