Bild Information: Ed Sheeran im Wembley Stadion (Photo by Mark Kent/flickr.com)

Wenn Ed Golf spielt, sieht alles anders aus

Erster Abschlag
 

Erster Abschlag, die Kolumne zum Wochenanfang. Über Ed Sheeran - den Golfer. 

Meine Tochter hasst Golf. „Nachwievor völlig unnötig“, lautete die letzte Bilanz eines kurzen Ausflugs in Richtung Golfclub nach mehrjähriger Absenz. Nein, ihre grundlegende Aversion gegen diese Freizeitbeschäftigung hat sich nicht gelegt, was vielleicht daran begründet sein mag, dass ihre familiäre Umgebung einen Tick zu sehr vom Golfsport geprägt ist und es vom Prinzip her schon einmal famos ist, nicht jenen Sport auszuüben, den die Eltern super finden.

Wieso spielen coole Menschen eigentlich Golf? 

Vielleicht aber sollte ich sagen: Meine Tochter hasst Golf - eigentlich. Tatsache nämlich ist, dass Ed Golf spielt. Ed Sheeran, 27 Jahre, der wahrscheinlich angesagteste Singer und Songwriter dieser Tage. Während seiner Welttour spielt er ab und an Golf. In Brasilien, in England - überall dort, wo ihm während der Pausen zwischen den Konzerten ein wenig langweilig ist. Die Fotographien von diesen Golf-Ausflügen lassen erahnen, dass Ed kein toller Golfer ist, obwohl ihm dieses Spiel als Engländer ja eigentlich in die Wiege gelegt wurde. Aber da lag in seinem Fall ja schon die Gitarre...

Ed Sheeran live - beim Pro-Am

Also wie dem auch sei. Der Golfsport an sich hat in den Augen meiner 15-jährigen Tochter extrem gewonnen, seitdem klar ist, dass selbst ernstzunehmende Mitmenschen wie Ed den Schläger schwingen und sich dabei nicht vor Scham ganzkörperverhüllen. Seit seinem Konzert in der Münchner Olympiahalle vor gut einer Woche steht sie sogar einer Irland-Reise einigermaßen gewogen gegenüber - immer vorausgesetzt, sie findet zur Zeit des Pro-Ams der Irish Open statt, Ed nimmt an diesem Pro-Am teil und wir mischen uns unter die Zuschauer in der ersten Reihe.

Vorbilder, von denen wir bisher nichts ahnten

Aus der Betrachtung von Eds Schwung auf irgendeiner Website hat sie geschlossen, dass Golfunterricht tatsächlich unnötig ist. Golf geht auch unkonventionell. Aber sie hat beschlossen, im Urlaub vielleicht die eine oder andere Runde zu drehen. Golf ist wieder ein ganz klein wenig Teil ihres Lebens. Daran ist kein Martin Kaymer schuld, kein Bernhard Langer oder wie die großen Golf-Vorbilder in unserem Land sonst noch so heißen. Ed Sheeran, ein ziemlich tätowierter Weltklassesänger, der vorrangig in Hemden ohne Kragen und mit irgendwelchen Klamotten spielt, die ihm in Deutschland womöglich einen Platzverweis einbringen würden, ist der neue Heilsbringer. Die Welt ist voller Überraschungen. 

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