Bild Information: Golf.de-Autor Timo Schlitz auf Streamsong Red

Auf der Jagd nach Floridas Besten

Reise
 

Mit der Honda Classic startet für die Profis traditionell der Florida Swing. Vier Turniere werden um die beiden Metropolen Orlando und Miami gespielt, ehe der PGA-Tross weiter nach Texas zieht. Golf.de war unterwegs und hat einige der besten Plätze im Sunshine State gespielt. 

Wo beginnt man einen ausgedehnten Florida-Trip? Sicherlich keine schlechte Wahl wäre der Besuch der World Golf Hall of Fame. Denn ganz zufällig liegt die Ruhmeshalle der Golfer in  St. Augustine, unweit von Jacksonville. Und hier kann man nicht nur  Memorabilia gucken - es lässt sich auch vortrefflich Golf spielen. Der Platzhirsch ist sicherlich der TPC Sawgrass in Ponte Vedra Beach mit seinem berühmten Inselgrün. Hier wird jedes Jahr die Players Championship ausgetragen. Das Flaghship-Turnier der PGA Tour im Mai gilt als "Fünftes Major" - und ist mit zehn Millionen Dollar Preisgeld extrem gut ausgestattet.

Das Renommee schlägt sich leider auch auf das Greenfee nieder: Mindestens 350 US-Dollar kostet es, auf dem wirklich extrem stark manikürten Platz abzuschlagen. Mit im Preis inbegriffen (ohne Trinkgeld!) ist dabei allerdings auch ein Vor-Caddie, der spannende Geschichten erzählt und auf dem sehr aufgeräumten Platz eigentlich jeden Ball wiederfindet. Außer er landet in einem der zahlreichen Wasserhindernisse.

Apropos Wasser: Der Caddie meines Mitspielers erzählte nach unseren Putts auf der Vier eine unterhaltsame Anekdote. 2004 hatte Ian Poulter in der Finalrunde der Players seinen Ball nach einem verpassten Birdie-Versuch aus Versehen beim Markieren ins Wasser, statt in die Hände seines Caddies geworfen. Da standen die beiden nun - und keiner wollte in das trübe Wasser steigen, das an dieser Stelle knapp zwei Meter tief ist. Das Problem: Auf der Tour muss man ein Loch mit demselben Ball beenden - andernfalls erhält man zwei Strafschläge (außer man spielt in ein Hindernis und nimmt Strafschläge in Kauf, aber das war hier nicht der Fall). Schließlich erbarmte sich Kam Bhabra, der damalige Fitness-Coach des Engländers. Er war als Zuschauer mitgegangen und "ertauchte" den Ball innerhalb weniger Sekunden. Poulter grinste dankbar und verwandelte den Putt. Der kurze Taucheinsatz war immerhin etwas mehr als 21.000 Dollar wert.

Ganz so viel werden Sie auf einem Trip in die USA sicherlich nicht sparen können, aber Greenfee-Schnäppchen gibt es durchaus. Online-Plattformen wie GolfNow oder TeetimeUSA lohnen sich durchaus (mehr dazu weiter unten). Zwei Tage später erzählten die Spielpartner beispielsweise, dass sie für einen  Tag auf dem TPC und dem ebenfalls sehr guten Nachbarkurs Dye’s Valley insgesamt 225 Dollar gezahlt hätten. 

Als Unterkunft bietet sich das Renaissance World Golf Village Resort an. Es liegt direkt neben der WGHOF und ist vom Highway aus gut erreichbar. Vom Flughafen in Orlando sind es rund zwei Stunden mit dem Auto (210 km). Neben dem makellosen TPC Sawgrass, dessen Marriott Golf Resort & Spa am Rand des Platzes liegt, lohnt ein Abstecher zum King & Bear, dem einzigen Platz auf der Welt, der von Arnold Palmer und Jack Nicklaus zusammen entworfen wurde. Auch eine gute Wahl: St. Johns G&CC. Die 18 Löcher waren bereits mehrfach Bestandteil der Qualifying School für die zweite Liga in der USA. 

In Orlando sind die Villas of Grand Cypress bei Lake Buena Vista erste Wahl. Das Resort ist auf dem unabhängigen Bewertungsportal TripAdvisor die Nummer eins von mehr als 300 Hotels. Das will schon etwas heißen. Die Leistung stimmt: Das Essen im Resort ist große Klasse, die von Jack Nicklaus entworfenen drei Neun-Löcher-Schleifen sind ebenfalls richtig gut. Eine Alternative ist das Reunion Resort in Kissimmee, rund 45 Autominuten von Downtown entfernt. Drei Plätze sind in der Gated Community spielbar. Der Palmer Course gilt als fairste Variante, die eigentlich allen Handicap-Klassen Spaß macht. Klassisches Resort-Golf mit vielen Villen an den Fairway-Rändern. Aus unserer Sicht hat aber Grand Cypress die Nase vorne.

Floridas #1: Streamsong Red

Wer etwas wirklich Außergewöhnliches sucht, muss von Orlando 90 Minuten ins Niemandsland fahren - und wird nicht mehr weg wollen. Streamsong heißt das Zauberwort. Dieses außergewöhnliche Projekt hat 2012 eröffnet und liegt südwestlich von Orlando auf dem Gebiet einer ehemaligen Phosphat-Mine, die zur Düngemittelproduktion diente. Zwei Plätze von den zur Zeit wohl begehrtesten Designern weltweit (Bill Coore/Ben Crenshaw; Tom Doak) sind bereits entstanden. Ein dritter Kurs von Gil Hanse, der auch den Platz für Olympia in Rio de Janeiro entworfen hat, ist gerade im Bau. Das angeschlossene Hotel, das von außen ein wenig wie ein Militärgebäude wirkt, ist von innen spektakulär, sehr modern und mit 216 Zimmern, zwei Restaurants sowie einem gediegenen Spa bestens ausgestattet. 

Aber zurück zu den beiden Plätzen, die ein wahres Abenteuer sind. Riesige Dünen, unendlich wirkende Bunkerlandschaften und extrem ondulierte Grüns mit grandiosen Ausblicken über die Natur lassen einen an Schottland oder Irland denken, aber sicherlich nicht an den Sunshine State. In Streamsong ist alles ein wenig "linksy". Das wird auch durch die Walking-only-Politik und Caddies unterstützt. Wer schlecht spielt, kann sich immer noch an Adlern und Krokodilen erfreuen, die in der renaturierten Minengegend ein perfektes Zuhause gefunden haben. Wer auf Trophäen steht ebenfalls: Die US-Zeitschrift Golf Digest benannte 2015 den Red Course als besten Public Course in Florida. Der Blue Course kam hinter TPC Sawgrass auf Rang drei. Das Greenfee ist natürlich dementsprechend: 255 Dollar ist das Maximum für Gäste, die nicht über Nacht bleiben. Resortgäste zahlen in der Hochsaison maximal 200 Dollar.  

Eine ordentliche Fahrt (rund drei Stunden, 230 km) ist es schließlich zum PGA National Resort in Palm Beach. Auf dem Champion Course wird seit 2007 die Honda Classic ausgetragen. Hier haben schon Spieler wie Rory McIlroy (2012) Ernie Els (2008) oder Pádraig Harrington (2015) gewonnen. Besonders dramatisch: Die "Bear Trap", die wasserreichen Spielbahnen 15 bis 17. Wem der Champion zu schwer und teuer ist (stolze 400 Dollar werden als Resortgast aufgerufen), hat auf vier weiteren Plätzen die Qual der Wahl. Mit Jürgen Rassmann gibt es zudem einen deutschen Ansprechpartner, der die besten Komplettangebote für das Resort anbietet. Denn erst im Paket wird das sonst sehr teure Resort bezahlbar. 

Hilfreiche Links und Infos: 

  • Visit Florida: visitflorida.com; Facebook-Auftritt; Hotline: 01805/311301, Mail: florida@denkzauber.de
  • PGA National: pganational.de; Deutscher Ansprechpartner: Jürgen Rassmann; Tel. (+49) 06188 1681; Mail: jr@pganational.de
  • Floridas Nordosten: florida-golf.org; stellt auch individuellen Packages zusammen


Flugverbindungen 
Air Canada fliegt von München über Toronto oder Montreal für circa 600 Euro. Das Golfgepäck fliegt bis April kostenlos mit (analog Ski-Gepäck).

Verkehr
Es geht geruhsamer als in Deutschland zu: Zwischen 55 bis 80 mph (maximal ca. 130 km/h) sind auf den Highways meist erlaubt. Dafür wird auf allen Seiten überholt. Mietwagen sind vergleichsweise günstig und fast immer mit Automatik ausgestattet. Das Tanken ist sehr günstig (ca. 60 Cent pro Liter), dafür wird beim Parken kräftig zugelangt. In Downtown Orlando ist Stau an der Tagesordnung. Am besten etwas mehr Zeit einplanen, wenn es über den Highway #4 geht. 

Wetter
Florida heißt nicht ohne Grund Sunshine State. Es herrscht ein subtropisches Klima, der meiste Regen fällt von Juni bis September. Die Temperaturen sind mild, der Sommer heiß. Bis November dauert die Hurrikan-Saison an. Beste Reisezeit für Golfer: Oktober bis Mai. 

Geld
Bargeld benötigt man eigentlich nur, wenn man einen Caddie nimmt. Alles andere lässt sich problemlos mit der Kreditkarte bezahlen. Auch der Kaffee am Morgen bei Starbucks. 

Greenfee-Preise
Die sogenannten Walk-in-Rates auf amerikanischen Golfplätzen sind meist teuer. Günstiger wird es mit Twilight-Angeboten (ab dem frühen Nachmittag) oder speziellen Online-Buchungsseiten. Auch spezielle Package-Deals machen oftmals mehr Sinn, als alles einzeln zu buchen. So bietet Streamsong ab dem 1. Mai z.B. zwei Übernachtungen mit drei Greenfees für 258 Dollar plus Steuern an. 

www.golfnow.com Beispiel: Grand Cypres GC für 85 USD mit Cart und Range-Bällen 
www.lastminutegolfer.com Beispiel: King & Bear für ca. 74 USD mit Cart
weitere Buchungsplattformen

www.golf18network.com, www.teeoff.com, www.teetimes.com

Die Plätze in der Übersicht:

Floridas Nordosten:

Um Orlando: 

Palm Beach - PGA National:

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