Bild Information: TaylorMade M5 und M6 Driver mit Speed Injection Technologie (Photo by TaylorMade Golf)

Neuer Ansatz für maximale Länge

TaylorMade M5 / M6 Driver
 

TaylorMade M5 und M6 Driver sind im Urzustand verboten lang.

TaylorMade war bei der Entwicklung ihrer neuen Driver M5 und M6 der erfolgreichen M-Serie der Überzeugung, dass gerade bei der Schlagfläche noch Luft nach oben bestünde. Das Ergebnis der Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist eine neuartige Schlagflächentechnologie, die zu noch größeren Ballgeschwindigkeiten und damit mehr Länge führen soll.

Das Problem mit der Ballgeschwindigkeit ist allerdings, dass USGA und R&A die Energieübertragung des Schlägerkopfs auf den Ball (Coefficient of Restitution, kurz C.O.R.) streng reglementiert und die Driver vor der Markteinführung auf ihre Regelkonformität getestet werden. Der Maximalwert beträgt dabei 0,830 und darf auf keinen Fall überschritten werden. Durch die unterschiedlichen Produktionsprozesse bei der Herstellung von Drivern müssen allerdings Fertigungstoleranzen beachtet werden, sodass sich die Hersteller nicht unendlich nah an die Grenze von 0,830 herantasten können.

Das Zauberwort heißt Normalverteilungskurve (siehe Grafik unten). Aufgrund der Toleranzen hat TaylorMade nur Driver auf den Markt gebracht, die sich innerhalb des 95,4-Prozent-Bereichs befanden. Mit der Speed Injection Technologie der M5 und M6 Driver sei es dem Unternehmen mit Hauptsitz in Carlsbad, Kalifornien, gelungen, die Normalverteilungskurve zu stauchen (siehe roter Graph) und näher an die erlaubte C.O.R.-Grenze von 0,830 zu verschieben, sodass die Energieübertragung und damit die erzeugte Ballgeschwindigkeit noch effektiver sei als in allen bislang dagewesenen Modellen von TaylorMade.

Die wichtigsten Fakten zu den TaylorMade M5 und M6 Drivern

  1. Speed-Injection-Technologie

Um dem erlaubten Grenzwert von USGA und R&A so nahe wie möglich zu kommen, mussten die Ingenieure von TaylorMade umdenken. Bis dato hatte man sich stets von unten an die Grenze von 0,830 heran getastet. Bei den Drivern M5 und M6 drehte man die Herangehensweise um und begann mit einer Schlagfläche, die jenseits der erlaubten C.O.R.-Werts lag. Nachdem jeder Driver einzeln vermessen wurde, berechnet ein eigens für diesen Prozess geschaffener Algorithmus die Menge an Harz - im Schnitt zwischen 0,5 und 1,5 Gramm - die durch zwei Löcher in der Schlagfläche in zwei innenliegende Taschen gespritz wird.

Durch diesen Prozess will es TaylorMade geschafft haben, die Normalverteilungskurve deutlich näher an den Grenzwert von 0,830 gebracht und gleichzeitig die Streuung möglichst gering gehalten zu  haben (siehe roter Graph). Das soll jedem Golfer eine insgesamt heißere Schlagfläche ermöglichen, die über einen größeren Bereich maximale Ballgeschwindigkeiten erzeugt. In Zahlen ausgedrückt spricht TaylorMade von einem um 66 Prozent größeren Sweet Spot gegenüber den Modellen M3 und M4 aus 2018.

  1. Twist-Face-Technologie

Mit dem Twist Face unterzog TaylorMade 2018 die Schlagfläche von Drivern zum ersten Mal seit mehr als 130 Jahren einen drastischen Remake. Um den typischen Fehlschlägen von etwa 90 Prozent aller Golfern entgegenzuwirken, sind die Spitze im oberen Bereich und die Ferse im unteren Bereich verdreht worden. Das hat sich auch in der neuen Generation der M-Series Driver nicht verändert.

"Damit haben wir in Sachen Schlagfläche einen radikal neuen Weg eingeschlagen", sagt Brian Bazzel, Vizepräsident der Produktentwicklung (Hölzer) bei TaylorMade. "Twist Face korrigiert die natürlichen Fehlerbilder im Treffmoment der meisten Golfer." So sollen die Ergebnisse von Treffern am Rand der Schlagfläche - Hook (Spitze) und Slice (Hacke) - deutlich näher zusammen rücken.

Weitere Informationen zur Wirkung der Twist-Face-Technologie in Theorie und Praxis finden Sie hier

  1. Multi-Material-Design

Das markante Kronen-Design mit Karbon ist geblieben. Allerdings ist der Titanrahmen nahe des Schlägerblatts sichtbar dünner gegenüber dem Vorgänger. Dadurch sei es den Ingenieuren gelungen, durch die vermehrte Verwendung des leichteren Karbons noch mehr freie Masse zu generieren, die tief im Schlägerkopf positioniert werden konnte. Außerdem soll eine leichte Stufe zwischen dem Titangehäuse und der Karbonkrone den Luftstrom am Schlägerkopf halten und für weniger bremsende Verwirbelungen während des Schwungs sorgen.

  1. "Inverse T-Track-System" oder "Inertia Generator"

Das effizientere Inverse T-Track-System des M5 Drivers erlaube eine noch größere Spannweite bei der exakten Positionierung des Schwerpunkts. Zwei Zehn-Gramm-Gewichte können in einer Schiene von Hacke zu Spitze sowie von der Schlagfläche zum hinteren Ende des Schlägerkopfs verschoben werden. So können Sie bestimmen, ob Sie lieber maximale Ballgeschwindigkeit (beide Gewichte vorne), maximale Fehlertoleranz (je ein Gewicht nahe der Hacke sowie der Spitze) oder einen der zahlreichen Kompromisse dazwischen bevorzugen. Test sollen eine um 25 Prozent höhere Verstellbarkeit (von Hacke zur Spitze) ergeben haben.

Auch beim M6 Driver geht es um die Gewichtsverteilung. Hier setzt TaylorMade den Fokus aber auf maximale Fehlertoleranz und einen möglichst hohen Spielkomfort. So wurde an der Unterseite ein zusätzlicher Steg angebracht, der knapp ein Viertel des Schlägerkopfgewichts tief und weit entfernt von der Schlagfläche positioniert. So soll es noch einfacher sein, den Ball von Anfang an auf eine hohe, tragende Flugbahn zu bekommen.

  1. Für jeden Geschmack etwas dabei

Sowohl der M5 als auch der M6 werden in je einer weiteren Option angeboten, die ganz spezifische Zeilgruppen ansprechen sollen. Der M5 Tour vereint alle Technologien des M5 in einem kleiner, 435 ccm großen Schlägerkopf. Das kompakte Design ermögliche es besseren Spielern, den Ballflug besser zu steuern und sorge für insgesamt etwas niedrigere Spin-Werte. Der M6 D-Type soll dagegen jenen Helfen, die Probleme mit dem Fade - oder noch schlimmer Slice - haben. Sowohl die Grafiken auf der Oberseite als auch die Schlagfläche und die Gewichtsverteilung unterstützen das Schließen des Schlägers im Treffmoment und sollen damit der Rechtskurve entgegen wirken. Egal, ob Sie auf der Suche nach einem kompakten Design mit maximaler Kontrolle (M5 Tour), indiviueller Einstellung des Ballflugs (M5), hohem Spielkomfort und Fehlerverzeihung (M6) oder der Eliminierung der Fehlschläge nach rechts sind, die M-Serie von TaylorMade für 2019 soll für jeden Geschmack etwa dabei haben.

Spezifikationen TaylorMade M5 und M5 Tour Driver sowie M6 und M6 D-Type Driver
TaylorMade M5 und M5 Tour   TaylorMade M6 und M6 D-Type
  für Damen und Herren  
  für Links- und Rechtshänder  
460 ccm (M5), bzw. 435 ccm (M5 Tour) Schlägerkopfvolumen 460 ccm
9, 10,5 sowie 12 Grad (nur M5) verfügbare Lofts 9, 10,5 sowie 12 Grad
Mitsubishi CK Tensei Standardschäfte Fujikura ATMOS
Project X HZRDUS Smoke   Project X EvenFlow Max
Regular (R) bis Extra Stiff (XS) Flex Ladies (L) bis Extra Stiff (XS)
  weitere Premium-Schäfte ohne Aufpreis  
599 Euro Preis (UVP) 529 Euro
  erhältlich ab Mitte Februar 2019  

Erster Eindruck der TaylorMade M5 und M6 Driver

Wer glaubt, dass die Technologie bei Drivern ausgereizt ist, der irrt. Gewaltig. Der amerikanische Kollege Tony Covey von mygolfspy.com hat dazu einen ausführliche Abhandlung geschrieben, die belegt, dass bei Drivern auch in Zukunft noch Verbesserungspotenzial besteht. Und TaylorMade möchte mit der Speed Injection Technologie auch die letzten Prozent beim C.O.R. ausreizen. Allerdings gibt es da ein Problem: USGA und R&A ziehen schon seit 2004 nicht mehr den C.O.R. als Referenz der Energieübertragung des Driverkopfs auf den Ball zurate sondern verlassen sich auf die Werte der deutlich einfacher zu ermittelbaren Characteristic Time (CT), bei der die Kontaktzeit eines Pendels mit der Schlagfläche gemessen wird.

Laut dem Bericht von mygolfspy existieren bereits diverse Driver auf dem Markt, die über dem erlaubten C.O.R.-Wert von 0,830 liegen sollen, den CT-Test aber bestanden haben. Will uns TaylorMade also mit einer veralteten Messmethodik aufs Korn nehmen? Nein. Der springende Punkt ist nämlich, dass sich USGA und R&A die Option offen gehalten haben, stichprobenartig Driver auf ihren C.O.R.-Wert zu überprüfen und "zu heiße" Driver nachträglich noch als nicht konform mit den Regel zu titulieren. In der Praxis habe dies zwar noch nicht stattgefunden, aber gerade in Zeiten, in denen die großen Drivelängen der besten Spieler der Welt den Regeloffiziellen ein Dorn im Auge sind, besteht die Möglichkeit mehr denn je.

Die Idee der Speed Injection Technologie, sich einerseit so nahe wie möglich an die legalen Grenzen heran zu tasten und andererseits die Streuung so gering wie möglich zu halten, macht Sinn. Allerdings sind die Unterschiede der beiden Spitzen des blauen und roten Graphen nur etwa 0,008 Punkte voneinander entfernt. Damit liegen die maximalen Ballgeschwindigkeiten von M5 und M6 nur knapp eine Meile pro Stunde vor denen ihrer Vorgänger M3 und M4. Das ergibt einen Längenvorteil von knapp zwei Metern. Das klingt nicht nur nach wenig, das ist es auch. Durch die geringere Streuung sollen aber die heißesten - hoher C.O.R.-Wert - und kältesten - niedriger C.O.R.-Wert - Driver näher beisammen liegen. Aber selbst zwischen dem kältesten Vorgänger und dem heißesten aktuellen Modell liegen nur knapp zwei Meilen pro Stunde Ballgeschwindigkeit (etwa vier Meter). Und das unter identischen Bedingungen. Für Otto-Normalgolfer, die keine zwei Mal identisch an den Ball kommen, spielen diese Unterschiede kaum eine Rolle.

Was für Amateure allerdings durchaus eine Rolle spielt: Durch die präzise Justierung der Schlagfläche wurden auch die Randbereiche der Schlagfläche heißer und sollen damit höhere Ballgeschwindigkeiten erzeugen. TaylorMade spricht von einem um 66 Prozent größeren Sweet Spot gegenüber M3 und M4. Dadurch werden auch Ihre nicht perfekt getroffenen Bälle weiter fliegen; und diese leichten Fehlschläge ausserhalb der Mitte der Schlagfläche sind eher die Regel als die Ausnahme. So werden M5 und M6 die Gesamtlänge Ihrer Drives mit Sicherheit steigern können, einen großen Längenunterschied zwischen den besten Abschlägen von Alt und Neu sollten Sie allerdings nicht erwarten.

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