Bild Information: Rory McIlroy (Photo by Sam Greenwood/Getty Images)

McIlroy will zurück ins Rampenlicht

Erster Abschlag
 

Erster Abschlag. Die Kolumne zum Wochenanfang. 

Die direke Ansage war schon immer sein Ding: „Nächstes Jahr gehe ich raus und kümmere mich um mich“ hat Rory McIlroy zum Jahresende 2018 gesagt. Mehr USA, weniger Europa – mehr Rücksicht aufs eigene Spiel, weniger Rücksicht auf die PGA European Tour. Der Grund: Die Saison 2018 war aus seiner Sicht nicht so wirklich prickelnd gelaufen.

Das Jahr 2019 hat begonnen und das Um-mich-selbst-kümmern hat dem 29jährigen offenbar gut getan. In der Finalrunde des Sentry Tournament of Champions am Sonntag sah man ihn – wie immer wippenden Schrittes – motiviert über die Fairways des Kapalua-Courses in Hawaii schreiten. Der einzige Europäer, der wirklich für Aufmerksamkeit sorgte, am Ende den vierten Platz holte.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

@RoryMcIlroy wants the W. ?? #LiveUnderPar

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Die Rory McIlroy-Show, die im vergangenen Jahr zwecks mangelnder Siege an abnehmender Zuschauerattraktivität litt, könnte 2019 ihre seit langem beste Saison erleben. Am extrovertierten Stil des Iren hat sich nichts geändert; ebensowenig wie an seiner Bereitschaft, sich zu Themen jeder Art – egal ob Politik oder Sport – auch mal unkonventionell zu äußern. Dazu kommt 2019 eine besondere Bühne: McIlroy tritt zu seinem Lieblings-Major, The Open, auf dem Dunluce Course von Royal Portrush an. Ein Heimspiel also – und das vor dem wahrscheinlich golffanatischsten Publikum der Welt.

Endlich wieder ein Majorsieg - in Royal Portrush? 

Mit Royal Portrush verbinden ihn Teenager-Erinnerungen. Als 16jähriger stellte er hier 2005 mit 61 Schlägen den Platzrekord auf. Es war die Zeit, als er mit einer wilden Lockenmähne und leicht pummeligem Gesicht noch ganz heimisch im kleinen Städtchen Holywood war.

In den Jahren seitdem ist aus dem Hoffnungsträger ein Weltstar geworden, der eher in Amerika zuhause ist als in Europa. Und doch ist die British Open immer sein Ding geblieben. Seit seinem Sieg 2014 war er nie schlechter als auf Rang 5 platziert, in Carnoustie 2018 reichte es für den zweiten Platz. Ein Sieg vor heimischem Publikum bei Europas – schon jetzt ausverkauftem – einzigem Major, würde seine Position innerhalb der europäischen Golfszene erst einmal unangreifbar machen.

Bis dahin ist noch ein halbes Jahr Zeit. Schon jetzt aber will der 29jährige zurück ins Rampenlicht. Rory McIlroy ist kein Mann der zweiten Reihe. Sein Abrutschen in der Weltrangliste hinter Justin Rose, Jon Rahm und Francesco Molinari zum Ende des Jahres 2018 passt nicht so ganz zu seinem Selbstverständnis. „Das Selbstbewusstsein von Rory McIlroy ist außerirdisch“, hat einer der Coaches dieser drei Kollegen im Herbst diesen Jahres gesagt. Kein Wunder also, dass sich McIlroy gezwungen sah, für 2019 eine deutlich bessere Performance anzukündigen.

An viel Selbstbewusstsein ist nichts zu kritisieren, wenn den Ankündigungen dann auch Taten folgen. Hut ab also vor McIlroy, der gleich zum Saisonstart in Hawaii zeigte, was er kann. Seine zwei großen Schwachstellen, Putten und fehlende Geduld, hat er in Angriff genommen. Seine Bilanz zum Ende des Turniers fiel zumindest in einem Punkt positiv aus: "Meine Einstellung war deutlich besser, ich wollte nichts erzwingen." 

Beim Putten bleibt Arbeit zu erledigen

Was das Putten anbelangt, bleibt die Lage schwierig. Auch der neue Mallet-Putter von Taylor Made, ein Prototyo des Modells Spider, sorgte nicht für die gewünschte Performance: "Ich hatte reichlich Chancen, aber es ist einfach nichts gefallen." Zum siebten Mal in Folge konnte er einen Startplatz in der Führungsgruppe nicht in einen Sieg umwandeln. 

Das wurmt einen wie ihn. Und es stachelt an. Denn eigentlich fühlt sich Mcllroy nur an der Spitze richtig wohl. 

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