Bild Information: Eulen-Alarm in Rio (Photo by Scott Halleran/Getty Images)

Der Golfplatz als Biotop

Nachgehakt
 

Nachgehakt: Golfplätze sorgen für Artenreichtum. Hier erlebt man die Tierwelt hautnah. 

Das Bild vom Krokodil nahe dem Abschlag vom letzten Afrika-Trip, die Kängurus auf einem australischen Grün und der Biber am Wasserhindernis – das alles sind Lieblingsmotive von Golfern. Golf ist eben auch ein Sport mit Tieren – und das nicht nur auf Plätzen irgendwo im exotischen Ausland.  Wacholderdrosseln, Stieglitze, vielleicht ein paar Grauschnäpper finden sich auf vielen deutschen Golfplätzen. Dazu Reptilien, Fische, Käfer, Falter, Libellen, Heuschrecken - 18 Löcher sind bei genauer Betrachtung auch immer ein kleiner Zoobesuch. Es lebt zwischen Fairways und Grüns, die Frage ist nur: Wegen der Golfer oder trotz der Golfer? 

Sorgt der Golf-Sport für tierische Vielfalt auf dem Kurs oder wird durch das viele Mähen und die vielen Menschen womöglich gar die eine oder andere Art reduziert? Die Antwort ist, wie so oft, nicht eindeutig zu beantworten.  

Ist ein Golfplatz nach modernen Vorgaben gebaut und geplant, verfügt die Anlage also über ausreichend Ausgleichsflächen, auf denen sich die Natur so verhalten darf, wie sie es mag, entsteht tatsächlich Raum, der Tieren deutlich besser bekommt als intensiv landwirtschaftlich genutzte Fläche. 

18 Löcher sind wie ein ein großes Biotop

Schon 2002 stellte das Bundesamt für Naturschutz in einer gemeinsamen Broschüre mit dem Deutschen Golf Verband einen "deutlichen Umdenkungsprozess" fest: Viele der formulierten Anforderungen an umweltverträgliche Golfanlagen würden inzwischen "selbstverständlich berücksichtigt". Und mehrere Studien bestätigen, dass ein intelligent geplanter Golfkurs durch Biotopverbünde Lebensräume schafft. 32 Libellen-Arten wurden vor Jahren beispielsweise in einem Golfclub in Niedersachsen durch mehr Lebensraum mit Gewässern gezählt, mehr als doppelt so viele wie vor dem Bau des Golfplatzes. 

Nicht immer geht es um besser oder schlechter: Gewässer beispielsweise sorgen auch einfach für qualitative Veränderungen des Vogelbestandes. Zwergtaucher oder Teichrohrsänger vermehren sich oder kommen neu dazu. Allerdings gingen Arten wie das Rebhuhn, die sich gerne in Agrarlandschaft aufhalten, auch zurück.

Wer die Tierwelt fördern will, braucht vor allem sogenannte Extensivflächen zwischen den Bahnen, die kaum bearbeitet werden. Bis zu 50 Prozent machen diese Flächen auf neueren Golfplätzen inzwischen aus. Das freut die Vogelschützer, kostet Golfpächter durch größeren Platzbedarf aber auch Geld. Bei durchschnittlich knapp 1.000 Euro Pacht pro Hektar in Deutschland, kommen da schnell stattliche Beträge für, salopp gesprochen, Gestrüppgrund zusammen.

Trotzdem ist es für Marc Biber vom Deutschen Golf Verband klar, dass es wesentlich ist, die Qualifikation der Greenkeeper weiter zu verbessern "und ihnen neben vegetationstechnischem Know-how auch naturschutzfachliches Wissen" zu vermitteln. Die Vereinbarkeit der Interessen von Tierwelt und Golfsport ist zwar nicht immer einfach, in der Regel aber empfinden die meisten Golfer die Begegnung mit Rehen, Fröschen, Libellen oder Bibern als Genuss. Schon deshalb lohnt der Aufwand.

Und plötzlich ist der Ball weg ... Regeln: Grabendes Tier?!

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