Bild Information: Golfclub München Eichenried bei den BMW International Open (Photo by GettyImages/Stuart Franklin)

Deutsche Durchschnitts-Greenfees zu günstig?

Panorama
 

Schnäppchenjagd gehört für viele Golfer beim Greenfee dazu. 

Der erste Ansturm auf die Golfanlagen ist vorbei. Bei perfektem Wetter machten sich am Wochenende zahlreiche Greenfeespieler auf die Reise zu Clubs, die bereits Sommergrüns anbieten konnten. Die allwährende Diskussion um die richtige Höhe des Greenfees ging damit in die nächste Runde. 

Der Golfmarkt Deutschland ist generell stabil. So hatte es auch Andreas Dorsch in einem Gespräch jüngst mit Golf.de beurteilt. Eine Stagnation sieht der Geschäftsführer des Golf Management Verband Deutschland (GMVD) bei der Entwicklung der durchschnittlichen Greenfee-Gebühren, die in den nächsten Wochen für das abgelaufene Jahr öffentlich werden. Zwischen 45 und 61 Euro mussten Golfer 2017 durchschnittlich für ein Greenfee berappen. Im Süden der Bundesrepublik waren es dabei etwas mehr als im Norden. Knapp zwei Drittel der Clubs aus jener Statistik von 2017 verlangen zwischen 50 und 80 Euro.

Dorsch: "Greenfees zu niedrig angesetzt"

Dorsch sieht den Greenfee-Bundesdurchschnitt kritisch. "Greenfees sind durchschnittlich zumeist zu niedrig angesetzt“, moniert Dorsch. "Das ist nicht sehr fortschrittlich", meint der Münchner Golf-Fachmann. Hohe Greenfee-Gebühren sieht der GMVD-Chef bei passendem Preis-Leistungs-Verhältnis als gerechtfertigt an. Allerdings beobacht er, dass es für deutsche Golfanlagen immer schwieriger werde, die Standard-Wochenend-Gebühren durchzusetzen. Immer mehr Spezial-Angebote und Rabatte unterlaufen das Greenfee, das eigentlich eine kostendeckende Größe darstellen sollte. "Die 'Geiz-ist-Geil'-Mentalität hat sich leider auch im Golf breit gemacht. Es ist schwierig geworden, die angesetzte Greenfee-Höhe durchzusetzen. Kostendeckende Greenfees halte ich für sinnvoll."

Aussicht auf Besserung sieht Dorsch dabei nicht. Die rund 642.000 organisierten deutschen Golfer und ausländischen Golfgäste säßen an einem längeren Hebel als die 730 Golfanlagen in Deutschland. "Es ist kein organisches Wachstum, das wir haben, sondern eher eine Verdrängung. Es wird sich zeigen, ob andere Golfanlagen vom Markt verschwinden", sagt Dorsch. Er beobachtet auf dem heterogenen deutschen Markt mit Low-Budget-Anlagen bis hin zu High-End-Golfplätzen hinsichtlich der Greenfee-Gebühren einen gefährlichen Trend zur Unterdeckung. "Die Schraube dreht sich nach unten."

Angepasste Greenfees oder Fokus auf Mitglieder  

Das "Treiben auf dem türkischen Bazar", wie Dorsch das Aushandeln des Preises von Anbietern mit Golf-Gästen bezeichnet, machen in Deutschland nicht alle Golfclubs mit. Einige deutsche Clubs wie der GC Gut Lärchenhof (170 Euro Greenfee für das Wochenende) und der GC Valley (110 Euro) liegen über dem Bundesdurchschnitt. Bei der Zusammensetzung des Greenfees, gehen die Golfclubs unterschiedlich vor. In Lärchenhof, wo die Gebühr erstmals wieder seit fünf Jahren um 20 Euro gegenüber dem Vorjahr angehoben wurde, wollte man darüber keine genauen Angaben machen. "Erhöhte Kosten" gab Christian Kremer, Assistent der Geschäftsführung in Lärchenhof, pauschal an. Man wolle beim GC Lärchenhof den Fokus ohnehin mehr auf die Mitglieder und weniger auf das Greenfee legen.

Der GC Valley skizzierte sein Vorgehen auf Anfrage etwas detaillierter. Die Formel bei den Einnahmen ist dort dem Durchschnitt bei deutschen Golfclubs (60 Prozent der Gesamteinnahmen durch Mitgliedergebühren, 20 Prozent mit Greenfees und 20 Prozent mit sonstigen Einnahmen) ähnlich. Auf 15 Prozent der Gesamteinnahmen schätzt man die Greenfee-Gelder auf der Anlage im Süden der bayerischen Landeshauptstadt. Bei der Berechnung der Greenfee-Gebühren lege man laut dem Club Wert darauf, dass die Gebühr sowohl bei den Spezial-Angeboten als auch beim Wochenend-Greenfee in einem passenden Verhältnis zu den Preisen für Mitgliedschaften stehe. Einen Versuch mit günstigeren Greenfees habe man auch schon einmal versucht, sei dabei jedoch zur Erkenntnis gekommen, dass dies nicht erfolgsversprechend funktioniere.

"Rückgang eine historische Wendemarke"

An saisonalen Bedingungen, wie schlechtes Wetter mit wenigen Golftagen während einer Sommersaison, habe man sich beim GC Valley bei der Greenfee-Preisgestaltung noch nicht orientiert. Bei manchen Clubs wie beim Golf-Resort A-ROSA Scharmützelsee in Bad Saarow haben bei der Preiskalkulation hingegen auch schon mal saisonale Aspekte wie die Ausrichtung von großen Turnieren auf der eigenen Anlage eine Rolle gespielt.

Den leichten Rückgang der organisierten Golfer in Deutschland um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr sieht Dorsch insgesamt als erstes Warnsignal. "Wir haben erstmals einen Rückgang. Auch wenn er sehr gering ausfällt, ist es eine historische Wendemarke. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen. Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Wir müssen die Schönheit des Golfsports verstärkt herausarbeiten", fordert Dorsch.

Deutscher Golf-Markt bleibt stabil Golf-Statistiken des DGV

Anhänge

Anzeige
Anzeige
Gareth Bale auf dem Golfplatz (Photo by Ross Kinnaird/Getty Images) Gareth Bale auf dem Golfplatz (Photo by Ross Kinnaird/Getty Images)

Panorama

Spielt Bale bald Golf statt Fußb...

Gareth Bale macht eine interessante Aussage bezüglich seiner Leidenschaft.

weiterlesen
Jena Sims und Brooks Koepka feiern den PGA Titel (Photo by Stuart Franklin/Getty Images) Jena Sims und Brooks Koepka feiern den PGA Titel (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Panorama

Die Frau an Koepkas Seite

Jena Sims ist Model, Schauspielerin und die bessere Hälfte vom zweifachen PGA...

weiterlesen
Golf World Team Challenge im GC München Riem Golf World Team Challenge im GC München Riem

Porsche Golf Cup

Amateur gewinnt Porsche 911 Carr...

Italiener mit Ass und Südkorea gewinnt Porsche Golf Cup Weltfinale.

weiterlesen
One-Shot-Challenge im Golf Park Gut Häusern (Photo: One-Shot-Challenge) One-Shot-Challenge im Golf Park Gut Häusern (Photo: One-Shot-Challenge)

Golfevents

One-Shot-Challenge in Gut Häusern

Golf-Festival am 18. und 19. Mai im Golf Park Gut Häusern.

weiterlesen