Mit Fluppe am Abschlag
Ist Zigarette rauchen oder Zigarre paffen auf dem Platz eigentlich in Ordnung? Oder sollte man es als echter Golfer besser sein lassen? Wir haben uns bei prominenten Spielern einmal umgehört und einige Stimmen eingefangen.
Zigarren und Golf passen gut zusammen. Zumindest wenn man sich gestandene Haudegen wie Miguel Angel Jimenez, Darren Clarke, Rocco Mediate oder Hobby-Golfer Michael Jordan anschaut. Zu den Jungs passt die dicke Cohiba einfach - auch auf dem Golfplatz. Kein Wunder, dass Zigarren-Werbung in den amerikanischen Golfzeitschriften ein großes Thema ist: Kaum ein Titel kommt ohne die Werbeseiten für Havanna, Montechristo & Co. aus. Andererseits werden in Golf Digest, Golf World oder Golf Week auch regelmäßig Potenzmittel beworben, aber das ist ein anderes Thema!
Rauchen auf dem Platz: cool oder total daneben?
Peter Gillissen sagt dazu:Diskutieren Sie mit!Sucht hin, Sucht her. Auch ich war bekennender Raucher bis vor etwa zwei Jahren. Aber seit ich das Bag keinen Berg mehr hochgetragen bekomme und ich auch mit Elektro-Caddy Schmerzen beim Gehen habe, h ...
Beim Masters wurde in diesem Jahr zum ersten Mal das Rauchen verboten. Allerdings nur für Besucher. Denn die Spieler legten bereits bei der US Open 2008 in Torrey Pines ihr Veto ein als Sie mit einem prinzipiellen Rauchverbot konfrontiert wurden. In San Diego (Torrey Pines, der Austragungsort der US Open 08, gehört zur Stadt San Diego) ist das Rauchen in Parks, an Stränden und auf öffentlichen Golfplätzen bereits seit Mitte 2006 verboten. Als die Verantwortlichen das Verbot auch beim zweiten Major des Jahres durchsetzen wollten, rebellierten einige der Profis. Darunter Spaniens Aushängeschild Jiménez: "Ich denke nicht, dass das fair ist", kommentierte der Zigarren-Aficionado die Regelung. Und tatsächlich: Während den Zuschauern zum ersten Mal bei einem Major nur der Griff zum Nikotinpflaster blieb, durften Spieler, Caddies und Angehörige der Profis ("inside the ropes") fröhlich weiterpaffen.
"Golf und Zigarren gehören zusammen wie der Handschuh zum Schläger", kommentierte schließlich Dale Taylor, Präsident der Cigar Association von Washington, die Situation. "Das ist wahrscheinlich bei vielen der einzige Zeitpunkt, wenn sie mal rauchen." Ob das stimmt, ist wohl eher fraglicht. Wissen wir doch, dass die US-amerikanische Tabak-Industrie gerne einmal zur Polemik greift, um ihre Interessen zu vertreten.
Jiménez damals weiter: "Ich weiß nicht, was das Problem ist. Wir sind unter freiem Himmel. Ich dachte, wir hätten die Freiheit zu tun, was wir wollen." Der 15-fache Gewinner auf der European Tour, der unter seinen Kollegen nur "The Mechanic" genannt wird, raucht übrigens nie während des Turniers, sondern nur davor, danach oder ab und an auf Einspielrunden.
Rauchen auf dem Golfplatz - Sucht oder Vergnügen?
Jim Vernon, der Präsident der ausrichtenden USGA, stand ebenfalls für seine Spieler ein: "Unsere Sorge richtete sich an die Spieler. Das ist DIE nationale Meisterschaft und einige der Teilnehmer rauchen eben." Und eine kleine Ausnahme gab es dann doch auch für die Zuschauer: Am Putting-Grün konnte man seiner Sucht nachgehen, denn das Gelände war als "outside the gates" gekennzeichnet – und somit nicht offizieller Bestandteil des Turniergeländes.
Aber welche Profis rauchen eigentlich? Angel Cabrera war als Kettenraucher bekannt, hat sich die Zigaretten aber seit 2008 abgewöhnt. Offensichtlich zur Zigarette bekennen sich hingegen John Daly, Nicolas Colsaerts und der Rheinländer Marcel Siem. Auch Altmeister Fuzzy Zoeller oder den Dänen Thomas Björn sieht man ab und an mit Zigarette, während Legende Sam Torrance seinen Glimmstengel sogar mit eigenem Tabak selber dreht.
Auch Arnold Palmer rauchte in seinen besten Jahren gerne mal eine Zigarette. Beinahe legendär ist das Bild mit dem Namen "The Smoking Picture". Darauf zu sehen: Arnold Palmer und Ben Hogan beim Masters 1966. Die beiden elegant gekleideten Herren warten, dass der Abschlag der zweiten Bahn frei wird und ziehen äußerst cool an ihren Kippen.
Ist die Zigarre die neue Zigarette?
Auch Darren Clarke zählt zu den absoluten Zigarren-Fans. Gerüchten nach gibt der Pro aus Nordirland etwa 25.000 Pfund pro Jahr für seine Leidenschaft aus. Doch weitaus weniger bekannt ist, dass der mittlerweile 41-Jährige früher Kettenraucher war und erst seit etwa drei Jahren vom Suchtmensch zum Zigarrengenießer geworden sein soll. Allerdings wurde Clarke - laut Aussage eines Golf.de-Lesers (siehe Kommentar) - aktuell bei der KLM Open gesichtet, als er auf der Runde wieder seine Nerven mit Zigaretten beruhigte...
Doch wie macht man es als Raucher auf dem Platz richtig?
Während der Runde ist das Rauchen eigentlich kein Problem - egal ob Zigarre oder Zigarette. Allerdings sollten Raucher ihre Zigarettenkippen wieder ins Bag packen oder einen tragbaren Aschenbecher mit dabei haben. Ungeeignet ist der Trick mit dem Eisen: Klar kann man eine dicke Kerbe ins Gras schlagen und die Kippe darunter liegenlassen, doch die Greenkeeper werden darüber weniger erfreut sein.
Eine "Regel" gilt aber für Nichtraucher und Raucher gleichermaßen: Nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Mitspieler!
tsz/sta
Ähnliche Artikel
-
Genuss
Ein Sommer-Rotwein mit 8° Grad
01.09.2010 - Zum Sommerausklang mal was wirklich Exotisches. Franco, römisches Schlitzohr, Pächter unseres Clubrestaurants in Dresden und intimer Kenner ... weiterlesen
-
Genuss
Eine glückliche Beziehung
30.07.2010 - Australien, Penfolds, Max Schubert und die Vereinigung von Shiraz und Cabernet Sauvignon.
Aber der Reihe nach!
... weiterlesen
Meine Turniere
Turnierkalender einsehen »
zum Turnier anmelden »
Ergebnisse abrufen »
Handicap abfragen »
Mobile Golf-Welt
Börse
| DAX | 6.086,20 | +0,04 % |
| TecDax | 762,53 | +0,44 % |
| MDAX | 8.466,72 | +0,89 % |
weitere Indizes |
||
aktuelle Börsennachrichten |
||
Wettbewerb Golfer traden |
||
Jetzt Konto eröffnen und US Open Tickets gewinnen! |
||























