Bild Information: Die Algarve lockt mit zerklüfteten Küsten (Photo by Shutterstock)

Algarve: Der Star im Süden

Portugal
 

Zwischen Faro und Lagos ist Golf unlimited die Losung. 

Alice Carlota weiß, März und Oktober sind hart. Dann kommen sie, die Zugvögel aus Schweden und England, die Deutschen und die Schweizer – all jene, die nach Sonne und tiefdunklen Grüns lechzen. „Dann sind alle Trolleys vergeben und alle Carts auf dem Platz, dann ist jede Startzeit gebucht“, resümiert die Marketing-Chefin von Vilamoura mit einem leichten Lächeln. Portugal – vor allem dieser Küstenstreifen zwischen Faro und Lagos – boomt. Zweistellige Zuwachsraten an Touristen meldete das Fremdenverkehrsamt Anfang 2018. 

Natürlich, man könnte den Boom auf die Sonne schieben, auf die unstabile politische Lage in der Türkei, Tunesien oder Ägypten – womit man den Machern an der ­Algarve aber nicht gerecht werden würde. Diese Küste hat in der Vergangenheit auch ihre unschönen Zeiten erlebt, als der Billigtourismus Oberhand zu nehmen schien, als sich die Finanzkrise lähmend über das ohnehin arme Portugal legte, als der Rest von Europa von der Algarve als dem kleinen Großbritannien sprach und sich lieber für ­andere Destinationen entschied. 

 

 

Dem hat man sich in vielerlei Hinsicht entgegengestemmt. „Wir wollen die Qualität hochhalten, auch wenn die Greenfees dann teurer sind“, erklärt Carlota das Konzept von Vilamoura. Die Dom Pedro Gruppe hat die fünf Plätze des Resorts gekauft, viel in Greenkeeping und ­Infrastruktur investiert. Der Platzzustand ist perfekt, wie übrigens auf allen der hier vorgestellten Plätze.

Ein Pluspunkt für die hohe Qualität

Womit wir beim nächsten Pluspunkt wären: die Qualität der Anlagen. Verbaute Kurse, eingequetschte Anlagen, wilde Designs findet man hier kaum. Stattdessen liegen erstklassige Plätze wie an der Perlenschnur aufgereiht ­einer neben dem anderen. Wer in Faro aus dem – gerade erst sanierten – Flughafen kommt, kann sich die ­Golfschuhe anziehen, in den Mietwagen steigen und nach 15 Minuten am ersten Abschlag stehen. Quinta Do Lago, Vale Do Lobo, Pine Cliffs, Vilamoura, Amendoeira, Palmares und noch ein paar andere dazu: Die Fülle an Plätzen erinnert fast schon ans amerikanische Myrtle Beach. Innerhalb von einer Stunde Fahrtzeit könnte ein Golfer problemlos drei Wochen jeden Tag einen anderen Platz spielen. Golf unlimited. Die Konkurrenz führt auch zu einem heftigen Wettkampf um den Kunden. Teetimes-Online-Portale, Hotel­anbieter, Reiseveranstalter: Sie alle winken mit dem besten Preis, dem attraktivsten Package. 

Hotels: Runderneuerung ist angesagt

Allerdings ohne dabei in den Ramschmarkt abzusinken. Stattdessen punktet man an vielen Stellen mit überarbeiteten oder neu gestalteten Resorts. In Palmares etwa, sehr eher westlich gelegen, wurde neben den Platz mit dem Onyria ein ansprechendes kleines Hotel ohne viel Schnickschnack gebaut. In Carvoeiro hat man das Tivoli-Hotel einer umfassenden Runderneuerung unterzogen. Im Anantara Vilamoura setzt man mit asiatisch angehauchter Ruhe, zurückgezogenem Design und einem Höchstmaß an Service einen Gegenpol zum Gedränge der Golfer, das in der Hochsaison im März und Oktober eben nicht zu verhindern ist.

Unser Lieblingsplatz:  Selbst wenn es noch so voll ist, der Old Course von Vilamoura (Greenfee in der Hochsaison über 160 Euro) mit seinen hohen Pinien wirkt immer vergleichsweise ruhig. Fast 40 Jahre hat der Platz inzwischen auf dem Buckel. Er hat das Auf und Ab dieser Destination mitgemacht. Mal fehlte das Geld und er war schäbig gepflegt, mal wurden die Immobilien in der Umgebung für kleines Geld verhökert, mal zu Spitzenpreisen gehandelt. Jetzt gerade wirkt er eigentlich perfekt: wundervoll gepflegt, nicht zu überlaufen, im Reinen mit sich und seiner Umgebung. So sollte es bleiben.

Tour-Kaliber: Der Victoria-Kurs von Vilamoura ist alljährlich Schauplatz des Portugal Masters der PGA European Tour. Erstklassiger Pflegezustand, ordentliche Länge, große Grüns und das eine oder andere Wasserhindernis sorgen für ein typisch amerikanisches Erscheinungsbild. Der Vorzeigeplatz des Vilamoura-Resorts (Greenfee in der Hochsaison über 160 Euro). 

Preis-Leistungs-Sieger: Die 27-Löcher-Anlage Onyria Palmares ist nicht in ein großes Resort eingebettet. Man merkt es an den Preisen. Mit 105 Euro in der Hochsaison und unter 80 Euro in der Nebensaison ist dies ein erstklassiger Tipp. Drei 9-Löcher-Schleifen, die sich vom Atlantik weg in eher hügeliges Gelände ziehen. Wirklich schwierige ­Grünkomplexe und interessant angelegte Bahnen. Die neun Löcher am Meer haben eher Linkscharakter. Vom Pflegezustand nicht so gut wie Vilamoura oder Amendoeira aber immer noch sehr gut.

Hart & schwer: Hier hat sich das Design-Team von Nick Faldo ausgetobt: Der „Amandoeira Ocea­nico Faldo“-Kurs hat alles, was selbst Spitzengolfer ins Schwitzen bringt: ­schwierige Abschlagssituationen, die ordentlich Länge fordern, stark ondu­lierte Grüns, hängende Fairways und reichlich Bunker und Hindernisse zwischendrin. Für den High-Handicapper zu schwer. 

Greenfees: Ein Fall für sich an der Algarve. Die Preise sind so vielfältig wie kaum irgendwo anders. Sie ändern sich nach Tageszeiten, Hotelbuchung und Online-Anbieter. Die Preisrange ist deshalb extrem groß. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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