Bild Information: Wie grün ist das Greenkeeping? (Photo by Phil Inglis/Getty Images)

Dünger-Check für Golfplätze

Nachgehakt
 

Studien zeigen: Der Dünger-Verbrauch hält sich in Grenzen.  

"Grün, grün, grün sind alle meine Kleider" - so singen es die Kinder. "Grün, grün, grün ist alles, was ich mag", antwortet der Golfer. Doch zu welchem Preis? Wird zum Zwecke tiefgrüner Golfplätze tatsächlich gedüngt, was das Zeug hält, wie immer wieder gerne behauptet wird? 

Nein, lautet die Antwort. Vielmehr schneiden Golfplätze oftmals sogar besser ab als intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen.

Und so sieht die Analyse im Detail aus: Die Golfanlage setzt sich im Gegensatz zur landwirtschaftlichen Nutzfläche aus grundsätzlich verschiedenen Bereichen zusammen. Laut einer Auflistung des Deutschen Golf Verbandes entfällt rund die Hälfte einer Golfanlage auf Hard-Rough, Wald oder naturnahe Gewässer, also ungedüngte Flächen. Im anderen Teil finden sich die intensiv gepflegten Grüns, Abschläge und Fairways. Diese nehmen - je nach Golfplatz - allerdings nur ein Drittel bis die Hälfte der Fläche ein, sind aber für vollen Spielgenuss auf Dünger und Pflanzenschutzmittel angewiesen. 

So überrascht die vom Verband präsentierte Tatsache nicht, dass auf einem Golfplatz nur rund 30 Prozent des Stickstoffs, 14 Prozent des Phosphats und 24 Prozent des Kali im Vergleich zur landwirtschaftlichen Nutzfläche zur Düngung verwendet werden. Auch der Anteil von Pflanzenschutzmitteln beläuft sich laut der Verbandsaufstellungen auf weniger als zehn Prozent. Selbst wenn man also Grüns, Fairways, Rough und Abschläge auf die gesamte Ackerfläche hochrechnen würde, bliebe der Golfplatz unter dem Wert des Weizen-, Raps- oder Gerstenfeldes.

Rund die Hälfte eines Golfplatzes besteht aus ungedüngten Flächen

Die Branche verweist außerdem auf weitere Zahlen, die gegen den Golfsport als Umweltsünder sprechen: Demnach binden die rund 730 Golfplätze in Deutschland, die sich auf einer Fläche von 48.000 Hektar erstrecken, was ungefähr der Insel Usedom entspricht, rund 500.000 Tonnen Staub pro Jahr. Ein 18-Loch-Golfplatz produziert demnach Sauerstoff für bis zu 7.000 Menschen.

Doch klar ist auch: Nachdem der Wunsch nach optisch ansprechenden grünen Flächen, schnellen und treuen Grüns bei den Golfern allgegenwärtig ist, konnten und wollten Greenkeeper vielerorts bislang nicht völlig auf Pflanzenschutzmittel verzichten. 

Wer glaubt, wildes Spritzen sei deshalb an der Tagesordnung täuscht. Nachdem ein Golfplatz in Deutschland als Fläche für die Allgemeinheit gilt, wird er vom Gesetzgeber wie ein öffentlicher Park oder ein Kindergarten bewertet, was auch die Regelungen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln anbelangt. Die Auflagen sind entsprechend hoch. Anlagen riskieren bei Zuwiderhandlung harte Strafen und enormen Imageschaden. 

Am positiven Umwelt-Image wird deshalb auf Deutschlands Golfanlagen weiter gearbeitet: Rund 150 Clubs in Deutschland sind mit dem DGV-Label Golf&Natur zertifiziert. Auch weil diese Zahl nur rund einem Viertel der Anlagen entspricht, bleibt für den Sport und seine Betreiber noch einiges zu tun. Denn, so heißt es in einer Veröffentlichung des DGV zum Thema: "Eine intakte Natur ist das Kapital des Golfsports."

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