Bild Information: Handicap Papa: Winter-Blues

Winter-Blues

Handicap Papa
 

Handicap Papa ist bei Margarita Nummer drei nach epischer Runde.

Während ich diese Zeilen schreibe, neigt sich die Sonne dem Horizont entgegen. Leises Meeresrauschen dringt an mein Ohr. Es sind angenehme 25 Grad. Ich sitze auf der Terrasse eines Luxusresorts und bin bei Margarita Nummer drei. Habe ich mir aber auch verdient! Eben komme ich nämlich von einer 18-Löcher-Runde zurück. Epische Drives (keiner unter 285 carry), Laser gesteuerte Eisen ins Grün und exzellente Putts! Der Lohn: stressfrei fünf unter. Achja, und gerade noch habe ich mit meiner Familie geskypt, die schlotternd im kalten Deutschland hockt. Ihre Botschaft: Ich solle doch noch ein paar Tage länger bleiben und mich "mal richtig erholen…". Mach ich. Massagetermin ist schon gebucht…

Es wäre für den Service-Anteil dieses Textes natürlich total super, wenn ich Ihnen jetzt verraten würde, wie ich es auf diese Terrasse geschafft habe. Das Blöde ist nur: Es gibt nichts zu verraten. Denn - und als Leser dieser Kolumne ist das für Sie keine große Überraschung - ich halluziniere mir mal wieder etwas zusammen. Gut, normale Menschen würden jetzt zum Arzt gehen. Oder wenigstens den Dealer wechseln. Ich aber schreibe eine Kolumne. Über den Winter-Blues. Der mich nämlich schon soweit gebracht hat, zu halluzinieren!

Jedes Jahr dasselbe

Ehrlich gesagt hatte ich diesen Winter das Gefühl, ich würde drum herumkommen. Doch die Schneemassen der letzten Wochen, die auch wir hier in Mitteldeutschland abbekommen haben, drücken tonnenschwer auf mein Gemüt. Es ist wie verhext. Jedes Jahr dasselbe.

Und ja, es wäre auch für den Positiv-Faktor dieses Textes total super, wenn ich behaupten könnte, dass ich wie ein Erwachsener und höchst souverän mit dem Winter-Blues umgehen kann: Abends vorm Kamin sitzen, einen schweren Rotwein im Glas, Tolstoi auf dem Schoss und universelle Einsichten erlangen. Ist aber nicht so. Ich habe keinen Kamin, ich trinke Bier und für Tolstoi bin ich zu doof. Ich bin einfach nur bockig. Wie mein Sohn, wenn ihm der Nachbarsbengel mal wieder den Bagger wegnimmt. Nur, dass es bei mir der Golfplatz ist. Der zwar nicht weg ist - aber eben ZU!

Im Verließ meiner Trauer

Dass ich, von tiefem Weltschmerz geplagt, auch von meinem Umfeld nicht ernst genommen werde, macht die Sache natürlich nicht besser. Ich würde "abgewohnt aussehen", bescheinigte mir meine Freundin letztens, und ich solle mich mal "ein bisschen zusammenreißen". Kaum will ich sie daraufhin mit epischen Exkursen in das dunkle Verließ meiner Trauer führen, habe ich auch schon einen Schlitten in der einen und unseren Sohn an der anderen Hand: "Geh mal raus. Beweg Dich. Das hilft!", lautet der Marschbefehl. Ich schlurfe meinem vor Freude quiekenden Sohn hinterher, wie das Kind aus der Sanostol-Werbung anno 1985.

Und dann gibt es da ja noch die sozialen Netzwerke. Die geben mir gerade den Rest. Meine Timelines sind vollgestopft mit Angeber-Bildern von "Freunden", die ganz offensichtlich den Bogen mehr raushaben als ich: Golf auf Mauritius, Resort auf den Bahamas, Popup-Büro (was auch immer das sein soll) in Südafrika. Das Schlimme: Sie halluzinieren es nicht (wie ich zu Beginn dieses Textes), sie sind wirklich dort! Und ich muss erkennen, dass diese Bilder eine eher unangenehme Ecke meines Charakters ausleuchten: Ich bin total neidisch! Jetzt könnte ich auch einfach Facebook, Instagram & Co. meiden - aber es ist wie mit den Süßigkeiten: Man weiß, dass sie einem nicht gut tun, man zieht sie sich aber trotzdem rein.

Ich packe schon mal

So, liebe Leser, jetzt sind Sie meine letzte Rettung. Ich nehme ab jetzt gerne alle Tipps entgegen, um dem Winter-Blues zu entkommen. Nein, bitte nichts mit Joggen gehen, Tageslichtlampe, Eisenbahnplatte mit meinem Sohn basteln, Detox-Kur, den Schnee genießen oder illegalen Drogen (obwohl...). Irgendwas mit Golf wäre gut. Vielleicht eine Einladung auf Ihre Privatinsel mit Villa und 18-Löcher-Platz? Meine Mailadresse finden Sie hier. Ich würde dann schon mal die Koffer packen!

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Handicap Papa

Fabian Kendzia:
• Alter: 44 Jahre (gefühlt 83!)
• Wohnort: Erfurt, Thüringen
• festangestellt in einer Werbeagentur
• Familienstand: Freundin, 2 Kinder

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