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'Man sollte wissen, wo man herkommt'

Interview
 

Es war Maximilian Kieffers erste European-Tour-Saison. Große Anlaufschwierigkeiten hatte er nicht. Im Interview mit Golf.de spricht er über seine Lieblings-Fitnessübungen, Tipps für Tour-Neulinge und seine Erfahrung mit Rory McIlroy als Spielpartner.

Maximilian Kieffer blickt auf ein erfolgreiches Rookie-Jahr auf der European Tour zurück. Beinahe hätte es in Spanien sogar für den ersten Titel in der ersten Liga gereicht, doch letztlich muste er sich in einem Marathon-Stechen über neun Löcher geschlagen geben. 29 Events hat Kieffer 2013 gespielt. Eine lange Saison, die er auf Platz 73 im Race to Dubai abschloss und damit zu den besten Rookies des vergangenen Jahres gehört. Mit dem World Cup of Golf stand im November ein weiteres Hightlight auf dem Programm.

Golf.de: Welche Erkenntnis nehmen Sie sportlich aus der Saison mit?
Maximilian Kieffer: Dass ich mich auf der Tour nicht verstecken muss. Gerade beim kurzen Spiel, habe ich aber auch noch viel zu verbessern.

Golf.de: Apropros Training. Sind Sie eher ein Technik-Freak oder ein intuitiver Spieler? Wie sehr greifen Sie beim Training auf TrackMan, PuttLab und Co. zurück?
MK: Ich bin eher intuitiv. In freien Wochen mache ich auch mal Technik-Training, aber im Turnier probiere ich es so einfach wie möglich zu halten, ohne komplizierte Schwunggedanken. TrackMan ist allerdings immer dabei! 

Golf.de: Wie wichtig ist Fitness im Allgemeinen für Ihr eigenes Spiel?
MK: Sehr wichtig. Zum einen die Maximalkraft, um den Ball weit zu schlagen, aber auch die Stabilität und Flexibilität, für die Konstanz. Die Ausdauer ist vor allem für den mentalen Aspekt, sich über vier Tage voll konzentrieren zu können, vo großer Bedeutung. Außerdem ist Fitness wichtig, um Verletzungen vorzubeugen und um einfach mal den Kopf frei zu bekommen! 

Golf.de: Und was ist Ihre Lieblingsübung?
MK: Einfache Liegestütz oder Klimmzüge finde ich super. Man kann sie fast überall machen, ohne großen Schnick-Schnack zu brauchen, es trainiert den ganzen Körper und man kann dort coole Variationen einbauen!

Golf.de: Kommen wir mal zu Ihrem erfolgreichen Jahr 2013. Mit welchen Erwartungen sind Sie eigentlich in Ihre Rookie-Saison gegangen? Und welchen Tipp könnten Sie einem Neuling auf der European Tour geben?
MK: Am Anfang hatte ich vor allem viel Spaß bei den Turnieren. Das war auch ein bisschen ein Schlüssel zu den guten Ergebnissen, denke ich. Man sollte sich auf seine Stärken verlassen, wenn man in eine neue Welt kommt und nicht probieren, das Rad neu zu erfinden. Man sollte wissen, wo man herkommt und wieso man dort ist und nicht überstürzt zum Beispiel den Trainer oder das Equipment wechseln, nur weil man auf einmal viel mehr Möglichkeiten hat und von allen möglichen Leuten angesprochen wird.

Golf.de: Beim BMW Masters liefen Sie mit Rory McIlroy über den Platz. Was überwog, die Freude oder doch eher die Anspannung und Nervosität?
MK: Mit guten Spielern zu spielen macht natürlich immer Spaß und Rory ist ohnehin ein netter, lockerer Kerl, mit dem eine angenehme Atmosphäre im Flight herrscht. Etwas anstrengend waren am letzten Tag die Chinesen mit ihren Fotos.

Golf.de: Im November haben Sie den World Cup of Golf mit Marcel Siem bestritten. Von vielen wurde dieser "Teamwettbewerb" als eine Art Generalprobe für Olympia 2016 angesehen. Schielen Sie bereits mit einem Auge auf Rio?
MK: Klar, da will jeder dabei sein! Man kann sich aber nur darauf konzentrieren, besser zu werden und im Turnier die Leistungen abzurufen. Der Rest ergibt sich dann von selbst.  

Golf.de: Was war denn Ihr kuriosester Moment der Saison 2013?
MK: Ich denke, das Stechen bei der Open d´Espana über neun Löcher war schon etwas verrückt! 

Golf.de: Und was war Ihre beste Entscheidung des Jahres?
MK: Schwer zu sagen! Wichtig ist es, Entscheidungen zu treffen und nicht unentschlossen zu sein. Im richtigen Leben, wie auch bei der Schlägerwahl auf dem Platz. Man kann nicht immer richtig liegen, aber jedes Mal lernt man daraus! Golf.de: Welchen Ratschlag haben Sie in Ihrer Karriere gottseidank befolgt?
MK: Das kann man so nicht sagen. Ich glaube in einer Karriere kommt es viel mehr auf den langen Weg an und darauf, sich stetig verbessern zu wollen. Fleißig zu sein und an sich zu glauben, sind zwei Eigenschaften, die wahrscheinlich keinem Golfer Schaden. 

Golf.de: Wagen wir mal einen Blick in die Zukunft. Einheitsball, Schlägerverbot und immer längere Plätze. Wie sieht Golf in 20 Jahren aus? Wie sollte sich Golf Ihrer Meinung nach entwickeln?
MK: Beim World Cup haben wir auf dem Royal Melbourne Golfplatz gespielt. Der Platz ist recht kurz und auf den ersten Blick auch nicht wirklich eng, aber es lagen am Ende der Woche kaum Spieler unter Par. Das Design hat einem einfach alles abverlangt. Harte Fairways und ondulierte Grüns, einfach ein fairer Test! Man musste die Woche ein bisschen seinen Kopf einschalten und das ist ja auch irgendwie der Sinn des Spiels. Dann braucht man keine 7000 Meter langen Plätze und Einheitsbälle!

Golf.de: Wir bedanken uns für dieses Gespräch.


Das Gespräch für Golf.de führte: Daniel Dillenburg

Hier geht es zum Portrait von Maximilian Kieffer.

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