Bild Information: Alice Cooper (Photo by Sam Greenwood/Getty Images)

Golf - mein Lebensretter

Panorama
 

Golf hilft aus Lebenskrisen. Alice Cooper ist das beste Beispiel. 

Es war im Januar 2013, als sich das Leben von Gabriele H. von einem auf den anderen Tag schlagartig veränderte. Die Diagnose, die sie bekam, lautete Krebs. Für die Mittfünfzigerin begann nun eine Zeit der Ängste und der Auseinandersetzung mit dieser Erkrankung. Kurz nach der Diagnose fand H. jedoch eine Lösung, die nächste große Wendung: Golf. Heute, gut fünf Jahre später, sagt sie, der Sport habe ihr „gutgetan und geholfen – sportlich und mental“.

Freunde animierten sie damals, einen Golf Schnupperkurs auszuprobieren. Trotz Chemotherapie, oder gerade deswegen, ließ sie sich darauf ein, um erstmal etwas für ihr Immunsystem zu tun. Sehr schnell merkte sie: „Der Golfsport hat mich völlig aus meinem Gedankenkarussell herausgenommen.“ Die Zeit in der Natur, das Gefühl etwas für seinen Körper zu tun, sie nennt es“ ambitioniertes Wandern mit Aufgabe“, half ihr „eine gewisse Zeit alles vergessen zu lassen“.

„Golf holt einen da ab, wo man gerade steht: Im Hier und Jetzt“

 Durch Golf habe ihre Chemotherapie einen positiven Verlauf genommen. Während der Therapie sagte ihr der Onkologe einmal: „Wenn jeder so mit der Krankheit umgehen würde, wäre der Verlauf und die Verträglichkeit oftmals besser“. Die Konzentration und Koordination, die diese Sportart dem Athleten abverlange, seien sehr wichtig, sagt sie. „Der Fokus muss einfach da sein, denn Golf braucht ein bisschen Demut. Er holt einen da ab, wo man gerade steht. Am besten: Im Hier und Jetzt.“ Die beste Art der Zerstreuung.

Chad Pfeifer: „Golf wurde meine Medizin und Therapie“

So wie Gabriele H. nach den Turnieren, die sie gerne spielt, alleine auf der Clubterrasse sitzt, so wenig allein ist sie mit ihrer Geschichte. Der Irak-Veteran Chad Pfeifer hatte 2007 sein Bein verloren, ein paar Jahre später war er bei Handicap drei angekommen und sagte: „Golf wurde meine Medizin und Therapie. Es gab mir Entspannung von der Ungewissheit, die die neue Situation mit sich brachte.“ Er spricht von Glück im Unglück.

 

 

 

Der frühere Profi-Baseballer Manuel De Los Santos verlor bei einem Unfall sein linkes Bein. Fast 20 Jahre später ist er einer der besten Behinderten-Golfer der Welt und sagt: „Anfangs war es wirklich schwer. Jetzt bin ich froh, dass ich noch am Leben bin.“ Während der Verarbeitung des Traumas stieß er auf den Golf-Film „The Legend of Bagger Vance“. Sie inspirierte ihn, er nennt den Moment „einen Wendepunkt“.

Samuel L. Jackson: „Es hat eine Lebensveränderung stattgefunden“

Was macht Golf mit Menschen, dass er die Kraft hat, so viel zu bewirken? Unterscheidet er sich da von anderen Disziplinen? Viele meinen, ja. Und sie meinen nicht nur die nachgewiesenen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Der Hollywoodschauspieler Samuel L. Jackson nannte Golf in einem Interview mit der FAZ einmal „die perfekte Metapher fürs Leben. Es hatte sofort eine religiöse Konnotation, als ich mit Golfspielen anfing.“ Golf habe ein neues Kapitel in seinem Leben aufgemacht. „Es hat tatsächlich eine Lebensveränderung stattgefunden.“ So reden viele. Woran liegt das? „Du wirst niemals perfekt, du kannst Dich immer verbessern“, sagt Jackson. Wie im Leben also.

Alex Burge: „Golf hat mir einen Helden vorgestellt“

Der US-Amerikaner Alex Burge ist ein Beispiel dafür, wie der Einzelsport Golf tatsächlich die Auseinandersetzung mit den Nächsten um einen herum fördert. Der Student der University of Illinois beschreibt in einem preisgekrönten Essay von Laura Lonardi die Geschichte seiner Beziehung zum tauben Vater. „Als ich jung war, bin ich von Aktivität zu Aktivität gerannt, BMX, Basketball, Schwimmen. Nie war Zeit, mich länger mit meinem Vater auseinanderzusetzen.“ Vor allem an die Zeit für eine ordentliche Kommunikation mit dem Gehörlosen war nicht zu denken. „Ich war zu ungeduldig“, sagt Burge. Irgendwann begann der Vater Golf zu spielen, der Sohn begleitete ihn nun ab und zu auf dem Golfplatz. Und plötzlich fanden beide den Raum für persönlichen Austausch. Die Beziehung wurde eng und heute sagt der Sohn über den Vater: „Er ist mein Held. Golf hat mir meinen Helden vorgestellt.“

Caroline Larsson: „Sie haben mir mein Bein genommen und mir das Leben gegeben“

Oft beschrieben ist auch die Geschichte von Caroline Larrsson. Die Schwedin wollte Tour-Proette werden, als ihr die Ärzte 2011 das rechte Bein amputierten. Diagnose: Chrondrosarcoma, eine rare Form von Krebs. Als sie ins Krankenhaus einzog, beschloss sie wenige Wochen danach mit ihrer Schwester Louise ein Vierer-Match zu spielen. Es ging nicht ganz so schnell, wie sie gedacht hatte, aber dem Golfsport ist sie treu geblieben. „Sie haben mir mein Bein genommen und mir das Leben gegeben“, sagt sie heute.

Alice Cooper: „Andere finden Gott, ich habe Golf gefunden“

Der wahrscheinlich berühmteste Golfer mit selbstgepriesener Lebensrettungsgeschichte ist Alice Cooper. Der Rocksänger soff in den 1970er Jahren mit Jimi Hendrix und Jim Morrisson. In einem New Yorker Sanatorium bekämpfte er lange seine Alkoholsucht. Dann suchte er etwas, was ihn genauso süchtig machen, sich aber deutlich gesünder gestalten würde. Er fand in den 1980ern zum Golfsport, spielte 36 Löcher am Tag in Begleitung eines Pros und war schnell bei Handicap null angekommen. „Andere finden Gott“, sagt der Mann, der einst Vincent Damon Furnier hieß. „Ich habe Golf gefunden.“  Cooper, der sich jahrelang nur von Alkohol ernährte und der Welt ein abhanden Gekommener war, hat die Kurve bekommen. Durch exzessives Golf, den Glauben und die Nächstenliebe. Er hat ein Buch geschrieben. Es heißt: 12 Schritte zum Golfsüchtigen. Darin heißt es: Der Sport hat mich von Dämonen befreit. Auch dazu ist der Golfsport anscheinend fähig.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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