Bild Information: Amerika gibt im Profigolf den Ton an (Photo by Harry How/Getty Images)

Wo bleibt Europa?

Erster Abschlag
 

Erster Abschlag. Die Kolumne am Montag. Was war wichtig, was kommt auf uns zu? 

Golferisch – so sei mal ganz provokant behauptet – hat Europa ein Problem. Weniger, wenn es um den Amateurbereich geht als um das Spitzengolf. Da nämlich verliert der alte Kontinent an Boden.

Ein Bick auf die Leaderboards des vergangenen Wochenendes spricht Bände: Auf Hilton Head Island gewann Satoshi Kodaira vor Si Woo Kim. Für den deutschen Normalgolfer No-Names. Kodaira ist die Nummer 27 der Welt, Kim liegt auf Rang 39. Im vergangenen Jahr gewann Letzterer die Players Championship mit gerade einmal 21 Jahren. Süd-Korea, im Spitzengolf der Damen seit Jahren die führende Nation, hat auch bei den Herren aufgeholt. Zwei Spieler unter den Top 100, acht weitere unter den nächsten 50. Japan führt fünf Herren unter den ersten 100, China einen. Dass Asien der Wachstumsmarkt im Golf ist, gilt als unbestritten.

College-Golf in den USA als Standardprogramm für Spitzen-Amateure

Jon Rahm, am vergangenen Sonntag siegreich in Madrid auf der European Tour, als Gegenbeispiel anzuführen, funktioniert nur bedingt. Der Mann ist Spanier, das stimmt. Aber seine Golf-Karriere hat mit der von spanischen Größen wie Seve Ballesteros oder Sergio Garcia eher wenig gemein. Die leicht romantische Vorstellung von einem Spanier, der wie einst Ballesteros mit einem abgesägten Eisen am Strand täglich sein Golf formte, ist bei Rahm fehl am Platz. Sein Golf wurde maßgeblich in den USA geprägt. Erst an der Arizona State University wurde der junge Mann, der vor seinem Wechsel nach Amerika kaum Englisch sprach, eine wirkliche Größe.

Rahm steht dabei für die überwiegende Mehrheit von Spitzen-Amateuren: Der Großteil aller Talente setzt inzwischen vor dem Wechsel ins Profilager auf den harten Wettbewerb im US-Collegegolf. Egal ob Männer oder Frauen. Und danach? Bei den Frauen ist in Europa eine Turnierszene kaum noch existent. Bei den Herren sind mit der Rolex Series im vergangenen Jahr zwar die Preisgelder nach oben geschossen – wer mit Turnierveranstaltern spricht, hört aber immer wieder, dass auch Millionenbeträge Herren wie Rory McIlroy kaum nach Europa locken. Die Besten der Besten leben längst einen Großteil des Jahres in den USA. Jupiter Island, Palm Beach, Lake Nona oder Arizona gelten als bevorzugte Wohnregionen. Ausflüge nach Europa werden da nur noch begrenzt gemacht.

Amerika ist so dominant wie selten zuvor

Die Asiaten machen es nach. Kalifornien ist längst voll von Eltern, die Haus und Hof verkaufen, um die Karriere ihrer Kinder in den USA zu formen. Auf der LPGA Tour sind strenge koreanische Elternpaare im Schlepptau ihrer erfolgreichen Töchter Standardprogramm. Umgekehrt verirrt sich auf die PGA European Tour nur dann ein Amerikaner, wenn er den Sprung auf die US PGA Tour nicht schafft. Im Golfsport regiert Amerika die Welt, mehr denn je zuvor.  

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